INDIZIERTE Plakate oder .. der Fluch und Reiz des Verbotenen

Früher ließen sie unsere Kinderaugen leuchten, heute kosten sie ein Vermögen...

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Re: INDIZIERTE Plakate oder .. der Fluch und Reiz des Verbot

Beitrag von Harryzilla » Sa 19.03.2016, 22:11

@ Sokura,

der Film "Der Planet Saturn läßt schön grüßen" erschien zu Beginn der damaligen Zombiefilmwelle. Vermutlich wurde das Plakat deshalb zurück gezogen und mit dem Zombie-Aufdruck neu versehen um noch mehr abzucashen.
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Re: INDIZIERTE Plakate oder .. der Fluch und Reiz des Verbot

Beitrag von Sokura » So 20.03.2016, 19:17

@ Harry

HUHU

Jepp… gute Idee und so kann es gewesen sein. Immerhin gibt es ja für die Vorgehensweise damals im Bereich der Zombiefilm – Welle einige Beispiel.

Da fällt mir mal direkt auch dieses Beispiel ein: Das Schloss des Grauens (La Vergini di Norimberga) - Italien 1963

1ste WA – Plakat von AB Film

Bild

Alternativ – Titel zur Zombie-Welle, auch zur AB – Film – WA

Bild

Nun wurde aus dem Schloss mal eben schnell eine Gruft mit lebenden Leichen. :o

Viele Grüße

Stefan / Sokura

PS .. einer meiner absoluten Lieblingshorrorfilme aus den 60er Jahren.

Übrigens mit eine absolut genialen und UNCUT !!!!!!! – DVD :D (weil man hier zum ersten Mal die wahre Hintergrundgeschichte des Films erfährt, welche immer in Deutschland heraus geschnitten wurde), bei der ich damals ein gaaaanz kleines bisschen mitarbeiten durfte.

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Re: INDIZIERTE Plakate oder .. der Fluch und Reiz des Verbot

Beitrag von Harryzilla » So 20.03.2016, 19:26

Schön, dass wenigstens du diesen wundervollen Thread am Leben erhältst. :-X
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Re: INDIZIERTE Plakate oder .. der Fluch und Reiz des Verbot

Beitrag von Dinosaur Valley » Mo 21.03.2016, 06:39

Vielen Dank für deine Mühen.

Dann muss ich mal schauen, das ich davon ein großes Bild kriege ;-)

Und das Remake war leider solala von Caprona ;-(

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Re: INDIZIERTE Plakate oder .. der Fluch und Reiz des Verbot

Beitrag von Sokura » Fr 25.03.2016, 17:56

HUHU

Dann mal noch ein Beispiel für die Indizierung eines Filmplakates.

The Road to Guantánamo ist ein Dokumetar - Dramafilm über drei britische Häftlinge im amerikanischen Gefangenenlager in Guantanamo Bay auf Kuba. Der Film erhielt den Silbernen Bären für die Beste Regie bei der Berlinale 2006 in Deutschland.

Ursprünglich sollte das Plakat in den USA so aussehen:

Beispiel #19

Bild

The Road to Guantánamo
EA März 2006

Das Plakat wurde nach dem Druck sofort verboten und erst in dieser Form wieder freigegeben:

Bild

Obwohl es sich ja nun um ein relativ aktuelles Plakat handelt, ist es relativ schwer zu bekommen, was für beide Versionen gilt.

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Re: INDIZIERTE Plakate oder .. der Fluch und Reiz des Verbot

Beitrag von Dinosaur Valley » Fr 25.03.2016, 18:05

Etwas unspektakulär im Vergleich zu einigen anderen ;-(

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Re: INDIZIERTE Plakate oder .. der Fluch und Reiz des Verbot

Beitrag von Astro » Fr 25.03.2016, 23:17

Dinosaur Valley hat geschrieben:Etwas unspektakulär im Vergleich zu einigen anderen ;-(
Dafür brisanter.
Keep calm and ssskreeeonkg.

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Re: INDIZIERTE Plakate oder .. der Fluch und Reiz des Verbot

Beitrag von Sokura » Do 31.03.2016, 15:50

HUHU

Einen schönen Donnerstag und vorab
Dinosaur Valley hat geschrieben:Etwas unspektakulär im Vergleich zu einigen anderen ;-(
Vielleicht, aber es ist nicht immer einfach nur und ausschließlich bei diesem Thema die Generes Horror und Science Fiction zu bedienen, wobei ich persönlich bei dem Thema Verbot und Indizierung gerade auch andere Plakate sehr spannend finde.

So viele verbotene Plakate (oder eben auch Aushangfotos) gibt es nun auch nicht und finden muss man sie nun auch …. .

Aber zurück zum Thema und dann doch mal wieder etwas aus der Horror – Ecke. :)

Zum (für mich) sehenswerten Film "Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes" wurde eigentlich weltweit ein sehr einheitliches Motiv verwendet, auf dem der real oder gezeichnete Kopf von Dr. Phibes zu sehen war (Deutschland ist hier mit dem gezeichneten Kopf mit eine Ausnahme, wobei auf dem Plakat ja auch der Kopf als Foto real abgebildet ist).

Beispiel #20

Bild

Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes (hier das US 1sheet)
EA 1971

Einzig, die Engländer mochten das Plakat und den Kopf vom Dr. so ganz und gar nicht, das Motiv wurde grundsätzlich indiziert und auf allen Plakaten in England musste der Kopf mit einem Überkleber (Text: „The authorities will not permit this face to be shown on advertisements“) versehen werden. Danach sah es so aus:

Bild

Bekannt ist sicher, dass es 1972 mit Die Rückkehr des Dr. Phibes (Dr. Phibes rises again) eine Fortsetzung gab, welche meiner Meinung nach bei weitem (wie so oft) nicht an den 1sten Teil heran reicht.
Indizierungen hier gab es, so weit ich weiß, nicht.

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Re: INDIZIERTE Plakate oder .. der Fluch und Reiz des Verbot

Beitrag von hombrelobo » Di 29.11.2016, 00:33

Super spannendes Thema, das - falls jemand sich der Sache annehmen wollen würde - sich auch sehr gut in CREEPY*IMAGES machen würde.

Nur eine erbsenzählerische Anmerkung hätte ich: Bezogen auf das das deutsche Matierial sind die Begriffe "indiziert" oder gar "verboten" imho nicht zutreffend, auch wenn ich natürlich weiß wie es gemeint ist. Imho mußte das Werbematerial für den öffenltichen Aushang zuerst der FSK vorgelegt und von dieser freigegeben werden. Die beanstandeten Plakate und Aushangfotos sind also nicht verboten oder indiziert sondern schlicht nicht für den Aushang freigegeben worden.

Das ist auch der Grund weshalb manche Verleihfirmen dieses Teil trotzdem mit entsprechenden Hinweise ("Information für Kinobetreiber") an die Kinos rausgegeben haben, vielleicht auch hier und da in der Hoffnung, dass es dem Kinobesitzer wumpe ist (meist sind diese Hinweise nur rückseitig angebracht).

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Re: INDIZIERTE Plakate oder .. der Fluch und Reiz des Verbot

Beitrag von Sokura » Do 08.12.2016, 12:47

hombrelobo hat geschrieben: .... Nur eine erbsenzählerische Anmerkung hätte ich: Bezogen auf das das deutsche Matierial sind die Begriffe "indiziert" oder gar "verboten" imho nicht zutreffend, auch wenn ich natürlich weiß wie es gemeint ist. Imho mußte das Werbematerial für den öffenltichen Aushang zuerst der FSK vorgelegt und von dieser freigegeben werden. Die beanstandeten Plakate und Aushangfotos sind also nicht verboten oder indiziert sondern schlicht nicht für den Aushang freigegeben worden....
HUHU

Gar nicht erbsenzählerisch :) .. Du hast ja Recht!!! Besser hätte man es nicht schreiben können!!!

Gerade bei den Aushangfotos, welche durch die FSK beanstandet wurden, trifft es genau zu. Beste Beispiele, um nur mal 2 zu nennen, sind "James Bond - Feuerball" mit (ich glaube) 3 verbotenen AF oder "Der Fluch von Siniestro" mit einem wunderschönen Werwolf - Motiv, welches nicht frei gegeben wurde.

Stefan / Sokura

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Re: INDIZIERTE Plakate oder .. der Fluch und Reiz des Verbotenen

Beitrag von Sokura » Mo 05.03.2018, 18:47

HUHU :klatsch:

Ewig nicht mehr hier geschrieben und da mir durch Zufall dies heute „unter gekommen“ ist dachte ich mir, es wäre mal wieder Zeit.

Auch in Italien werden Plakate indiziert bzw. verboten.

Hier ein Beispiel für den Film aus dem Jahr 2014.

Der Hintergrund ist, sofern noch nicht bekannt, spannend:

Der Film basiert auf einem Faketrailer :lol: der Filmemacher Jon Watts und Christopher D. Ford, die diese 2010 auf YouTube hochladen. In diesem Faketrailer wurde Eli Roth als Produzent genannt, der daraufhin immer wieder auf den Film angesprochen wurde. Anstatt die beiden Filmemacher zu verklagen, beteiligte er sich an der Produktion des Filmes. Der Film wurde 2013 in Ottawa gedreht und fertiggestellt. Eli Roth ist in einem Cameo als Clown Frowny zu sehen.

Ursprünglich war in Italien dieses Plakat geplant:

Bild

Dies erschien aber zu hart, es wurde verboten und so wurde es am Ende in den italienischen Kinos verwendet:

Bild


Viele Grüße

Sokura

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Re: INDIZIERTE Plakate oder .. der Fluch und Reiz des Verbotenen

Beitrag von Sokura » Do 19.04.2018, 13:18

HUHU :klatsch:

Seit längerer Zeit mal wieder hier eine Ergänzung zum Thema Zensur, Verbot und die FSK, wobei nachfolgend natürlich die FSK der 50er Jahre im Vordergrund steht.

Nicht wundern … es geht nicht um Filmplakate doch es war mir persönlich neu, dass bereits ab Mitte der 50er dies sich nicht nur auf Filmplakate auswirkte sondern auch auf Comics. Gestern bin ich über eine Webseite zu diesem Thema gestolpert und ich fand es einfach spannend. Daher auch die Ergänzung hier im Beitrag.

Vorab: Warum wurden Comics bereits so früh zensiert? Hier die (einfache) Antwort, die eben auch den direkten Bezug zu Kinoplakaten herstellt:

Aber ein wesentlicher Nachteil bei dem Vertrieb von Comics am Kiosk, war zum Beispiel ganz im Gegensatz zum Kinogeschäft, dass niemand am Kiosk das Alter der Kinder verbindlich feststellen konnte, die gerade die Hefte kauften. Also wurde die niedrigste Alterstufe zugrunde gelegt - und das waren die Sechsjährigen. Lehnings Großbände wurden somit „freigegeben ab 6 Jahren“ verkauft und waren deshalb auch dementsprechend verharmlost und von allem abenteuerlich Brutalem entschärft! (Quelle: Interview mit dem Autor der Enzyklopädie deutscher Piccolo-Bilderhefte).

Nun zwei wirklich drastische Beispiele der Zensur.

Bemerkenswert :o für mich ist, dass die FSK keinerlei Rücksicht auf inhaltliche Aspekte genommen hat sonder einzig ihre (moralischen?!) Grundsätze durchgesetzt hat.

Beispiel #1 – Das Schwert trifft … oder auch nicht!

Bild

Man beachte bitte das Schwert auf Bild 1. Zuerst trifft es den Gegner im Entwurf, nach Prüfung wurde der Gegner verschont.

Bild

Beispiel #2 – Am Galgen … oder lieber doch nicht!

Bild

Man beachte bitte Sigurd und die Schlinge auf dem ersten Bild. Sollte er im Entwurf mit der Schlinge um den Hals aufgehängt werden, so gibt es die Gefahr für ihn nach der Prüfung nicht mehr.

Bild

Hoffentlich war der kleine Comic – Exkurs okay. Beim nächsten Posting von mir wird es wieder zurück zu den Plakaten gehen.

Viele Grüße

Sokura

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