Rezension: Monika Häuschen - 47 - Warum haben Schildkröten keine Zähne?

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MonsterAsyl
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Rezension: Monika Häuschen - 47 - Warum haben Schildkröten keine Zähne?

Beitrag von MonsterAsyl » Fr 07.07.2017, 16:07

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Monika Häuschen - 47 - Warum haben Schildkröten keine Zähne?

Zum Inhalt:
Eines Morgens beschließen Monika Häuschen und Schorsch, der Regenwurm, im Garten auf Schatzsuche zu gehen, während ihr gemeinsamer Freund, der gelehrte Ganter Günter, von der Idee überhaupt nichts hält und lieber weiter sein Frühstück futtert. Zunächst finden die beiden auch nichts, aber dann fällt Schorsch ein, daß Piraten ihre Schätze ja immer vergraben haben. Sofort fängt er an zu buddeln und fördert dabei Erstaunliches zutage...

Zur Produktion:
Es ist inzwischen ein gutes halbes Jahr her, daß die letzte Folge dieser Reihe veröffentlich wurde. Zufällig kam gestern mein 12-jähriger Neffe, schon seit seiner Kindergartenzeit ein Monika Häuschen-Fan, vorbei und fragte mich ganz besorgt, ob es sein könne, daß die Serie beendet worden sei, da man ja die Nr.46 als Abschluss sehen könne und es so lange keine neue Folge mehr gegeben habe. Als ich ihm die beiden aktuellen CDs zeigte, war er beruhigt und freut sich jetzt sehr auf deren Erscheinen. Ich muss zugeben, mir war die lange Pause gar nicht aufgefallen, da ich ja auch viele andere Hörspielreihen höre. An eine Einstellung hätte ich aber auch nie gedacht, sondern viel eher, daß Autorin Kati Naumann vielleicht noch auf Ideensuche für die nächsten Folgen wäre. Letzteres scheint aber nicht der einzige Grund für die Monika-lose Zeit gewesen zu sein, doch dazu später mehr.
Was diese Folge angeht, muss ich zugeben, ein wenig voreingenommen zu sein, denn unsere ganze Familie besteht aus Schildkrötenfreunden. Ich hatte mich schon gefragt, wie das Panzertier denn in den Garten kommen würde, da die Abbildung auf dem Cover eher nach einer griechischen Landschildkröte als einer Sumpfschildkröte (um die handelt es sich hier) aussieht. Als Fan der Reihe weiß man allerdings, daß es in der Nähe einen Gänseteich und damit einen Lebensraum gibt, der die Herkunft erklären kann. Wie immer erzählt Skriptautorin Kati Naumann die knapp 46 Minuten dauernde Handlung mit viel Humor und Phantasie (Schorschs "archäologische Funde" sind ein guter Beweis dafür), und trotz meines Vorwissens habe ich noch einiges dazugelernt. Beispielsweise war mir nicht bekannt, daß Sumpfschildkröten, aufgrund ihrer "Saug-Schnapp"-Art der Nahrungsaufnahme, nur im Wasser fressen können oder daß die Brutzeit 60 Tage dauert und die Umgebungstemperatur dabei ausschlagsgebend für das Geschlecht der Tiere ist. Auch die Hörspieltitel-gebende Frage, warum Schildkröten keine Zähne haben, wird selbstverständlich zufriedenstellend beantwortet.
Wie schon erwähnt, scheint es noch andere Ursachen für die Veröffentlichungspause zu geben. Regisseur und Erzähler Tom Deininger ist ja bereits in der letzten Folge (Monika Häuschen - 46 - Warum verreisen Gänse im Winter?) zu einer "Weltreise" aufgebrochen und hat den Erzählerpart an seine "Cousine Berta", sprich Monica Deininger, abgegeben. Die Gründe für den Wechsel kenne ich nicht, aber ich hoffe, daß es im Falle von Herrn Deininger "nur" Terminschwierigkeiten sind und nicht etwa eine angeschlagene Gesundheit dahintersteckt. Allerdings hat er auch die Regie abgegeben und Kati Naumann diese Arbeit nun mit übernommen. Die Regie von Tom Deininger war immer gut, und ich möchte mich bei dieser Gelegenheit für seine tolle Arbeit in 46 Folgen bedanken. Ob Frau Naumann bereits über Erfahrungen auf diesem Gebiet verfügt, kann ich nicht sagen. Fakt ist aber, daß ihr "Erstlingswerk" sehr zufriedenstellend ausfällt. Darüber hinaus mag ich die Idee, daß die Autorin auch diese Funktion übernimmt, denn wer wüsste besser, wie die einzelnen Sprecher agieren sollen, als die Schöpferin der Figuren selbst?
Die Produktion liegt weiterhin in den bewährten Händen von Tobias Künzel, der auch den "Schorsch" spricht. Musikalisch bleibt es bei dem lustigen, temperamentvollen Titellied, die eingesetzen Geräusche fallen eher spärlich aus. So wird beispielsweise der Garten als Lokalität lediglich durch Vogelzwitschern belebt. Etwas mehr Töne gibt es dann innerhalb von Bertrams Haus, nämlich der Wasserkocher mit anschließendem Eingießen, die quietschende Tür oder das klingelnde Telephon. Neben dem verbalen Humor, werden auch die Geräusche dafür genutzt, das Geschehen etwas aufzulockern. Besonders lustig sind z.B. die eingespielten Schaufelklänge, wenn Schorsch anfängt, das Gemüsebeet umzugraben. Auch die Effekte können sich hören lassen. Wenn Cousine Berta im vollkommen resonanzfreien Schuppen spricht, wird ihre Stimme derart gefiltert, daß sie "trocken" klingt, und wenn sich Noni in ihrern Panzer zurückzieht, wird ihre Stimme mit Hall unterlegt. Am gelungensten finde ich die Art und Weise, wie man Schorsch während seiner Grabungen akustisch verändert hat. Innerhalb der Erde spricht er dumpf und hohl, aber an der Oberfläche angekommen, wieder mit räumlich weitem Klang.

Zu den Sprechern:
Monica Deininger(Erzählerin) ist ein gelungener Ersatz für Tom Deininger. Was das Alter angeht, klingen beide ähnlich, und auch ihre Art und Weise, den Text vorzutragen, gleicht sich. Genau wie Tom, legt auch Frau Deininger viel Emotion in ihren Vortrag und nimmt so im Part der Erzählerin aktiv am Geschehen teil. Hach, Kathrin Bachmann(Monika Häuschen) ist als titelgebende Schnirkelschnecke einfach zu niedlich. Ich amüsiere mich immer köstlich, wenn es für sie "gefäääääährlich" wird oder sie, wie in diesem Fall, pikiert über das etwas genuschelte Wort "Archäologe" reagiert. Ebenso witzig ist Steffen Lukas(Ganter Günter) in seiner Rolle des gelehrten Ganters, dessen gute Laune ein wenig von Schorschs unsinnigen, aber für den Hörer spaßigen Anmerkungen getrübt wird. Über seine Bemühungen, den Freunden zu erklären, daß es sich bei Noni um eine Schildkröte und keine Krötenart handelt, habe ich herzhaft gelacht. Mein Liebling des Trios ist und bleibt aber Tobias Künzel(Regenwurm Schorsch), der schnell ärgerlich wird, wenn etwas nicht so funktioniert, wie er es möchte. Sein emotionaler Ausspruch: "So ein Mist aber auch, das ist ungerecht!" darf einfach in keiner Folge fehlen. "Tier-Gaststar" ist diesmal Ina Lucia Hildebrand(Schildkröte Noni), die ihren Text mit der für ein solches Panzertier gebotenen Langsamkeit spricht. Schildkröten wirken ja von ihrem Gesichtsausdruck her immer etwas grummelig und bewegen sich oft lange nicht. Genau diese Ausstrahlung überträgt Frau Hildebrand auch auf ihr Portrait der leicht genervten Schildkröte, die am liebsten Pause macht. Tom Deiningers(Cousin Bertram) Stimme bekommt man hier nur kurz während eines Anrufs zu hören.

Fazit:
Großartige Rückkehr der beliebten Schnirkelschnecke.

Das Hörspiel Monika Häuschen - 47 - Warum haben Schildkröten keine Zähne?
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