Rezension: Monika Häuschen - Warum haben Nacktschnecken kein Haus?

Von Pettersson und Findus bis hin zu den Drei Fragezeichen - Hier wird das kindliche Ohr gefüttert
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MonsterAsyl
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Rezension: Monika Häuschen - Warum haben Nacktschnecken kein Haus?

Beitrag von MonsterAsyl » Mo 06.11.2017, 18:48

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Monika Häuschen - Warum haben Nacktschnecken kein Haus?

Zum Inhalt:
Da es regnet, beschließen Monika Häuschen und ihre beiden Freunde Schorsch, der Regenwurm und Günter, der Graugänserich, ein wasserdichtes Geheimversteck im Garten zu bauen. Als Basis dient die Gartenbank, welche mit ein paar großen Rhabarberblättern versehen wird. Das Versteck ist im Nu fertig, und um draußen alles beobachten können, frisst Monika noch schnell ein Loch in eins der Blätter. Da entdecken die Drei, daß der ganze Salat im Garten angeknabbert ist. Um den Übeltäter zu erwischen, wollen sie in ihrem Versteck übernachten. Bereits kurz nach Anbruch der Dunkelheit steht unerwartet ein Besucher vor der "Tür". Die Nacktschnecke Nadine bittet um Unterschlupf, da sie angeblich von einem Tiger verfolgt wird. Das kommt nicht nur Schorsch sehr merkwürdig vor...

Zur Produktion:
Wie schon der Titel verrät, hat Autorin Kati Naumann diesmal die Nacktschnecke zum Thema gemacht. Ein Tier, dem gegenüber die meisten Menschen Ekel, zumindest aber starke Abneigung empfinden, vor allem, wenn sie Gartenbesitzer sind. Letzteren Aspekt greift Frau Naumann als Grundlage für ihre Geschichte auf. Die "Spanische" Nacktschnecke, die, wie man hier erfährt, nur deshalb so heißt, weil man früher glaubte, sie käme von dort, wird von vielen als übler Schädling angesehen. Aus diesem Grund wurde auch das sogenannte "Schneckengift" oder "Schneckenkorn" entwickelt. Ich finde es sehr begrüßenswert, wie die Verfasserin nachdrücklich klarmacht, daß dieses Mittel auch anderen Gartenbewohnern gefährlich werden kann und somit eher ungeeignet ist. Stattdessen gibt es im Hörspiel Tipps zu ökologisch unbedenklichen Bekämpfungsmethoden, aber die möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Neben allgemeingültigen Fakten zu Schnecken, wie der Aufbau und die Funktionsweise ihres Schleims oder das Atemloch auf der rechten Seite, lernt man auch noch einige andere Arten kennen, z.B. die im Meer lebende Wurmschnecke.
Mein einziger Kritikpunkt bezieht sich auf die Dauer des Hörspiels. Da man sich ja vor allem an jüngere Hörer ab 3 Jahren wendet, finde ich die Laufzeit von knapp 53 Minuten etwas zu lang. Man hätte das Ganze leicht 10 Minuten kürzen können, vor allem bezüglich der Erzählerin, um wieder die kindgerechtere Laufzeit mit den sonst üblichen 40 - 45 Minuten zu erreichen.
Tonregie und Sounddesign von Dirk Posner sind mehr als gelungen. Im Gegensatz zu früher, bekommt man inzwischen eine Vielzahl unterschiedlichster Geräusche präsentiert, die das Geschehen lebendiger und die Schauplätze realer wirken lassen. Um die Kleinsten nicht zu erschrecken, gibt es hier auch "nur" ganz normalen Regen, kein Gewitter mit Blitz und Donner. Darüber hinaus werden etliche Sätze der Sprecher mit lustigen "Comicsounds" akzentuiert, um die entsprechende Szene noch humorvoller zu gestalten. Musikalisch nimmt man sich aber nach wie vor zurück. Außer der hitverdächtigen Titelmelodie, die zum Anfang und Ende des Hörspiels erklingt, gibt es nur noch etwas Kastagnetten-Klappern und eine kurz angeschlagen Harfe.

Zu den Sprechern:
Genau wie ihr Vorgänger Tom Deininger, ist auch Monica Deininger nicht nur die Erzählerin, sondern aktiv am Geschehen beteiligt. Interessanterweise gibt es aber auch zwischen ihr und den Gartenbewohnern keine Interaktion, selbst dann nicht, wenn sie sich in deren unmittelbarer Nähe aufhält. Sie agiert quasi parallel zum "tierischen" Geschehen und ist, mangels Gesprächspartner, auf reine Selbstgespräche angewiesen. Diese sind aber sehr gut intoniert und jederzeit glaubhaft. Kathrin Bachmann(Monika Häuschen) macht wieder viel Spaß als titelgebende Schnirkelschnecke. Ihre Darstellung ist einfach zu niedlich, wenigstens bis zu dem Zeitpunkt, wo sie etwas eifersüchtig wird und ihre Stimme einen scharfen, bestimmenden Unterton bekommt. Bachmann macht ihre Sache so gut, daß man sie sofort trösten möchte, nachdem sie, aufgrund der falschen Anschuldigungen, bitterlich zu weinen anfängt. Steffen Lukas(Ganter Günter) sorgt wie immer für das Hintergrundwissen, und Tobias Künzel(Regenwurm Schorsch) ist nach wie vor großartig als aufmüpfiger Naseweis, der so gern gegen Günter stichelt. Gastsprecherin Rebecca Siemoneit-Barum(Nacktschnecke Nadine) wird vielen Hörern durch TV- Auftritte, vor allem als Iphigenie "Iffi" Zenker in der "Lindenstraße", ein Begriff sein. Ich muss zugeben, daß ich ihre Stimme nicht wiedererkannt habe, was wohl vor allem daran liegt, daß sie hier sehr kindlich spricht. Ihre Darstellung der verfressenen, intriganten und lügenhaften Nacktschnecke, ist jedenfalls sehr amüsant, und sie legt die Rolle so sympathisch an, daß man ihr nicht wirklich böse sein kann.

Fazit:
Erstklassige Unterhaltung für Groß und Klein.

Das Hörspiel Monika Häuschen - Warum haben Nacktschnecken kein Haus?
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Keeper of the Monsters

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