Rezension: Monika Häuschen - 45 - Warum schimpfen Spatzen?

Von Pettersson und Findus bis hin zu den Drei Fragezeichen - Hier wird das kindliche Ohr gefüttert
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MonsterAsyl
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Rezension: Monika Häuschen - 45 - Warum schimpfen Spatzen?

Beitrag von MonsterAsyl » Mo 05.12.2016, 19:45

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Monika Häuschen - 45 - Warum schimpfen Spatzen?

Zum Inhalt:
Regenwurm Schorsch hat sich den Kopf gestoßen und möchte diesen nun in der Vogeltränke kühlen. Doch da haben sich schon einige Spatzen breitgemacht. Sie sind nämlich der Meinung, die Tränke gehöre allein ihnen, und zwar als Badewanne! Schnell entsteht ein Streit, bei dem sich Spatz Picksi und Regenwurm Schorsch ein regelrechtes Schimpfwörter-Duell liefern. Das führt natürlich nicht zu einer Lösung des Problems, aber glücklicherweise hat die kleine Schnirkelschnecke Monika eine Idee...

Zur Produktion:
Obwohl der Aufbau der Geschichten bei Autorin Kati Naumann immer gleich ausfällt (ein "neues" Tier kommt in den Garten und trifft auf die vier Protagonisten), gelingt es ihr trotzdem jedesmal, eine für Kinder und Erwachsene gleichermaßen interessante und vor allem humorvolle Handlung zu erzählen.
In Folge 45 erfährt man nun so einiges über Spatzen. Es wird unter anderem erklärt, warum diese Vögel immer so laut "schimpfen" und wie außergewöhnlich reinlich sie doch sind. Dabei fließen sämtliche Informationen spielerisch in das Geschehen ein und werden sowohl kindgerecht als auch lustig aufbereitet. Schorsch ruft zum Beispiel das "Amt für Regenwurmangelegenheiten" ins Leben und agiert dann ganz wie ein Beamter. Wartemarken müssen gezogen werden, und selbstverständlich gibt es auch verschiedene Formulare. Das Highlight für Kinder dürfte natürlich der "Schimpfwettbewerb" sein. Eltern müssen sich jedoch keine Sorgen machen, denn die hier verwendeten Wörter sind absolut harmlos und eher amüsant als beleidigend. Neben dem Wissen über heimische Tiere, gibt es wieder ein Rezept, diesmal für Kartoffelpuffer. Wie immer kommt nach der Abschlußmelodie noch ein kleiner Schlußgag, der Freunden von Asterix bekannt sein dürfte.
Normalerweise gehe ich ja nicht weiter auf das jeweilige Booklet ein, aber in diesem Fall mache ich gern eine Ausnahme. Man findet darin nämlich ein kleines Ratespiel, dessen Lösung im Hörspiel erwähnt wird. Während diese Seiten bei den meisten Kinderhörspielen allenfalls Werbung für weitere Produkte enthalten, hat Karussell stattdessen ein Beiblatt hinzugefügt, mit dem der Hörer tatsächlich etwas anfangen kann. Auf der einen Seite ist ein Ausmal-Bild der drei Freunde Monika, Schorsch und Günter für die Kleinen, und auf der anderen befindet sich ein Hinweis auf Kati Naumanns Kreativblog (my-home-is-my-häuschen.de). Der lohnt immer einen Besuch, da man dort nochmals die Rezepte aufrufen und außerdem jede Menge Spiel- und Basteltips entdecken kann.
Tonregie und Sounddesign stammen wie gewohnt von Dirk Posner, und es ist immer wieder beeindruckend, wie es ihm gelingt, in beiden Bereichen sowohl die jungen als auch die erwachsenen Hörer anzusprechen. Be den meisten Geräuschen handelt es sich um völlig natürlich klingende Töne, wie beispielsweise das Rücken des Stuhles, das Gänseschnattern oder auch das Klappern von Besteck. Um einerseits zusätzlichen Humor ins Spiel zu bringen und andererseits die kindlichen Hörer noch mehr anzusprechen, gibt es aber zwei Ausnahmen: Als Schorsch sich den Kopf stößt, erklingt ein Comic-haftes "Boing!", und während der Regenwurm seine selbstgemachten Wartemarken perforiert, wird das Geräusch einer Bohrmaschine eingespielt. Außerdem hat Posner noch zwei kleine Effekte eingearbeitet: Monikas Stimme wurde innerhalb ihres Häuschens mit Hall leicht verfremdet und das "Schimpfen" der Spatzen lauter werdend eingespielt, um dessen Penetranz akustisch zu verstärken. Musikalisch beschränkt man sich auf das temperamentvolle Titellied zu Beginn und Ende des Hörspiels.

Zu den Sprechern:
Da Tom Deininger(Erzähler) auch innerhalb des Hörspiels als Figur agiert, ist er natürlich weitaus mehr als nur der Erzähler mit der leicht rauen Stimme. Sein Charakter ist zwar stets am Geschehen, bleibt dabei aber angenehm unaufdringlich. Kathrin Bachmann(Monika Häuschen) verkörpert wieder wunderbar die kleine, eher ängstliche, immer um Harmonie bemühte Schnirkelschnecke. Aus diesem Grund kommt ihr Wutausbruch auch noch überraschender, und es ist schon witzig festzustellen, daß sie besser schimpfen kann als Schorsch und der Spatz Picksi zusammen. Steffen Lukas(Ganter Günter) bleibt seinem Portrait des leicht affektierten, andere belehrenden Gänserichs treu, und auch Tobias Künzel(Regenwurm Schorsch) darf hier das tun, was der Hörer von ihm erwartet: mit Vorliebe meckern und mosern. Gaststar ist diesmal Laura Künzel(Spatz Picksi) als der titelgebende Vogel. Es macht viel Spaß, Künzel dabei zuzuhören, wenn sie anfängt loszuschimpfen oder die schier endlose Liste ihrer Verwandten herunterzurattern. Daß ihr Part trotz des doch sehr egoistischen und rechthaberischen Verhaltens dem Hörer sympathisch bleibt, liegt dabei nicht zuletzt an ihrer angenehmen Stimme.

Fazit:
Egal ob jung oder alt, wer mehr über Spatzen erfahren oder auch einfach nur entspannende 40 Minuten verbringen möchte, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

Das Hörspiel Monika Häuschen - 45 - Warum schimpfen Spatzen?
gibt es bei
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POP.de
Keeper of the Monsters

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