Rezension: Conni - 56 - Conni kommt in die Schule / Conni backt Pfannkuchen

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MonsterAsyl
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Rezension: Conni - 56 - Conni kommt in die Schule / Conni backt Pfannkuchen

Beitrag von MonsterAsyl » So 13.05.2018, 10:16

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Conni - 56 - Conni kommt in die Schule / Conni backt Pfannkuchen

Zum Inhalt:
Conni soll in die Schule kommen, und obwohl es bis dahin noch soo lange dauert, müssen zuvor schon einige wichtige Sachen erledigt werden. Neben der Anmeldung gibt es noch eine ärtzliche Voruntersuchung, und dann ist auch schon der erste "Schnuppertag" da...
Conni ist ratlos, was sie ihrer Mutter zum Geburtstag schenken soll. Letztes Jahr hatte sie ihr ein schönes Bild gemalt, aber dieses Jahr soll es etwas ganz anderes sein. Da hat Simon, ihr bester Freund, die rettene Idee: Conni könnte doch Pfannkuchen backen und Mama damit überraschen...

Zur Produktion:
Im Herbst ist es wieder soweit: Für viele Kinder beginnt der "Ernst des Lebens", und sie werden eingeschult. Da passt es hervorragend, daß Liane Schneider, die Erfinderin und Autorin der Conni-Geschichten, eines ihrer ersten Werke "Conni kommt in die Schule" nochmals überarbeitet und aktualisiert hat.
Der eine oder andere wird sich nun vielleicht wundern, daß Conni hier erst eingeschult werden soll, obwohl sie doch in anderen Geschichten bereits im Teenageralter ist. Das liegt daran, daß es sich um eine Folge aus der Reihe "Meine Freundin Conni" handelt, welche sich an die allerjüngsten Hörer ab drei Jahren richtet.
Der erste Schulbesuch stellt ja doch ein einschneidendes Ereignis im Leben eines Kindes dar, und so mancher Sprößling macht sich natürlich vorher viele Gedanken, wie es in der Schule denn wohl sein wird.
Obwohl die Geschichte nur ca. 20 Minuten dauert, gelingt es Frau Schneider, alle notwendigen Vorbereitungen auf den ersten Schultag darin unterzubringen. Natürlich handelt es sich nur um Bereiche, die das Kind unmittelbar betreffen. Der langweilige "Erwachsenenkram", wie das Ausfüllen diverser Formulare oder das Besorgen von Dokumenten, bleibt natürlich außen vor. Da zwischen den einzelnen Ereignissen (Anmeldung, Schuluntersuchung und "Schnuppertag") größere Zeitabstände liegen, wirkt die Handlung zwar ein wenig episodenhaft, aber die Adaption von Manuskriptautor Ludger Billerbeck ist derart quirlig und unterhaltsam, daß dies kaum auffällt. Ein Ereignis folgt auf das nächste, und auch wenn der lockere Grundton ständig vorherrscht, bleibt doch Zeit, auf die wichtigste Frage einzugehen, die jedes Kind in diesem Zusammenhang hat: Wird mein/e bester/beste Freund/in auch in meiner Klasse sein?
Nun könnte man natürlich argumentieren, daß in Connis Fall alles ein wenig zu glatt geht, aber schließlich soll das Hörspiel die Neugier der Kinder wecken und ihnen etwas die Aufregung nehmen, keine neuen Ängste erzeugen.
In der zweiten Geschichte, "Conni backt Pfannkuchen" wird dann das Tempo erheblich gedrosselt, und der Hörer begleitet die kleine Heldin in aller Ruhe bei ihrem ersten "Backabenteuer". Naja, jedenfalls soweit man bei den Klawitters und der tatkräftigen Conni überhaupt von Ruhe sprechen kann.
Es geht so einiges schief, aber da Papa Klawitter Conni und Simon die ganze Zeit unterstützt, gibt es am Ende tatsächlich Pfannkuchen für alle. Zum Abschluß wird dann noch das Rezept zum Nachbacken vorgelesen.
So amüsant ich diese Geschichte auch finde, so habe ich doch zwei Dinge zu bemängeln. Zwar ist Papa Klawitter die ganze Zeit mit dabei und sorgt so für die nötige Sicherheit bzw. den Vorbildcharakter, aber leider hat man die Gelegenheit versäumt, nach dem Rezept die kleinen Hörer noch einmal ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß bei solchen Gelegenheiten auch immer ein Erwachsener oder zumindest ein wesentlich älteres Kind zugegen sein sollte.
Außerdem hätte ich es begrüßt, wenn Karussell, statt des kleinen Bilderrätsels "Was braucht Conni für die Schule?", das Rezept im Booklet abgedruckt hätte.
Beide Geschichten sind dank des Tracklistings individuell anspielbar, und auch die Backanleitung hat ein eigenes Kapitel spendiert bekommen.
Regie, Produktion und Musik stammen aus einem Haus, dem Studio "German Wahnsinn". Hier passt einfach alles zusammen, und ich finde es schon erstaunlich, wie aufwendig diese Inszenierung ausgefallen ist. Das beginnt mit der Musik. Bereits bei der fröhlichen Titelmelodie sind etliche unterschiedliche Instrumente, von der Gitarre bis hin zum Schlagzeug, vertreten, und die kurzen Harmonien, welche man entweder zwischen den Szenen hört oder mit denen der Erzählertext unterlegt ist, sorgen für ein konstantes Wohlgefühl.
Richtig lebendig wird das Geschehen aber erst mit den vielen unterschiedlichen Geräuschen, welche die Handlungsorte immer adäquat illustrieren.
Auf dem Schulhof sind zwitschernde Vögel, spielende Kinder und natürlich die klassische Pausenklingel zu hören, während die Arztpraxis mit dem Klicken des Linsenwechsels bei der Augenuntersuchung oder der zu justierenden Waage in Szene gesetzt wird. Die akustischen Effekte dienen vor allem der Darstellung von Räumen und deren Größe. So sind beispielsweise die Schritte und Stimmen in der Schulaula mit einem stärkeren Hall unterlegt worden, als die in den Klassenzimmern. Daß am Schluß, während der Erzähler zu hören ist, noch Gesprächsfetzen der Familie im Hintergrund ertönen, ist ein besonders gelungener Effekt, da er an das klassische "Fade-out" in Filmen erinnert.

Zu den Sprechern:
Wolf Frass(Erzähler) etwas raue Stimme passt nach wie vor perfekt für diesen Part. Er spricht seinen Text bedächtig, aber keinesfalls zu langsam, und seine Betonung ist immer genau auf dem Punkt. Hauptdarstellerin Pia Stepat(Conni) ist einfach großartig als kleines Mädchen, welches vor Energie und Tatendrang geradezu übersprudelt, und ihr Spiel wirkt so jederzeit natürlich. Barbara Fenner(Mama) und Christian Rudolf(Papa) verkörpern einmal mehr die perfekten Eltern. Freundlich und unterstützend gehen sie auf ihre Kinder ein, und es scheint ihnen nie an Zeit oder Geduld zu mangeln. Beide sind sehr gut, allerdings finde ich, daß die Stimme von Frau Fenner so langsam ein wenig zu alt für die junge Mutter klingt. Lenny Trampert(Simon) intoniert Connis besten und stets hilfsbereiten Freund mit der gleichen Begeisterung in der Stimme, mit der auch Mathilda Charisius(Julia) als ihre beste Freundin agiert. Die Figur von Toni Roschitz(Jakob) als Connis kleiner Bruder, ist noch so jung, daß sein Text nur aus einzelnen gebrabbelten Wörtern besteht. Mareike Fell(Frau Sommer) spricht die wohlwollende Klassenlehrerin, und Merete Brettschneider(Schulsekretärin Frau Müller) leiht ihre Stimme der amüsierten Bürokraft. Die nette Doktorin, die Conni stets ihr Vorgehen erklärt, wird von Anna Kumosiak(Schulärztin) dargestellt. In weiteren Nebenrollen treten noch Lasse Fell(Lars), Carlotta Fell(Katja), Sten Brettschneider(Tobi) und Polli Leuner(Laura) als Connis Mitschüler auf.

Fazit:
Empfehlenswerte, kurzweilige Vorbereitung auf den ersten Schultag.

Das Hörspiel Conni - 56 - Conni kommt in die Schule / Conni backt Pfannkuchen gibt es bei
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Keeper of the Monsters

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