Wieso das ganze?
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Der Urknall!

Alles begann im Grunde so etwa im Jahr 1993, als ich bei dem Kostümshop Fahnenfleck über ein waschechtes Gorilla-Kostüm stolperte und einfach nicht widerstehen konnte es mitzunehmen...

Moment, stimmt nicht ganz, eigentlich begann die Geschichte schon früher, so etwa 1977 als mich meine Freundin Carolin das erste mal ins Thalia-Kino mitschleifte, damit ich mir "Sindbads siebente Reise" ansehe...





 
 
  Damit wurde ein Feuer entzündet, das bis heute brennt! Ich, der ich erst mit 8 Jahren das erste mal im Kino gewesen bin (Disneys Schneewittchen), wanderte von nun an so oft es nur ging ins Kino. Die zweite Initialzündung erfolgte etwa zwei Jahre später, als mich mein Kumpel Thorsten im selben Kino zu "King Kong gegen Godzilla" mitnahm - Wahnsinn!!!

Ich mutierte von einem Moment zum anderen zum weltgrößten Riesenmonsterfilmfan und verbrachte jeden Samstag- oder Sonntag-Nachmittag entweder im Thalia-Kino (Die Omma die laut "Eis! Eis!" skandiernd durch den Mittelgang zuckelte werde ich nie vergessen!) oder im Monokel um japanische Giganten aufeinander einprügeln, Blechraketen mit Bunsenbrennern zu den Sternen aufbrechen und U-Boote durch die Luft fliegen zu sehen! Übrigens wird mir noch heute ganz warm ums Herz wenn ich "Hey Joe" höre - bevor nämlich der Vorhang sich endlich öffnete, das Constantin-Grollen und die Fanfare erklang und die Leinwand den Weg zu fremden Welten freigab, wurde erstmal eine Stunde lang Jimi Hendrix gespielt, jahrelang ohne Ausnahme!

Schon damals war mir klar: "Das will ich auch mal machen!"


Erste Gehversuche mit der Super8-Kamera erwiesen sich nicht nur als wenig überzeugend (ich war schon früh ein nerviger Perfektionist), sondern vor allem auch als viel zu kostspielig. Also vertrieb ich mir die folgenden Jahre mit dem Konsumieren und baute eine ziemlich umfangreiche Super8-Spielfilm-Sammlung auf; die war zwar auch verdammt teuer, aber dafür qualitativ wesentlich überzeugender als meine eigenen Filmchen ;-)

1994 war dann dann das Jahr, in dem sich plötzlich ganz neue technische Möglichkeiten abzuzeichnen begannen. Den Traum einmal genügend Geld zu haben um in den Toho-Studios einen eigenen Monsterfilm zu drehen, hatte ich inzwischen begraben. Außerdem produzierte die Toho zu jener Zeit ja schon wieder selbst fleißig neue Godzilla-Filme. Doch zur Technik. Die Firma Fast brachte in jenem Jahr eine Videobearbeitungskarte für PCs heraus, die in der Lage war, zwei eingespielte Videosignal miteinander, oder ein Videosignal mit einem digitalisierten Foto im Computer zu mischen und bestimmte Bereiche per Chroma- oder Luma-Key auszumaskieren - Wunder der Technik! Zwar konnte der Amiga sowas auch, aber ich mochte den Amiga nicht, der seinerzeit ja auch schon aus dem letzten Loch pfiff. Besagte Fast-Karte mußte also her und ich war kurze Zeit später 1000 DM ärmer.

Nun stellte sich aber die Frage: Was damit anstellen...? Am liebsten hätte ich einen Sci-Fi-Film im Stil von "Orion 3000 - Raumfahrt Des Grauens" gedreht, doch ich hatte keinen Platz um die Kulissen aufzubauen. Da die Bluescreen-Technik mit dieser Karte noch alles andere als perfekt war, hätten einkopierte Raumfahrer aber einfach nur dämlich gewirkt.

Die Ersten Schritte zum Teenage KingKong

Da fiel mir plötzlich mein Gorilla-Kostüm wieder ein und die entscheidende Idee war da! Ein Titel bildete sich in meinem Kopf: "I was a teenage Kingkong"! Die Idee kam mir, als ich im St.Pauli-Theater die Musical-Version von "Eating Raoul" sah... Damals gabs ja gerade einen Musical-Boom und plötzlich kam mir die Idee eines King Kong-Musicals im trashigen Rocky Horror-Stil
Und als ich darüber  nachdachte, wie man sowas auf der Bühne technisch realisieren könnte, reifte so langsam die Idee für den Amateurfilm heran... 

Die Idee faszinierte mich und ich begann das folgende Jahr zu grübeln, zu planen, ein potentielles Team zusammenzustellen. 1995 gelang es mir dann tatsächlich ein 3 Minuten kurzes Video zusammenzutricksen, in dem wirklich ein riesiger, zottiger Gorilla herumwütet. Das in stilvollem Schwarzweiß gedrehte Video (nebenbei wurden so Kopierverluste minimiert und typische Videofarbstiche verhindert) beeindruckte die Gäste einer Party genügend um an die Dreharbeiten mit den Darstellern zu gehen... die dann katatstrophal ins Wasser fielen.
In meiner Naivität hatte ich geglaubt, auf ein Drehbuch verzichten zu können - dies erwies sich als falsch... Unsere Improvisierten Szenen waren zwar sehr witzig, ließen sich aber nie zu einem Film zusammenschneiden.

Also wurde ein Drehbuch entwickelt...

Das Treatment bestand ja bereits und trashige Dialoge hatte ich schon für meine Fortsetzung der legendären Perry Rhodan-Konkurrenz-Serie "Ren Dhark" zur Genüge entwickelt ;-) Schon nach ein paar Wochen hatte ich ein Drehbuch für ca. 80 Prozent des Films fertig, das mir damals auch sehr gut gefiel. Von King Kong, über I Was a Teenage Werewolf, über War of the Colossal Beast bis Pulp Fiction war wirklich alles drin - inklusive einiger wirklich verrückter Handlungsentwicklungen.

Und wieder begannen die ersten Aufnahmen, die schließlich damit endeten dass praktisch mein gesamtes Team aus Hamburg auswanderte (ich behaupte aber nach wie vor, dass nicht mein herrischer Regiestil daran schuld war...;-)). Zu jener Zeit entstand übrigens dann auch gleich die erste Ausgabe der offiziellen Teenkong-Homepage, wo die Mitglieder des damaligen Teams bis heute zu bestaunen sind - dieser dunkle Fleck in ihrer Vergangenheit wird nie getilgt werden ;-). Da nun aber kein verwendbares Darstellerteam mehr da war, stand ich erstmal vor den Trümmern meines so hoffnungsvoll begonnenen Projekts...

Doch Glück im Unglück: Die Teenkong-Homepage, die für damalige Verhältnisse verdammt gut gelungen war, beschehrte mir überraschend eine neue berufliche Perspektive als Webdesigner! Dadurch stand ich in den folgenden Jahren dann beruflich so unter Druck, dass ohnehin keine Luft mehr für Teenkong geblieben wäre. Das Projekt wurde also erstmal für unbestimmte Zeit aufs Eis gelegt.

Es geht weiter... 

Wieder waren es dann die technischen Fortschritte, die mich motivierten, das Projekt erneut auzunehmen. Und erneut war es die Firma Fast die den Ausschlag gab, als sie die legendäre Fast AV-Master-Karte herausbrachte. Diese sensationelle Digitizer-Karte war in der Lage Filme in voller PAL-Auflösung in den Computer einzulesen, wo sie sich praktisch unbegrenzt bearbeiten ließen. Mit einer solchen Hardware konnten also all meine Pläne endlich Wirklichkeit werden - nur leider konnte ich mir das 1500 DM teure Prachtstück beim besten Willen nicht leisten...

Wieder kam mir ein glücklicher Zufall zur Hilfe, denn just zu jenem Zeitpunkt, Anfang 2001, kündigte sich für meine Firma ein Job an, für den Video in perfekter Qualität digitalisiert werden mußte. Kurz und gut: Die AV-Master wurde angeschafft, der Kunde überlegte es sich anders und ich konnte die begehrte Karte als Leihgabe in meinen Privat-Compi einbauen (freu!).

Erste Tests ließen bereits erahnen was diese Karte möglich machte. Ich arbeitete mich in die Videosoftware Ulead MediaStudio ein und schaffte weitere Festplatten an. Außerdem hatte ich meine Video8-Kamera eingemottet und war auf Hi8 umgestiegen. Ich hatte mich zudem inzwichen entschlossen erst einmal auf Szenen mit menschlichen Darstellern zu verzichten und nur ein Demovideo mit möglichst beeindruckenden Special Effects zusammenzustellen. Mit diesem gedachte ich dann auf Mitarbeiterfang zu gehen. Mir selbst war nämlich nur allzudeutlich bewußt, dass fast jeder der von dem Projekt hörte, erstmal dachte: "Der tickt doch nicht richtig!" - also mußten Beweise für die Realisierbarkeit her.

Vom Partygag zum Filmprojekt

Ende August 2001 war dann schließlich die Stunde der Wahrheit: Eine 3,5 Meter breite Greenscreen wurde in meinem Arbeitszimmer montiert, ein Spielzeug-ICE auf einer Rampe montiert, einen halben Tag lang die Kamera justiert, um eine, zu der zuvor gefilmten Live-Eisenbahnbrückenszene, passende Perspektive zu grantieren... und dann stolperte ich über die so sorgfältig aufgebaute Studiolandschaft und konnte wieder von vorn anfangen...

Am nächsten Tag war es dann aber endlich so weit: Ich zog mir das Kostüm über, fraß den Zug und mischte die Tricksequenz mit den Realaufnahmen der Eisenbahn-Brücke zusammen. Was ich dann auf dem Bildschirm sah führte zu minutenlangem hysterischen Gelächter. Nun war es ganz sicher: Teenkong lebte!!!
Um mich selbst etwas unter Druck zu setzen, lud ich zu einer Halloween-Party und kündigte voller Vorfreude die ersten Szenen aus meinem Film an. Die folgenden zwei Monate arbeite ich wie ein besessener und konnte tatsächlich 8 (meiner Ansicht nach zu lange) Minuten fertigstellen. Die Soundmischung wurde erst knapp 30 Minuten vor Partystart fertig - und ich war auch völlig fertig...

Aber die Reaktionen des Publikums waren es dann wert und zeigten dass wir auf dem richtigen Weg waren...