Rezension: Mark Brandis - 27 - Metropolis-Konvoi

Commander Perkins, Perry Rhodan und andere Weltraumrecken geben sich hier die Ehre.
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MonsterAsyl
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Rezension: Mark Brandis - 27 - Metropolis-Konvoi

Beitrag von MonsterAsyl » Sa 11.01.2014, 19:24

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Mark Brandis - 27 - Metropolis-Konvoi

Zum Inhalt:
Die Zerstörung der Erde durch den Asteroiden Ikarus konnte zwar abgewendet werden, doch nun umgibt eine dichte Staubschicht den ganzen Planeten. Daraus resultierende schwere Ernteausfälle lassen die Menschheit Hunger leiden. Besonders dramatisch ist die Situation für Metropolis, die Stadt auf dem Meer. Als die Lebensmittelversorgung komplett zusammenbricht, entschließt sich Mark Brandis, im All nach einer Lösung des Problems zu suchen.


Zur Produktion:
Selten war ich gespannter auf die Fortführung einer Geschichte als dieses Mal. Die Vorfälle in "Ikarus, Ikarus..." haben ja dermaßen dramatische Folgen für die Erde, daß ich eigentlich keinen Weg gesehen hätte, diesen Handlungsstrang überhaupt noch fortzuführen. Doch Skriptautor Balthasar v. Weymarn gelingt das scheinbar Unmögliche, indem er sich auf Ereignisse aus dem Bürgerkriegs-Zyklus von "Mark Brandis" beruft. Das ist nicht nur clever, sondern darüber hinaus auch ausgesprochen logisch. Trotz des so geschaffenen Lösungsweges, wollte sich für lange Zeit keine rechte Spannung einstellen. Das liegt vor allem daran, daß es einfach zu sehr dauert, bis Brandis endlich an sein Ziel gelangt. Eine etwas kürzere Laufzeit und die damit verbundene Straffung der Geschehnisse, hätten dem Hörspiel gutgetan. Der Rest der Handlung macht das aber durchaus wieder wett. Zum einen, weil das Hörbuch von Winnetou III eine wichtige Rolle spielt, was ich sehr amüsant finde und zum anderen, weil der Hörer einmal mehr um das Leben von Mark Brandis und seiner Crew bangen muss.
Technisch gesehen sind Produktion, Regie und Schnitt durch Jochim-C. Redeker und Balthasar v. Weymarn ja schon beinahe über jede Kritik erhaben. Neben der bombastischen Titelmelodie, die nach dem Prolog eingespielt wird, gibt es noch diverse Zwischenmusiken, bei denen mal die Geige und dann wieder das Klavier dominiert. Diese kurzen musikalischen Intermezzos sind mal tragend, mal treibend gehalten und akzentuieren das Geschehen auf adäquate Weise. Es ist aber vor allem die große Anzahl unterschiedlichster Geräusche, die dem Hörspiel seine Lebendigkeit und Authentizität verleiht. Schon in der Eröffnungssequenz wimmelt es nur so von akustischen Eindrücken, wie beispielsweise das Meeresrauschen, die sich brechenden Wellen und die Geräusche der Sauerstoffflasche. Genauso realistisch wie die irdischen Laute, sind auch die speziellen SF-Sounds ausgefallen. Seien es der piepende Computer, die futuristisch anmutenden Sirenen oder die schweren Schotts, alles passt einfach perfekt. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl an verschiedenen Effekten. So ist der Funkverkehr im All immer mehr oder weniger verzerrt, und Gespräche, die im Raumanzug stattfinden, haben ein wenig Nachhall.


Zu den Sprechern:
Die Art und Weise wie Michael Lott(Mark Brandis) seine Figur spielt, gehört sicher mit zu den Gründen für den Erfolg der Serie. Einerseits gibt er den strahlenden Helden, dem alle bis in den Tod folgen würden, andererseits benimmt er sich wie ein verstocktes Kind und fängt an unverständlich zu brummeln, nur um seiner Frau nicht recht geben zu müssen. Es ist diese Widersprüchlichkeit, welche ihn so menschlich und authentisch wirken lässt. Mindestens ebenso gut verkörpert Tanya Kahana(Lt. Louise Demnitz) ihre Rolle der desillusionierten, von der Regierung extrem enttäuschten Beamtin, die alles daransetzt, den Menschen zu helfen. Tobias Lelle(Stig Bengtsson) hat einen kurzen, aber prägnanten Auftritt als lebendes Gedächtnis, das mit verzerrter Stimme spricht, und Wolfgang Frass trägt erneut den an die aktuellen Folgen leicht angepassten Prolog vor. Gerhart Hinze(John Harris) überzeugt als erschöpfter, durch die Ereignisse sehr beunruhigter Ex-Vorgesetzter von Brandis, genau wie sein stets zuvorkommender Adjutant Stefan Peters (Magnus Sauerlein). Dorothea Anna Hagena(Ruth O´Hara) macht das Beste aus ihren Kurzauftritten, und es gelingt ihr, auch mit nur wenigen Sätzen die kluge, liebevolle Ehefrau darzustellen. Martin Keßler(Lt. Pablo Torrente) sprüht wieder vor beißenden Kommentaren, Martin Wehrmann(Lt. Iwan Stroganow) spielt seinen vernünftigeren Gegenpol, und Claudia Urbschat-Mingues(Dr. Rebecca Levy) ist die freundliche, kumpelhafte Ärztin. Obwohl Philipp Brammer(Gaston Weygand) laut Skript bereits früher einmal aufgetreten sein müsste, konnte ich seinen Namen in den anderen Folgen leider nicht finden. Brammer gibt eine starke Vorstellung als gebrandmarkter Feigling, der begierig darauf ist, seine Fehler aus der Vergangenheit wieder gutzumachen. Die Stimme von Anne Böckermann(Michelle) klingt dermaßen verrucht, daß sie trotz ihrer nicht sehr umfangreichen Rolle im Gedächtnis bleibt, und David Nathan(Cpt. Grigori "Grischa" Romen) macht Spaß als sorgloser Hans Dampf in allen Gassen. Mira Christine Mühlenhof(Bordsystem Cora) brilliert erneut in ihrem Part als emotionslose Computerstimme, die diesmal sogar als Hörbuchstimme tätig ist. Die Texte von Nao Tokuhashi(Cpt. Yodogimi Kato) und Hongyu Zhu(Cpt. Giap Thai), beide bereits bekannt aus der Folge "Raumposition Oberon", sind einfach zu kurz ausgefallen, um größeren Eindruck hinterlassen zu können. Jochim-C. Redeker(Gouverneur Oleg Behrens) ist gut als selbsternannter neuer Machthaber auf der Venus, der erst versucht, Brandis und seine Gefährten zu sich zu locken, um dann auf rohe Gewalt zurückzugreifen. Ganz am Schluß gibt es noch ein kurzes Wiederhören mit Dietmar Wunder(Tom O´Brien). Weitere Nebenrollen, wie beispielsweise der Mob, werden von Christine Pollack, Oliver Seidler, Uve Teschner, Balthasar v. Weymarn und Hanna Ziemens verkörpert.


Fazit:
Zwar nicht ganz so spannend wie die vorangegangene Folge, aber im Gesamtbild trotzdem überragende SF-Unterhaltung.

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Keeper of the Monsters

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