Rezension: Conni - 47 - und das Ponyabenteuer

Von Pettersson und Findus bis hin zu den Drei Fragezeichen - Hier wird das kindliche Ohr gefüttert
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MonsterAsyl
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Rezension: Conni - 47 - und das Ponyabenteuer

Beitrag von MonsterAsyl » Do 10.03.2016, 20:31

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Conni - 47 - und das Ponyabenteuer

Zum Inhalt:
Conni und Anna sind wieder einmal zu Gast bei den Behrens, die einen kleinen Ponyhof bewirtschaften. Das freundliche Ehepaar hat sich für diesen Aufenthalt etwas ganz Besonderes einfallen lassen: eine viertägige Reittour durch die Heide. Zu Connis und Annas großer Freude sind auch die anderen Kinder Liska, Moritz, Lars und die blinde Celina erneut mit von der Partie. Zunächst geht es zum Baden an einen See, und anschließend besuchen sie ein Hünengrab. Alle sind begeistert und haben viel Spaß, aber ihre Freude währt nicht lange. An einem Bahnübergang scheut das Pony, welches den Planwagen mit den Zelten und der Verpflegung zieht, dieser kippt, und eine der Achsen bricht. Jetzt scheint alles aus zu sein, denn ohne den Wagen kann es nicht weitergehen. Doch dann haben die Behrens eine gute Idee...

Zur Produktion:
Schon seit Jahrzehnten erfreuen sich Pferdeabenteuer mit und für Mädchen immer wieder großer Beliebtheit, und da bildet auch die Buchreihe "Conni" keine Ausnahme. Denn die Erlebnisse der jugendlichen Heldin auf dem Behrenschen Ponyhof zählen zu den erfolgreichsten Geschichten innerhalb der Serie. So verwundert es nicht, daß Buchautorin Julia Boehme dem Rechnung trägt und diesen nun bereits zum vierten Mal (nach Conni 12, 28 und 40) als Kulisse wählt.
Das Hörspielmanuskript ist von Ludger Billerbeck (ein Pseudonym von Hans-Joachim Herwald) verfasst worden, und obwohl seine Adaption mit knapp 62 Minuten ziemlich ausführlich geraten ist, gelingt es ihm, die Spannung bis zum Schluss zu halten. In diesem Fall gibt es sogar zwei "Höhepunkte", einmal das Planwagenunglück und dann, gegen Ende, die Nacht mit den "Wölfen". Mir gefällt ein Kinderbuch dann besonders gut, wenn nicht nur eine interessante Geschichte erzählt wird, sondern der jugendliche Leser, oder hier entsprechend der Hörer, auch noch etwas lernen kann. Umso begrüßenswerter ist es, daß Billerbeck diesbezügliche Textpassagen der Autorin in das Hörspiel integriert hat. Ganz nebenbei erfährt man unter anderem, wie Blindenschrift aussieht, der Zusammenhang zwischen Gletschereis, Findlingen und Hünengräbern wird erklärt, und selbst das akustische Spurenlesen mit dem Förster ist so detailliert geschildert, daß man meint, die Spuren selbst zu sehen. Ebenfalls sehr gelungen finde ich, daß Billerbeck auch darauf geachtet hat, Julia Boehmes genaue Beobachtungen zu übernehmen. Es sind Formulierungen wie: "Es war irgendwie feucht (im Heuschober) und doch gemütlich", welche bei jedem, der mal an einem solchen Ort genächtigt hat, sofort die entsprechenden Assoziationen auslösen.
Wer, so wie ich, die Conni-Hörspiele schon lange kennt, der wird diesmal etwas verwundert sein, denn die Folge klingt so ganz anders als die vorangegangenen. Der Grund dafür lässt sich dem Booklet entnehmen. Bisher war Billerbeck/Herwald nicht nur Skriptautor und Texter des Titelliedes, sondern auch für Regie und Produktion verantwortlich. Aus mir nicht bekannten Gründen hat nun das Studio "German Wahnsinn" die Bereiche Regie, Produktion und Musik übernommen. Das ist wohl auch die Erklärung für das komplett überarbeitete neue Titellied. Mir persönlich gefällt der alte Song ja besser, da ich Melodie und Text als eingängiger empfinde. Aber so etwas ist letztlich reine Geschmackssache und eine Gewöhnungsfrage. Davon abgesehen werden die Fans der Reihe ja älter, und die Musikvorlieben der Jugend ändern sich eh laufend. Dementsprechend ist diese "modernere" Variante heutzutage vermutlich gefragter, und mancher Hörer dürfte den Wechsel sogar begrüßen. Auch die bisher bekannten Zwischenmelodien wurden quasi "generalüberholt". Die Stücke sind völlig neue, eigenständige Kompositionen, von denen einige durchaus an die bisher bekannten Melodien erinnern. Bei den Instrumenten dominiert nach wie vor die Gitarre, unterstützt z.B. durch Schlagzeug, Klavier und Flöte. Sehr schön finde ich solche kleinen "Raffinessen" wie das Fingerschnipsen, welches die Musik noch etwas schmissiger macht. Doch nicht nur im musikalischen Bereich weht ein frischer Wind. Die bisher eher einfach gehaltene Geräuschkulisse kommt nun extrem üppig daher. Jede Szene wird mit einer Vielzahl an verschiedenen Tönen unterlegt. Selbst kleinste Sounds, wie beispielsweise das raschelnde Stroh oder der nachts bellende, weit enfernte Hund, werden nicht vergessen und bilden, zusammen mit den zu erwartenden Geräuschen (z.B. dem Schnauben der Pferde, dem prasselnden Lagerfeuer oder den zirpenden Grillen) ein opulentes und vor allem naturgetreues Hörerlebnis.

Zu den Sprechern:
Wolf Frass(Erzähler) ist einfach großartig. Er legt wieder viel Gefühl in seine etwas rau klingende Stimme, und die natürlich absichtlich gemachten Versprecher lassen ihn noch sympathischer wirken. Gleiches gilt auch für Lea Sprick(Conni), in der Rolle der Titelheldin. Ihre Darstellung des netten, fröhlichen Mädchens ist makellos, und selbst anspruchsvolle Emotionen wie Ängstlichkeit oder Besorgnis klingen bei ihr immer überzeugend. Auch Alina Degener(Anna) macht ihre Sache im Großen und Ganzen gut, obwohl sie mich gerade in der wichtigen Telephonszene nicht überzeugen konnte. Ihre Trauer und Sorge klingen aufgesetzt und für mich eher so, als könne ihr alles kaum gleichgültiger sein. Florentine Stein(Liska) gefällt als begeisterter Teenie, genau wie Nelly Vogt(Celina) mit ihrem zurückhaltend gespieltem Portrait des freundlichen, blinden Mädchens. Die Stimme von Daniel Axt(Lars) wirkt für mich zu alt, als daß ich ihn in seiner Rolle des Jugendlichen akzeptieren könnte, auch wenn an seiner Darbietung ansonsten nichts auszusetzen ist. Fleming Stein(Moritz) hört sich zwar ebenfalls älter an, als seine Rolle erfordert, aber durch seine "jungenhafte" Art, fällt es bei ihm nicht ganz so stark auf wie bei Axt. Gewohnt souverän agieren Tanja Dohse(Frau Behrens) als freundliche Wissensvermittlerin mit dem Lächeln in der Stimme und Michael Bideller(Herr Behrens) als ihr gelassener Ehemann, der nicht so schnell den Kopf verliert. Sehr gut gefallen hat mir auch Mirko Thiele(Förster Seibert) in der Rolle des älteren Forstbeamten, der den Kindern zwar alles geduldig erklärt, sie aber auch ein wenig fordert. In weiteren Nebenrollen treten Paul Gerhard Hund(Schäfer Tietjen) als junger, ein wenig besorgter Schafhirte sowie Sonja Warns(Frau Brungsberg) als leicht genervte, Deborah Tabe(Liskas Mama) als leicht gluckenhafte Mutter auf.

Fazit:
Für Kinder aufregende Abenteuer zu Pferde, präsentiert in einem neuen Klanggewand.

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Keeper of the Monsters

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