Rezension: Mein Freund Max - 16 - Max macht Ferien / Max hat

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MonsterAsyl
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Rezension: Mein Freund Max - 16 - Max macht Ferien / Max hat

Beitrag von MonsterAsyl » Di 22.11.2016, 18:40

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Mein Freund Max - 16 - Max macht Ferien / Max hat keine Angst im Dunkeln

Zum Inhalt:
Max verbringt mit seinen Eltern, seiner besten Freundin Pauline und deren Mutter die Ferien auf einem Bauernhof. Da gibt es so viel Aufregendes zu entdecken, daß die Zeit wie im Flug vergeht.
Max wird nachts wach, weil er dringend auf die Toilette muss, doch seine Eltern haben vergessen, das Licht im Flur anzulassen. Was soll er nun tun?

Zur Produktion:
Die Serie "Mein Freund Max" richtet sich an Kinder ab 3 Jahre und stellt quasi das männliche Pendant zu "Meine Freundin Conni" dar, eine Serie, die ebenfalls bei Karussell erscheint.
Autor Christian Tielmann beweist auch hier wieder viel Gespür für die Kleinen und ihre Sichtweise auf die Welt. Was die Geschichten besonders auszeichnet, ist, daß sie nicht nur unterhalten, sondern ganz nebenbei auch Wissen vermitteln. So lernen Max und Pauline beispielsweise, warum ihre Eltern vor der Fahrt noch den Ölstand bzw. den Reifendruck kontrollieren oder wie man richtig ein Boot rudert. Daß es ausgerechnet die beiden Mütter sind, welche die Fahrzeuge überprüfen und damit beweisen, daß sie genauso viel davon verstehen wie die Männer, finde ich ausgesprochen gut.
Umso selbstverständlicher wird es auch für jüngere Hörer, daß Frauen solche Dinge ebenfalls können. Eine schöne Idee ist auch die Erwähnung von Hörspielen als Zeitvertreib während der Anreise.
In der zweiten Geschichte geht es um eine menschliche Ur-Angst, nämlich die vor der Dunkelheit. Bereits in grauer Vorzeit war es das Licht bzw. Feuer, welches es dem Menschen ermöglichte, nächtliche Bedrohungen zu erkennen und sich vor ihnen zu schützen. Diese "Unsicherheit" gegenüber der Dunkelheit ist bei kleinen Kindern noch sehr stark ausgeprägt und sollte von den Eltern ernst genommen werden, so wie es der Vater von Max im Hörspiel tut. Die Lösung, dem Jungen eine Taschenlampe und damit die Möglichkeit zur selbständigen Licht-Kontrolle zu geben, ist ebenso einfach wie genial.
Skriptautor Ludger Billerbeck hat einmal mehr eine gelungene Adaption der beiden Geschichten verfasst. Während bei "Max macht Ferien" die vielen Ereignisse rund um den Urlaub ziemlich dynamisch und temporeich erzählt werden, ist "Max hat keine Angst im Dunkeln" insgesamt eher ruhig angelegt. Aufgrund der Tatsache, daß Karussell die CD, trotz der relativ kurzen Laufzeit von ca. 32 Minuten, großzügig mit Einzeltracks versehen hat, kann man, je nach Wunsch und Zeit, die zweite Story auch direkt anwählen.
Für Regie und Produktion ist das Studio "German Wahnsinn" verantwortlich, welches im Auftrag von Karussel auch die eher an Mädchen gerichtete Serie "Meine Freundin Conni" erstellt.
Passend für ein Kleinkinder-Hörspiel, gibt es hier, neben der eingängigen Titelmusik, die man am Beginn und Ende hört, beinahe nach jeder Szene ein kurzes musikalisches Intermezzo. Die Melodien von Axel Mackenrott sind dabei bewusst einfach gehalten und dienen oft dazu, einen entspannenden Gegenpol zum eher "aufregenden" Geschehen zu schaffen. Während die ersten Folgen nur eine sehr spärliche Geräuschuntermalung aufwiesen, bekommt man hier nun einiges mehr geboten, auch wenn es meist bei einem "Hauptgeräusch" pro Szene bleibt. Lediglich in den Sequenzen, die an einem belebten Ort, wie z.B. dem Bahnhof oder der Gaststätte spielen, fällt die Geräuschkulisse ein wenig üppiger aus. Die Töne selbst klingen alle vollkommen natürlich, angefangen vom Vogelzwitschern, über das Schlagen der Wellen am See, bis hin zum Plätschern beim Urinieren. Gerade Letzteres ist ein Geräusch, das bei Hörspielen für Erwachsene so gut wie nie vorkommt, obwohl es zum Leben dazugehört, genau wie etwa Essen und Trinken. Das möchte man den Kindern wohl auch ganz selbstverständlich vermitteln.

Zu den Sprechern:
Volker Hanisch(Erzähler) ist seit der ersten Folge dabei, und seine ausgesprochen sympathische Stimme, in Kombination mit der ausgefeilten Betonung, macht das Zuhören für Jung und Alt zum Vergnügen. Im Gegensatz zu manch anderem Label, hält Karussell nicht krampfhaft an den ursprünglichen Sprechern fest, sondern ersetzt diese, wenn sie aus ihren Rollen "herausgewachsen" sind.
Nach Philipp Draeger, ist es nun Manuel Elias(Max) der den titelgebenden Charakter verkörpert. Elias macht das auch sehr gut. Er spricht seinen Text flüssig und mit dem richtigen Maß an Emotionen in der Stimme. So gelingt es ihm, in jeder Situation glaubhaft zu klingen. Nicht ganz überzeugt hat mich der Sprecherwechsel bei 'Pauline'. Die bisherige Sprecherin Feline Günther war ausgezeichent, und Pia Stepat(Pauline) hat noch ein Stück Weg vor sich, bis sie deren Professionalität erreicht. Ihr Vortrag ist teilweise etwas holprig, und bei der Gefühlsbetonung schwächelt sie ebenfalls. Warum Anton Wilms, als älterer Bruder von Max, durch Daniel Kirchberger(Felix) ersetzt worden ist, erschließt sich mir nicht ganz. Altersmäßig klingen beide ungefähr gleich, und sprecherisch sind sie sich, meiner Meinung nach, auch ebenbürtig. So oder so ist Kirchberger ein überzeugender älterer Bruder, der sich manchmal über Max wundert. Ebenfalls ausgetauscht wurde Lennardt Krüger als Max' Vater. Diesen Part spricht jetzt Mark Bremer(Papa), und er wirkt dabei genauso sympathisch wie sein Vorgänger. Bremer trifft stets den richtigen Ton als verständnisvoller Papa, der nicht nur über sich selbst lachen kann, sondern auch viel Einfühlungsvermögen für seinen Sohn beweist. Genau wie der Erzähler, ist Jenny Böttcher(Mama) von Anfang an dabei. Ihr Portrait der freundlichen und herzlichen Mutter ist makellos, und so mancher Hörer dürfte sich wünschen, daß seine Mami doch immer genauso verständnisvoll wäre. In weiteren Nebenrollen treten noch auf: Tina Eschmann(Paulines Mama) als fürsorgliche Mutti, Wolf Frass(Opa) als erstaunter alter Mann, Arne Gedik(Bauer Daniel) als amüsierter Landwirt und Djawid Hakimyar(Zugbegleiter) als zunächst überaus dienstlich klingender Bahnangestellter, dessen Ton gegenüber den Kindern aber merklich freundlicher ausfällt.

Fazit:
Intelligente Unterhaltung für kleine Hörer und natürlich auch Hörerinnen.

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Keeper of the Monsters

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