"Zinda Laash" - Dracula in Pakistan!

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"Zinda Laash" - Dracula in Pakistan!

Beitrag von Joan_Landor » Di 29.03.2005, 19:26

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Yeh Film - hay Allah!

Es war schon irgendwie ein besonderer Moment letzten Samstag, als ich nach dem Besuch des Postboten das Päckchen aus Amerika mit "Zinda Laash" aka "The Living Corpse" (Pakistan 1967) in den Händen hielt. Meine Euphorie erhielt indes direkt nach dem ö–ffnen einen Dämpfer: Ich hatte mit einer liebevoll gestalteten Verpackung ö  la Planet der Vampire gerechnet. Vor mir liegt jedoch eine DVD in einem ganz nomalen, immerhin roten Kunststoff-Case. Nach skeptischer Betrachtung des durchwachsenen Coverdesigns entdeckte ich auf der Rückseite erst einmal einen Druckfehler. ::) In dem Case liegt die nackte DVD ohne Booklet oder auch nur Kapitel-Liste. --- Im Player verhält sich die Scheibe jedoch unauffällig, das Menü ist ansprechend gestaltet, aber spärlicher, als die auf der Rückseite versprochenen Special Features vermuten ließen. Nun gut, schauen wir uns den Film mal an.

Er beginnt mit weißer arabischer Kalligraphie auf schwarzem Grund und einer tiefen Stimme, die in ernsthaft-feierlichen Ton erklärt, daß Leben und Tod in der Macht Allahs lägen und niemand Einfluß darauf nehmen könne. Ein Wissenschaftler jedoch habe versucht, sich über diese Grenze hinwegzusetzen ...
In der ersten Einstellung begegnet uns Prof. Tabani, der in einem Labor allerlei Flüssigkeiten miteinander reagieren läßt, bis er schließlich triumphierend ausruft: "Das Elexier des Lebens! Ich habe es gefunden!" (Irre ich mich, oder hört man das Schnurren der Kamera in der hintergrundmusiklosen Szene?) Nachdem er eine Nachricht notiert hat, trinkt er das Gebräu im Selbstversuch und bricht daraufhin schmerzgekrümmt zusammen. Seine Assistentin findet ihn wenig später tot auf und legt ihn, den Notizen gehorchend, in einen Sarg im Keller. Dort erwacht der Tote bald zu neuem Leben. Unter Grimassieren wachsen ihm lange Eckzähne, die er sofort an seiner erstklassig schreienden Assistentin erprobt.

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Szenenwechsel nach den Credits: Ein Auto fährt unter schmetternden mexikanischen !!! Weisen durch pakistanische Landschaft und hält bei Anbruch der Nacht nahe einem verfallen wirkenden Haus. Die Tür ist nicht verschlossen und so betritt der Reisende einen Raum, der mehr als nur verdächtig nach der Empfangshalle des Hammer-Dracula aussieht. Er schaut sich ein Weilchen um, bis er erschrocken Prof. Tabani oben an der Treppe stehen sieht, der nunmehr wie eine schlechte Kreuzung aus Christopher Lee und Bela Lugosi aussieht, und der ihn in seltsamer Freundlichkeit willkommen heißt ...

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Die szenischen und erzähltechnischen Ähnlichkeiten mit dem Hammer-Dracula setzen sich in diesem Maße so im ganzen Film fort, daß ich darauf verzichte, den weiteren Plot des Films nachzuerzählen, der abgesehen von Namensänderungen, pakistanischem Lokalkolorit und einigen Einzelheiten weitgehend mit dem der Hammeradaption von Bram Stokers Roman übereinstimmt. (Wen’s dennoch interessiert, der möge das schöne Review auf der Sense-of-view-Seite lesen.)
Oberflächlich kann man Zinda Laash also als billiges und schlechtes Hammer-Dracula-Plagiat beurteilen, und sich fragen, ob die Pakistaner wirklich nichts eigenes in dieser Art hätten auf die Beine stellen können. Verstellt man sich jedoch durch ein auf diesem ersten Eindruck beruhendes Urteil nicht den Blick auf das Besondere, kann man durchaus große Sympathien für diesen Film entwickeln.
Im einzelnen:
Die Einstellungen sind z.T. mit kundigem Auge gewählt, der Kameramann hat es gut verstanden mit den für s/w-Filme so wesentlichen Licht-Schatten-Kontrasten zu spielen. Der Film hat also durchaus Atmosphäre. Die Schauspieler wirken teilweise etwas unbeholfen und scheinen eine auf Stummfilmansprüchen basierende Ausbildung genossen zu haben. Mimik und Gestik sind sehr ausgeprägt und scheinen bisweilen das Gespräch zu ersetzen. So wirkt der Film, als sei man eben erst dem Stummfilm entwachsen. (Schauspielerisch extrem gut gelungen finde ich übrigens die Szene, in der Shabnam [= Lucy] ihre kleine Nichte zu verführen sucht.)
Ganz deutlich zeigt sich das sehr von unserem abweichende pakistanische weibliche Schönheitsideal. Ich sag’s mal so: Wer Kleiderständern nicht viel abgewinnen kann, kommt hier voll auf seine Kosten (wenn natürlich auch nicht viel Haut zu sehen ist). Selbstverständlich gibt es auch hier, wie in jedem anständigen südasiatischen Film, Tanz und Gesang. Eine erste Tanzeinlage legt die zur Vampirin mutierte Assistentin hin, als sie Dr. Aqil (= Jonathan Harker) zu bezirzen sucht. Wirkt ziemlich lächerlich, da die dickliche Frau ein bodenlanges Gewand trägt, das sie geradezu kugelig wirken läßt, und die Hüftschwünge recht steif aussehen. So schaut Dr. Aqil denn auch mehr verwirrt als begierig aus der Wäsche.

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Ähnlich laienhaft wirkt auch die Tanzeinlage im Gasthaus. Immerhin weiß der Sänger mit seinem Liedchen zu überzeugen. Wozu er allerdings die ganze Zeit ein Saxophon mit sich herumträgt und eine Jazzband um ihn herum sitzt, erschließt sich dem Zuschauer nicht.
Überhaupt die Gasthausszene - kann man kaum beschreiben, muß man sehen.

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Die Herren der Schöpfung geraten ob dem Getanze der Dame erst völlig außer sich ...

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... um schließlich offenbar völlig den Verstand zu verlieren. :mrgreen:


Schon sehr nah am modernen südasiatischen Kino ist hingegen die Tanzszene am Meer, wo neben der landschaftlich schönen Location auch schon etwas wie Choreograpie sichtbar wird. Das Lied indes klingt sehr volkstümlich.

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So Mädels, und jetzt nochmal schön synchron ...

Meine Erwartung, der Obervampir würde das Tanzbein schwingen, wurde leider enttäuscht ...
Die Wahl der übrigen Filmmusik ist sehr sonderbar. Bei Autofahrten und Verfolgungsjagden ertönen mexikanische Lieder, so u.a. La cucaracha, für schaurige und Kampfszenen hat man sich beim Hammer-Dracula bedient, wenn auch dankenswerterweise nicht aufdringlich häufig.
Die Tricktechnik des Films ist nicht erwähnenswert. Und trotzdem vergeht der Ober-Vampir zum Schluß, nachdem er - Allahu akbar - vom Sonnenlicht getroffen wurde, recht stilvoll, da man die spärlichen Mittel, deren Hauptanteil der Überblendung zukommt, recht geschickt angewendet hat. Dies ist überhaupt charakteristisch für den Film: Er wurde offensichtlich mit geringsten Mitteln, dafür aber mit viel Liebe gedreht.

Insgesamt ist der Film ein Must-have zumindest für Dracula-Komplettisten, aber auch für Trash-Fans und aufgeschlossene Freunde des südasiatischen Kinos. Ich fand ihn durchaus sehenswert und habe mich gut amüsiert. (Daß der Film auch andere Reaktionen hervorrufen kann, sieht man an dieser amazon-Rezension.) Wirklichen Grusel darf man aber nicht erwarten; teilweise haben die "Schockszenen" bei mir und Gezora herzliches Gelächter ausgelöst.

Einige Worte muß ich aber noch zur DVD schreiben: Zu Beginn des Film wird man darauf hingewiesen, daß das letzte existierende Negativ, von dem der Film gezogen wurde, in schlechtem Zustand war, man also mit Qualitätseinbußen zu rechnen habe. In der Tat schwankt die Helligkeit des Films sehr (streckenweise ist kaum etwas zu erkennen), zur Pause hin, also am Ende der ersten Rolle, wabert das Bild. Das alles ist nicht weiter schlimm, macht es doch deutlich, daß wir es mit einem Relikt zu tun haben, das vor dem sichereren Untergang gerettet worden ist. ABER - ich verstehe zwar nichts von der Digitalierung von Filmmaterial - das Bild ruckelt bei schnellen Schwenks, auf dem Rechner zeigen sich statt dessen die für schlechte DVDs typischen Querverwerfungen. :( --- Ob man das Bild digital aufbereitet hat und sich dabei der Qualitätsverlust nicht vermeiden ließ, oder ob es sich um achtlose Produktion handelt, entzieht sich meiner Kenntnis, aber sowohl ersteres als auch letzteres hätte sich bestimmt vermeiden lassen. (Fachleute vor - ich würde mich hier gerne korrigieren lassen!) Das ist sehr schade, da die Bild- und Tonrekonstruktion und -wiederauffindung in Pakistan, wie in den Special Features berichtet wird, ein wahres Abenteuer gewesen sein muß, und diese ganze Mühe sicher eine bessere digitale Qualität verdient gehabt hätte.*

Oben hatte ich ja bereits das dürftige Design der DVD-Hülle angesprochen. Aber es kommt, wie es ja so schön und richtig heißt, auf die inneren Werte an - und die sind beachtlich!
Die Special Features, die sich vollständig über den Stand-alone-DVD-Player anwählen lassen, umfassen Screenshots vom Film, Abbildungen der kolorierten Lobbycards und des Zensorenberichts (auf Englisch! Das öffnet einem, v.a. im Hinblick auf die steifen Tanzszenen, die Augen.). Des weiteren findet sich ein schriftlicher Bericht über die Wiederauffindung des Films und des Tonmaterials, sowie, von dort aus anspielbar, ein auf Vinyl erhaltenes Lied, dessen Tanzszene im Negativ irreparabel beschädigt war, so daß man darauf verzichten mußte. Das Ganze ist sehr liebevoll gestaltet, allerdings etwas verschachtelt, so daß man nicht alles auf Anhieb findet. (Immerhin passend zur hiesigen Ostertradition.) Zwei Sprachspuren sind auf der Scheibe, eine enthält den, logischerweise durchwachsenen, Originalton in der pakistanischen Sprache Urdu (natürlich mit optionalem englischem Untertitel), die andere einen englischen Audiokommentar in Form eines lockeren Gesprächs zwischen dem Herausgeber der DVD Pete Tombs und dem pakistanischen Filmkritiker Omar Khan, den Retter des Films. Hinhören lohnt sich: Man erfährt nicht nur Einzelheiten über die Produktionsbedingungen im Pakistan der 60er, sondern auch einiges über die Geschichte des pakistanischen Horrorfilms, das Verhalten der behördlichen Zensoren sowie über das Fehlen jeglicher Vampirmythologie im islamischen Raum und der deshalb nötigen Säkularisierung der Metamorphose in Form eines wissenschaftlichen Experiments.
Zudem enthält die Scheibe Interviews mit dem Regisseur, dem Produzenten und diversen Schauspielern u.a. zur Produktion und Zensur des Films, die wirklich sehr interessant und aufschlußreich sind.

Der Knüller zum Schluß, obwohl auf der Menüliste ganz oben: Eine Dokumentation über die Blütezeit der Hindi-Horrofilme in den 70ern und 80ern. Das muß man als Trashfilmfan gesehen haben! :shock: Ich habe eine halbe Stunde lang den Mund nicht mehr zugekriegt und giere jetzt nach diesen Filmen (Ich sag nur: Michael Jacksons Thriller war nicht das erste seiner Art!), die glücklicherweise mit Titelangaben zitiert werden. Wer also Zinda Laash schlecht schlecht findet, grundsätzlich aber Trash-Horrorfilmen nicht abgeneigt ist, wird sein Geld wenigstens in der Dokumentation gut angelegt finden, die einem eine ganz neue Dimension von Trash-Horror eröffnet.

Fazit: Sehenswerter Film mit hohem Trashfaktor und exotischem Ambiente, liebevoll gestaltete DVD mit großartigem Zusatzmaterial. Mankos: Die lieblos gestaltete DVD-Verpackung, die beim ersten Hinsehen die Frage aufkommt läßt, ob man sich nicht gar ein Bootleg eingehandelt hat, und die schlechte digitale Qualität des Films.

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* Nachtrag: Siehe dazu die Beiträge vom 9.4. (el-brazo) und 11.4 (JL).
Zuletzt geändert von Joan_Landor am Mi 27.09.2006, 15:50, insgesamt 6-mal geändert.

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Re: "Zinda Laash" aka "The Living Corpse"

Beitrag von Harryzilla » Di 29.03.2005, 19:30

Der Artikel ist "Pranke" würdig.  +++ +++ +++ Stocki wirb diese Frau umgehend an, bevor Movie Star oder Splatting Image zuschlagen.
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Re: "Zinda Laash" aka "The Living Corpse"

Beitrag von caro31 » Di 29.03.2005, 20:35

Ich unterstütze Harryzillas Antrag! Superklasse Review (und ein heißer Schrei ;D)! +++ +++ +++
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Re: "Zinda Laash" aka "The Living C

Beitrag von Joan_Landor » Mi 30.03.2005, 20:43

Danke für die Blumen! (Ihr macht mich ganz verlegen ...)
Ich habe schon bei Omar Khan nachgefragt, wo man diese irren Horrorstreifen herbekommen kann, die er in der Doku vorstellt. (Nirgendwo zu finden; gleiches Problem wie House No.13  :-[) Wenn ich ein paar davon in die Finger kriege, gibt€™s Nachschlag. Meinetwegen auch auf Papier.
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Re: "Zinda Laash" aka "The Living C

Beitrag von el-brazo » Do 31.03.2005, 14:24

@Joan Landor:

Tolles Review! Ich hab' die DVD jedenfalls schon bestellt und bin mal gespannt, was es mit den digitalen Ärgernissen auf sich hat, von denen du gesprochen hast. Die Gasthausszene muss ich unbedingt sehen und die Extras machen die Scheibe sowieso zu einem Pflichtkauf, wenn man sich für phantastische Filme interessiert. Wann bekommt man denn ansonsten Gelegenheit, an so außergewöhnliche Informationen ranzukommen? +++

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Re: "Zinda Laash" aka "The Living Corpse"

Beitrag von godzilla2664 » Fr 01.04.2005, 22:11

ein pakistanischer vampir?? den lass' ich mir auch kommen - ist schon bestellt :D

http://www.dvdsoon.com/show-title-detai ... uid=129019
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Re: "Zinda Laash" aka "The Living Corpse"

Beitrag von Harryzilla » Sa 02.04.2005, 09:02

Den lass' ich mir auch kommen. Und zwar mit dem Stadler Paket-Service .... liefert nur im Raum Wien und Umgebung  ;D ;D ;D. Beim indischen "E.T." hat der Service tadellos funktioniert.

P.S. Diesen hier such ich schon seit vielen Jahren: Drakula Istanbul'da (1953). Kann jemand helfen?
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Re: "Zinda Laash" aka "The Living C

Beitrag von Joan_Landor » So 03.04.2005, 13:24

Harryzilla hat geschrieben: P.S. Diesen hier such ich schon seit vielen Jahren: Drakula Istanbul'da (1953). Kann jemand helfen?
Den habe ich eben, auf der Suche nach indischen Horrorfilmen, hier gefunden. Der Shop wirkt allerdings nicht sehr seriös. Aber vielleicht hat hier jemand schon Erfahrungen damit gemacht. ???

NACHTRAG: Wird bei ebay auch als DVD angeboten. Dürfte aber offiziell nicht als DVD erschienen sein.
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Re: "Zinda Laash" aka "The Living C

Beitrag von el-brazo » Di 05.04.2005, 02:15

@Joan Landor:

Ich hab' ihn vorhin gesehen - mein Güte, die DVD lohnt sich schon alleine wegen dieses Specials über die anderen Horror- und Action-Filme! Da gab's diesen kurzen Ausschnitt aus einem Action-Film mit einer Prügelszene in Pseudo-Karate - ich hab' sie mindestens 10 Mal angeschaut und mich weggeschmissen. Und die Szene aus dem pakistanischen Film, wo einer dem anderen nach einer wüsten Keilerei mit einer riesigen Spritze das Blut aus der Brust saugt - unglaublich und höchst wundersam! *Schneuz!* ... ich bin selbst jetzt noch ganz ergriffen und kann nur hoffen, dass diese auserlesenen Perlen irgendwann einmal auf DVD veröffentlicht werden.

Zum Hauptfilm hast du ja bereits viel gesagt und ich stimme eigentlich im Großen und Ganzen zu. Bleibt mir nur anzumerken, dass ich ihn durchaus unterhaltsam finde. Kein Überflieger, aber eine nett gemachte Kuriosität. Jetzt aber noch was zur DVD: Lassen wir das Master mal beiseite, die Kodierung ist m.E. jedenfalls in Ordnung. Großzügige Bitrate, das Bild vielleicht ein wenig zu sehr nachgeschärft. Jedenfalls wurde an dem Film offenbar ziemlich kräftig digital geschraubt. Die "Querverwerfungen" auf dem Rechner könnten eventuell die sogenannten "Kämme" sein, die durch Interlacing entstehen. Davon kann man halten, was man will, aber es ist per se kein Merkmal für "schlechte DVDs". Dass das Bild bei manchen Schwenks ruckelt, ist mir ebenfalls aufgefallen. Zu einem kleinen Teil kann ich es nicht erklären (an wenigen Stellen wirkt es als würden ein oder zwei Bilder fehlen), aber der Rest ist eigentlich das, was man von NTSC her kennt. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Qualität - ich hatte wesentlich Schlimmeres erwartet.

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Re: "Zinda Laash" aka "The Living C

Beitrag von Gezora » Di 05.04.2005, 21:43

el-brazo hat geschrieben:Da gab's diesen kurzen Ausschnitt aus einem Action-Film mit einer Prügelszene in Pseudo-Karate - ich hab' sie mindestens 10 Mal angeschaut und mich weggeschmissen. Und die Szene aus dem pakistanischen Film, wo einer dem anderen nach einer wüsten Keilerei mit einer riesigen Spritze das Blut aus der Brust saugt - unglaublich und höchst wundersam!
Ja, diese Szenen sind wirklich grandios! Ich habe lange nicht mehr so gelacht vor der Mattscheibe.

Gruß
Gezora
Wir haben es bisher in unserer Epoche auf allen Gebieten zu unglaublichen Höchstleistungen gebracht, nur nicht in der Kriminalität.

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Re: "Zinda Laash" aka "The Living C

Beitrag von Joan_Landor » Mi 06.04.2005, 16:29

el-brazo hat geschrieben:@Joan Landor:
Jetzt aber noch was zur DVD: Lassen wir das Master mal beiseite, die Kodierung ist m.E. jedenfalls in Ordnung. Großzügige Bitrate, das Bild vielleicht ein wenig zu sehr nachgeschärft. Jedenfalls wurde an dem Film offenbar ziemlich kräftig digital geschraubt. Die "Querverwerfungen" auf dem Rechner könnten eventuell die sogenannten "Kämme" sein, die durch Interlacing entstehen. Davon kann man halten, was man will, aber es ist per se kein Merkmal für "schlechte DVDs". Dass das Bild bei manchen Schwenks ruckelt, ist mir ebenfalls aufgefallen. Zu einem kleinen Teil kann ich es nicht erklären (an wenigen Stellen wirkt es als würden ein oder zwei Bilder fehlen), aber der Rest ist eigentlich das, was man von NTSC her kennt. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Qualität - ich hatte wesentlich Schlimmeres erwartet.
Das Ruckeln ist m.E. vor allem am Anfang des Films bemerkbar und führt dazu, daß Bewegungen irgendwie künstlich wirken, v.a. wenn Türen geöffnet werden u.ä. Mit dieser Empfindung waren wir immerhin zu dritt. Vielleicht liegt es ja tatsächlich überwiegend an der Schärfung. Um die Bitrate zu prüfen, fehlt mir das Equipement, danke für die Information. Mag sein, daß sich das merkwürdige Phänomen im Laufe des Films gibt (kann aber auch sein, daß man sich dran gewöhnt).
Wenn sonst niemand klagt, könnte das Problem auch bei unserem DVD-Player liegen. :-/
Die "Kämme" auf dem Bildschirm kannte ich tatsächlich bisher nur von billigen indischen 2in1-Bootlegs, daher mein Urteil.

Ansonsten freut€™s mich, daß er Dir gefällt.  :)

Inzwischen muß ich wohl mal eine Warnung aussprechen: Die Doku verursacht grausame Entzugserscheinungen: Man bekommt lange Zähne nach diesen Filmen, die aber samt und sonders nicht auf DVD erschienen und nur sehr schwer zu bekommen sind. Wer also Wert auf seinen Seelenfrieden legt: Finger weg!  !!!  ;D
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Re: "Zinda Laash" aka "The Living C

Beitrag von el-brazo » Sa 09.04.2005, 06:40

@Joan Landor:

> Das Ruckeln ist m.E. vor allem am Anfang des Films bemerkbar
> und führt dazu, daß Bewegungen irgendwie künstlich wirken,
> v.a. wenn Türen geöffnet werden u.ä. Mit dieser Empfindung waren
> wir immerhin zu dritt.

Ja, das ist mir auch aufgefallen. Wie ich es geschrieben hatte, schien es mir so als würden da irgendwie Filmbilder fehlen - eben fast so wie winzige Sprünge. Im Verlauf des Films gibt sich das aber, deshalb mache ich die DVD nicht dafür verantwortlich.

> Um die Bitrate zu prüfen, fehlt mir das Equipement [...]

Das können heutzutage die meisten (oder zumindest sehr viele) DVD-Player anzeigen.

> Inzwischen muß ich wohl mal eine Warnung aussprechen: Die Doku
> verursacht grausame Entzugserscheinungen: Man bekommt lange Zähne
> nach diesen Filmen, die aber samt und sonders nicht auf DVD
> erschienen und nur sehr schwer zu bekommen sind.

Das kann ich nur bestätigen! ;D

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Re: "Zinda Laash" aka "The Living Corpse"

Beitrag von Joan_Landor » Mo 11.04.2005, 09:44

<< Wie ich es geschrieben hatte, schien es mir so als würden da irgendwie Filmbilder fehlen - eben fast so wie winzige Sprünge. Im Verlauf des Films gibt sich das aber, deshalb mache ich die DVD nicht dafür verantwortlich. >>

@ el-brazo
Ich glaube, Du hast mit Deiner Erklärung für das Filmruckeln, es würden einzelne Bilder fehlen, ganz recht.
Ich habe vor ein paar Tagen im Kino den Hitchcock-Klassiker "The Man Who Knew too Much" von 1934 von einer nicht-restaurierten Filmrolle gesehen und dabei ist mir einiges klarer geworden. Der Anfang der Rolle war, wie üblich, ganz besonders schlecht erhalten, so daß ständig dicke schwarze Flecken oder Beschädigungen aufblitzten, die das Bild beinahe ganz bedeckten. (Klar, im Bonner Stummfilmsommerkino sieht man es auch, aber so vor Augen hatte ich das nicht mehr.) Dieses Phänomen tritt bei Zinda Laash überhaupt nicht auf, so daß es für mich nun sehr wahrscheinlich ist, daß man die stark beschädigten Bilder herausgenommen hat. Das würde auch erklären, warum sich das Ruckeln später gibt. Ich nehme also mein Urteil, eine schlechte Digitalisierung sei schuld am Ruckeln, zurück, ebenso wie mein negatives Urteil über die Aufbereitung: Wer weiß, wie wenig ansehnlich der unrestaurierte Film war ...
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Re: "Zinda Laash" aka "The Living C

Beitrag von godzilla2664 » Mo 11.04.2005, 11:17

Joan Landor hat geschrieben: Inzwischen muß ich wohl mal eine Warnung aussprechen: Die Doku verursacht grausame Entzugserscheinungen: Man bekommt lange Zähne nach diesen Filmen, die aber samt und sonders nicht auf DVD erschienen und nur sehr schwer zu bekommen sind. Wer also Wert auf seinen Seelenfrieden legt: Finger weg!  !!!  ;D
der aussage kann ich mich nur anschliessen!! während ich den film selbst ja nicht soooo aufregend fand (etliche bemerkenswerte und einprägsame (;)) szenen, insgesamt aber doch zu viele längen bzw. ein erzählrhythmus, der mit meinen sehgewohnheiten/meinem kulturkreis nicht ganz reibungslos kompatibel ist), sind die beiden mitgelieferten dokus schlichtweg genial (+++ +++ +++) und könnten durchaus auch für sich alleine eine dvd bestreiten!
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Re: "Zinda Laash" aka "The Living Corpse"

Beitrag von Anonymous » Sa 16.04.2005, 15:32

Harryzilla hat geschrieben: P.S. Diesen hier such ich schon seit vielen Jahren: Drakula Istanbul'da (1953). Kann jemand helfen?
Den Film habe ich heute auf VHS bekommen. Zur Qualität kann ich nichts sagen, da ich gerade diese Woche meinen VHS-Rekorder zum digitalisieren von Familienvideos verliehen habe...

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Re: "Zinda Laash" aka "The Living Corpse"

Beitrag von Harryzilla » Sa 16.04.2005, 18:03

Filmarchäologe Taikonaut scheut vor nichts zurück.  ;)  Bericht er uns weiter.
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Re: "Zinda Laash" aka "The Living C

Beitrag von Joan_Landor » Do 05.05.2005, 14:40

<<Wirklichen Grusel darf man aber nicht erwarten; teilweise haben die €žSchockszenen€œ bei mir und Gezora herzliches Gelächter ausgelöst.>> (Zitat JL)

... und ...

<<... während ich den film selbst ja nicht soooo aufregend fand ...>> (Zitat godzilla2664)

... dürfte diesem Plakat nach zu urteilen glatt gelogen sein ;D (man beachte v.a. auch den Hinweis ganz unten):

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Re: "Zinda Laash" aka "The Living Corpse"

Beitrag von Harryzilla » Do 05.05.2005, 14:54

Übrigens am 27. Mai gibt es Bollywood-Kino auf RTL II.

Main hoon na (Ich bin immer für dich da, Indien 2004).

Laut TV-Spielfilm eine dreistündige Mixtur aus Politthriller, Agenten-Action, Teenager-Klamotte, Familiendrama, Musical und Romanze.
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Re: "Zinda Laash" aka "The Living Corpse"

Beitrag von Anonymous » Do 05.05.2005, 15:00

Harryzilla hat geschrieben:Filmarchö¯¿½ologe Taikonaut scheut vor nichts zurö¯¿½ck. ö¯¿½;) ö¯¿½Bericht er uns weiter.

Die Qualitöƒ¤t ist bescheiden. Es handelt sich um eine TV-Aufzeichnung (Senderlogo im Bild). Ich werde den Film digitalsieren lassen.

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Re: "Zinda Laash" aka "The Living C

Beitrag von Joan_Landor » Do 05.05.2005, 15:14

Harryzilla hat geschrieben:Übrigens am 27. Mai gibt es Bollywood-Kino auf RTL II.
Main hoon na (Ich bin immer für dich da, Indien 2004).
Laut TV-Spielfilm eine dreistündige Mixtur aus Politthriller, Agenten-Action, Teenager-Klamotte, Familiendrama, Musical und Romanze.
Unbedingt zu empfehlen!! Ich habe ihn vor ein paar Monaten im Kino gesehen und gut abgelacht. Die parodistischen Elemente sind recht üppig, Opfer sind v.a. Mission Impossible, Matrix, John Woo-Filme sowie bes. auch Sholay und div. Bollywood-Manierismen, alles allerding eher liebevoll auf die Schippe genommen, was Sholay betrifft, eher als Homage.
Im übrigen läuft er auch wieder im Kino, siehe hier. Ich brauche wohl nicht zu betonen, daß der Film auf einer großen Leinwand um ein vielfaches mehr hermacht ...

@taikonaut:
Oh ja, gute Idee. :-*
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Re: "Zinda Laash" aka "The Living Corpse"

Beitrag von Harryzilla » Do 05.05.2005, 15:17

Die Qualitöƒ¤t ist bescheiden. Es handelt sich um eine TV-Aufzeichnung (Senderlogo im Bild). Ich werde den Film digitalsieren lassen.
@Filmarchäologe Taikonaut,

ich bin dennoch interessiert.
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Re: "Zinda Laash" aka "The Living Corpse"

Beitrag von Anonymous » Fr 06.05.2005, 19:26

Brokenlink Taiko schaut mal was geht...  :-*

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Re: "Zinda Laash" aka "The Living C

Beitrag von Joan_Landor » Mi 25.05.2005, 14:10

WARNUNG:
Falls jemand sich durch die South Asian Horror-Doku auf der Zinda Laash-Scheibe veranlaßt fühlen sollte, Kabrastan zu bestellen, kann ich nur ausdrücklich davor warnen:
Der Film wurde für die Doku komplett ausgeschlachtet, d.h. alle, aber auch wirklich alle, guten Szenen tauchen dort schon auf, der Rest (der ca. 2 1/2 Stunden) ist ziemlich langweilig, die Schauspieler verdienen die Bezeichnung nicht, die Comedy-Szenen sind höchstens peinlich.
Einziger Pluspunkt: Jetzt habe ich den Song "Kabrastan", der auf dem Friedhof inszeniert ist, vollständig €“ ein echter Ohrwurm.

Also:
Kabrastan (Indien 1988; Regie: Mohan Bhakri)
Songs und Trash-Szenen:  +++
Rest: --- ---
Schade ...
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Beitrag von godzilla2664 » Mo 11.02.2008, 09:55

in anderen threads haben wir letztens ja über die hiesige dvd spekuliert, hier nun ein review mit vielen screenshots:

http://www.dvd-forum.at/20531/dvd_review_detail.htm
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Beitrag von Joan_Landor » Mo 11.02.2008, 12:23

Ah ja, danke!

Hm. Nachzieheffekte sind mir auf der MM-Scheibe aber nicht aufgefallen.
Ohnehin wird es sich bei REM nicht um eine neue Abtastung handeln, sondern um eine NTSC-zu-PAL-Wandlung. Das kann eigentlich keine Vorteile gegenüber der MM-Scheibe bringen. Außerdem hat die MM-DVD mehr Extras.
Eigentlich nur etwas für Leute, denen englische Untertitel zu anstrengend sind.
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godzilla2664
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Beitrag von godzilla2664 » Mo 11.02.2008, 13:27

ich hatte auch keine sekunde daran gedacht, nochmals in den film zu investieren. ich bin mit meiner jetzigen situation sehr zufrieden!
Keep watching the Skies!

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