Rezension: Morgenstern - 01 - Leben und Sterben

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MonsterAsyl
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Rezension: Morgenstern - 01 - Leben und Sterben

Beitrag von MonsterAsyl » Di 03.12.2013, 19:47

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Morgenstern - 01 - Leben und Sterben

Zum Inhalt:
Nachdem er niedergeschossen wurde, hat Christian Morgenstern seinen Dienst bei der Polizei quittiert und ist Privatdetektiv geworden. Er hält sich mit kleineren Aufträgen über Wasser. Eines Tages wirde er bei einer Routine-Obsveration Zeuge, wie ein Crystal Meth-Abhängiger gewaltsam versucht, seinen Stoff an Jugendliche zu verkaufen. Als die Situation eskaliert, greift der Detektiv ein und kann so gerade noch das Schlimmste verhindern. Kurz darauf erhält er den Auftrag, eine baufällige Ruine zu überwachen. Auch dort trifft er wieder auf Konsumenten der gefährlichen Droge. Ganz Potsdam scheint fest in der Hand der skrupellosen Dealer zu sein. Und dann ist da noch die Sache mit Julie.


Zur Produktion:
Mit "Morgenstern" macht das Label Folgenreich, welches für seine hervoragenden Hörspielserien, wie "Dorian Hunter" oder "Die Elfen" bekannt ist, erstmals den Schritt in Richtung Hörbuch und E-Book. Letzteres erreicht dann auch die Konsumenten, die es bevorzugen, Geschichten selbst zu lesen, anstatt sie zu hören. Inhaltlich bleibt es sich gleich, ob man nun zum E-Book greift oder nicht, da die Hörbuchversion ungekürzt ausfällt. Erwähnenswert ist noch, daß es eine reine E-Book-Folge 0 mit dem Titel "Ich bin tot" gibt. Ich persönlich finde das schade, denn mir wäre eine derartige Einführungsfolge in vorgelesener Form sehr recht gewesen, um mich mit dem Charakter vertrautzumachen und vor allem mehr über seinen Hintergrund zu erfahren. Autor und Sprachregisseur Raimon Weber wird ja unter anderem deswegen in der Hör-Welt geschätzt, weil er es versteht, seinen Geschichten einen übergeordneten Handlungsbogen zu geben, der sich Folge für Folge weiter erschließt und so am Ende ein fesselndes Ganzes schafft. Vermutlich ist das gleiche Konzept auch für "Morgenstern" vorgesehen, aber was man hier inhaltlich zu hören bekommt, verläuft einfach zu unbefriedigend. Sämtliche Erzählstränge werde nur angerissen, und der Detektiv hat nicht mal den kleinsten, wie auch immer gearteten, Erfolg zu verbuchen. Ich mag ja normalerweise folgenübergreifende Stories recht gern, aber die einzelnen Episoden sollten doch wenigstens einigermaßen in sich abgeschlossen sein, sonst wird es kaum gelingen, auch Gelegenheitshörer bzw. Quereinsteiger für die neue Serie zu gewinnen.
Da es sich hier um ein Hörbuch handelt, dürfte man eigentlich, abgesehen von der Sprecherregie, von der Produktion nicht viel erwarten. Erfeulicherweise hat sich Folgenreich aber entschlossen, das Ganze als inszenierte Lesung zu veröffentlichen. Schnitt, Sounddesign und Mischung liegen in den bewährten Händen von ear2brain productions, die ihr Können unter anderem bereits bei "Don Harris" und "Star Wars - The Clone Wars" unter Beweis gestellt haben. Die inszenierten Abschnitte sind auch ausgezeichnet gemacht, die Atmosphäre der baufälligen Hausruine wird z.B. durch tropfendes Wasser, Flaschenklimpern oder Plastiktütenrascheln unterstrichen und könnte kaum wirklichkeitsgetreuer ausfallen. Zu meinem Bedauern gibt es jedoch viel zu wenige solcher Szenen, und umso steriler wirkt dann leider der Rest. Die stimmige, immer vorantreibende Musik steuert Andreas Meyer mithilfe von E-Gitarre, Klavier, Schlagzeug, Synthesizer und Bass bei.


Zu den Sprechern:
Olaf Reitz(Christian Morgenstern) machte seine erste Sprecherfahrung bei dem vielbeachteten Hörspiel "Störung Hemisphäre Nord" und hat seitdem diverse Lesungen gehalten. Seine Stimme, die leicht rau ist, passt gut zu dem Privatdetektiv Morgenstern. Aber obwohl er sich bemüht, diese hin und wieder zu verändern, indem er beispielsweise die Frauenrollen etwas weicher spricht, legt er für meinen Geschmack oft zu wenig Emotion in seinen Vortrag. Insbesondere beim Ausdruck starker Gefühle, wie etwa Wut und Verzweiflung, bleibt er viel zu blass. Auch mit dem Sprechtempo hatte ich so meine Schwierigkeiten. Reitz behält eigentlich immer genau das gleiche bei und verpasst so die Gelegenheit, einzelnen Sätzen größeres Gewicht zu verleihen. Aber vielleicht sollte das ja auch genau so sein, denn schliesslich hat Raimon Weber selbst für die Sprachregie gesorgt.
Walter Wiegand, der als weiterer Sprecher genannt wird, ist hauptsächlich dazu da, einigen der bösen Buben durch kurze, markante Sätze Leben einzuhauchen.


Fazit:
Für mich eher wenig beeindruckende Eröffnungsfolge um den Privatdetektiv Christian Morgenstern.

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