Rezension: Monika Häuschen - 46 - Warum verreisen Gänse im W

Von Pettersson und Findus bis hin zu den Drei Fragezeichen - Hier wird das kindliche Ohr gefüttert
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MonsterAsyl
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Rezension: Monika Häuschen - 46 - Warum verreisen Gänse im W

Beitrag von MonsterAsyl » Di 06.12.2016, 19:51

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Monika Häuschen - 46 - Warum verreisen Gänse im Winter?

Zum Inhalt:
Der Winter naht, und damit wird es für die Zugvögel Zeit, in den Süden zu fliegen. Doch merkwürdigerweise hat es Ganter Günter überhaupt nicht eilig. Als seine besorgte Mutter Gertrud ihn abholen will, teilt er ihr mit, daß er diesmal mit einer anderen Gruppe ziehen wird. Günter hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, zusammen mit seinen Freunden, der kleinen Schnirkelschnecke Monika Häuschen und dem Regenwurm Schorsch, auf die Reise zu gehen. Das ist aber eigentlich nur eine Ausrede, denn auch Günter weiß, daß es viel zu gefährlich für seine Freunde wäre. Doch warum weigert er sich in Wahrheit, die anderen Gänse zu begleiten, und was für eine Rolle spielt Ganzilla dabei?

Zur Produktion:
Ich bin immer wieder begeistert, wie mühelos und unterhaltsam es der Autorin Kati Naumann gelingt, so viel Wissenswertes in ihren amüsanten Geschichten unterzubringen. Allein was man hier über Zugvögel erfährt, genügt schon, um auch nach zwei- oder dreimaligem Hören immer noch eine neue Information in sich aufnehmen zu können, die einem vorher vielleicht entgangen ist. Langweilig wird da so schnell nichts!
Neben dem schon erwarteten Rezept (Bananenkekse), geht es diesmal sehr detailliert um Vögel, die im Winter nach Süden ziehen. Mir war beispielsweise nicht bekannt, daß diese allein aus Futtermangel das Land verlassen, die warmen Temperaturen im Süden aber keine Rolle spielen. Besonders interessant finde ich die Erklärung, warum alle Vögel kalte Füße haben und wie das mit dem "Wärmetauscher" funktioniert. Mindestens ebenso spannend ist auch die Art und Weise, wie sich Stare gegen Raubvögel verteidigen. Was diese Hörspielreihe aber so besonders macht, ist die gelungene Kombination von wissenswerten Fakten und "zwischenmenschlichen" Aspekten, welche in die Handlung einfließen. Denn ganz so, wie bei einem Kinderhörspiel üblich, agieren die tierischen Protagonisten eher menschlich. So macht sich Schorsch beispielsweise über Günters (Schlaf-)Mooskissen lustig, während Monika diese Angewohnheit, und damit auch den Ganter, verteidigt. Ein wichtiges Thema in dieser Folge ist: lernen, den Mut aufzubringen, andere um Hilfe zu bitten, gerade auch, wenn man selbst als "stark" gilt und Angst hat, sich deshalb zu blamieren.
Kati Naumann hat das ganz wunderbar und mit viel Humor gelöst. Allein schon, Günters Peiniger "Ganzilla" zu nennen, ist eine großartige Idee. Daß Gertrud ihrem Sohn Günter gleich mehrere Lösungsvorschläge anbietet, zeigt, wie ernst sie seine Sorgen nimmt. Ach ja, innerhalb der Gesichichte wird auch ein Bezug zum vorangegangenen Teil (45 - Warum schimpfen Spatzen?) hergestellt. Das fällt aber nur auf, wenn man diesen ebenfalls kennt und spielt für das Verständnis der Folge keine Rolle.
Sehr zum Leidwesen meiner Nachbarn, mag ich den dynamischen, von Klaus Brotmann komponierten und von Kati Naumann getexteten Titelsong sehr, und ich befürchte, das ganze Haus bekommt mit, wenn bei mir eine Folge von Monika Häuschen läuft. Im Gegensatz zu anderen Produktionen, ist dies aber auch die einzige Musik, welche man während des Hörspiels hört. Ich finde das ganz angenehm, denn mit diesmal knapp 44 Minuten ist die Geschichte ohnehin schon recht lang für die angestrebte Zielgruppe ab 3 Jahren, und Zwischenmelodien würden die Laufzeit nur noch unnötig weiter ausdehnen.
Bei den Geräuschen herrschen, thematisch bedingt, die unterschiedlichen Vogelstimmen vor, denn auf der Gänseteichwiese hat sich so ziemlich jeder Vogel eingefunden, der in den Süden ziehen muss. Angefangen bei den Gänsen, über Kraniche und Störche, bis hin zu den Staren. Neben diesen Natur-Tönen kommen aber auch technische, wie das heranfahrende Auto oder ein Mixer zum Einsatz. Die Effekte beschränken sich auf die Verwendung eines Filters, der Monikas und Schorschs Stimme dumpf klingen lässt, um so darzustellen, das sich die beiden unter der Erde befinden.

Zu den Sprechern:
Wie gewohnt begleitet Tom Deininger(Erzähler) den Hörer während des gesamten Hörspiels und kommentiert dabei das Geschehen bzw. zieht die für Kinder verständlichen Paralleln zwischen Tieren und Menschen. Exemplarisch sei der Vergleich mit der Autobahn in Bezug zum "Wärmetauscher" in den Vogelfüßen genannt. Da auch sein Charakter auf Reisen geht, hätte ich mir diesmal allerdings einen etwas aufgeregter klingenden Deininger gewünscht. Hauptfigur Kathrin Bachmann(Monika Häuschen) ist immer wieder ein Vergnügen fürs Ohr. Es ist einfach zu niedlich, wenn sie aufgrund der anstehenden möglichen Reise Panik bekommt und sich mit ihrem "gefäääährlich" in ihr Häuschen verkriecht. Der stets schulmeisterlich wirkende Steffen Lukas(Ganter Günter) darf hier ausnahmsweise mal unsicher agieren, was ihn aber überaus sympathisch wirken lässt. Es macht einfach Spaß, wie er aus lauter Verlegenheit ins Stottern gerät und sich dann letztlich doch einen Ruck gibt, um seinen Freunden alles zu erzählen. Tobias Künzel(Regenwurm Schorsch) ist wieder hervorragend als ewig mosernder Dauerpessimist, der sich über Günter lustig macht, es aber kaum abwarten kann, trotz aller Umstände, endlich auf Reisen zu gehen.
In dieser Folge gibt es gleich zwei Gastsprecher. Die bekannte Sängerin und Schauspielerin Angelika Mann(Gans Gertrud) ist eine pefekte Besetzung für Günters Mutter. Sie spielt ihre Rolle mit viel Elan und entspricht ganz dem Klischée der herzlichen, etwas gluckenhaften Mama. Es hat mich gefreut, endlich auch einmal die berühmte Cousine des Erzählers, Monica Deininger(Cousine Berta), zu Gehör zu bekommen. Sie hat eine sympathisch klingende Stimme, der man die Begeisterung für ihren Part deutlich anhört.

Fazit:
Ich bedauere jetzt schon, daß sich die kleine Schnirkelschnecke mit dieser Folge in den Winterschlaf verabschiedet und freue mich gleichzeitig auf die neuen Folgen im Frühjahr.

Das Hörspiel Monika Häuschen - 46 - Warum verreisen Gänse im Winter?
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