Rezension: Charles Baudelaire - Die künstlichen Paradiese

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MonsterAsyl
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Rezension: Charles Baudelaire - Die künstlichen Paradiese

Beitrag von MonsterAsyl » Do 17.03.2011, 16:04

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Charles Baudelaire - Die künstlichen Paradiese

Zum Inhalt:
Verschiedene Künstler vertonen Charles Baudelaires "Berauschet Euch" oder lassen sich davon inspirieren.

Zur Produktion:
Charles Baudelaire(1821-1867) zählt wohl zu den bedeutensten französsichen Lyrikern der europäischen Moderne. Grundlage dieser akustischen Interpretationen ist sein Gedicht "Berauschet Euch", das mit seinem Essay: Die Künstlichen Paradiese(Les paradis artificiels, opium et haschisch), welches er im Jahr 1860 auf der Höhe seines Ruhms geschrieben hat, zu einer Klangkollage verflochten wird. Obwohl HörbucHHamburg das Werk als Hörspiel mit Musik vermarktet, geht Regisseur Kai Grehn hier völlig neue Wege. Drei Schauspieler, Alexander Fehling(Essay), Jeanne Moreau(Enivrez-Vous) und Jule Böwe(Musik[La Musique]) lesen Baudelaires Texte, wobei Frehlings Part immer wieder von zwölf Musikeinlagen diverser Künstler unterbrochen wird. Unter diesen befinden sich so illustre Namen wie Anne Clark, Nouvelle Vague, Tarwater, Tuxedomoon und Ulver. Die Co-Produktion aus dem Jahr 2011, zwischen Radio Bremen, hr2 Kultur,rbb und SR, ist interessant und abwechslungsreich gestaltet, auch wenn sie insgesamt eher einem Hörbuch als einem Hörspiel ähnelt. Da "Die künstlichen Paradise" Kinder und Jugendliche, die nicht genau zuhören, immer noch zum Drogenkonsum verführen könnte, gibt es bei Amazon.de eine Altersempfehlung ab 16 Jahre. Grehns Hörspiel "Atemschaukel" ist bereits für den Hörbuchpreis 2011 nominiert, und es würde mich nicht wundern, wenn diese Ehre auch der vorliegenden CD zuteil würde. Den vollständigen Text der künstlichen Paradiese kann man auf der Webseite: http://gutenberg.spiegel.de/buch/1364/1 nachlesen.

Zu den Sprechern:
Alexander Fehling, den man unter anderem in den Kinofilmen "Inglorious Basterds" und "Goethe" bewundern konnte, liest das Essay dynamisch und mit viel Gespür für die Thematik. Seine angenehme Art des Vortrags vermittelt dem Hörer ein beinahe freundschaftliches Gefühl. Jule Böwe, eine bekannte Theater- und Filmschaupielerin, die einige noch von ihrer Hauptrolle in der Komödie "Schwarze Schafe" kennen dürften, gibt eine eindringliche Lesung des von ihr gewählten Textes zum Besten. Bei ihr fühlt man förmlich so starke Emotionen wie Wehmut und Verzweiflung. Highlight der Sprecher dürfte aber die durch den Film "Jules et Jim" zu Weltruhm gelangte Schauspielerin Jeanne Moreau sein. Sie liest das Gedicht "Berauschet Euch" und den Epilog in französisch, und ihre altersbedingt rauhe Stimme verleiht dem Vortrag eine ganz besondere Intensität, selbst wenn man der Sprache nicht mächtig sein sollte.

Fazit:
Ich empfehle unbedingt einen Besuch der künstlichen Paradiese, nicht nur um sich Baudelaire zu nähern, sondern auch wegen der überaus vielfältigen musikalischen Auslegungen.

Das Hörspiel Charles Baudelaire - Die künstlichen Paradiese gibt es bei Amazon.de.
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Zuletzt geändert von MonsterAsyl am Mo 18.07.2011, 19:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Paul Naschy
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Beitrag von Paul Naschy » Do 17.03.2011, 23:19

danke! für jemanden, der gerne unterwegs einen strauß blumen des bösen (das gelbe reclam) bei sich trägt, ein hervorragender tipp +++

Captain Blitz
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Beitrag von Captain Blitz » Di 12.04.2011, 12:11

Ich kann mit dem Ding nicht so viel anfangen, war mir zu sehr auf Kunst getrimmt und ist wohl eher für Leute interessant, die sich gerne bewusstseinserweiternde Substanzen reinfahren, also nicht für mich.

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