Zuletzt gesehener Western

Filme mit einsamen, harten und wortkargen Männern von Spaghetti bis Sam Peckinpah
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mario-pana
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Zuletzt gesehener Western

Beitrag von mario-pana » So 15.07.2007, 22:05

Ich gründe jetzt erst einmal einen neuen Western Thread, würde es aber begrüßen, wenn man den Alten wieder online stellen könnte und diese Posts dann rüber nimmt.

Das bekannte und überaus gelungene Bewertungssystem von Harryzilla gilt selbstverständlich auch hier.
Zuletzt geändert von mario-pana am Di 26.02.2008, 11:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von mario-pana » So 15.07.2007, 22:07

Das italienische Kino ist schon immer ein Quell, allerbester Unterhaltung gewesen (hmm…, der Satz kommt mir bekannt vor… na egal). Neben Sandalone, Abenteuer und Horror fasziniert mich aber auch der Italo-Western, auch Spagetti Western genannt, ganz besonders. Allen bekannt dürfte da sicherlich Sergio Leones Dollar Trilogie sein. Aber auch sein „Spiel mir das Lied vom Tod“ war prägend für diese Film, ebenso, wie Sergio Corbuccis Django, welcher eine ganze Serie von ähnlich gearteten Django Filmen folgen ließ. Der italienische Western bietet aber auch noch zahlreiche andere namhafte Helden, wie beispielsweise Sartana (Satana o. Santana) und auch Sabata (o. Zabata).

Sabata +++ +++

Gianfranco Parolini inszenierte diesen ersten Film mit Lee Van Cleef in der Titelrolle. Ihm folgten noch zwei weitere Streifen und auch noch einige andere mit der Figur des Sabata. Parolini zeichnete sich schon für einige interessante Sandalone verantwortlich und fand auch in der darauf folgenden Epoche, der Spagetti Western sein Betätigungsfeld. Zusammen mit Renato Izzo schrieb er auch das Drehbuch zum Film. Sicherlich ist die Geschichte denkbar einfach gestrickt:

Eine Gangsterbande bricht in eine streng bewachte Bank ein und bemächtigt sich des stabilen Geldschrankes. Doch sie haben nicht mit Sabata gerechnet, der sich zufällig in der Stadt aufhält. Er vereitelt ihre Flucht und bringt das Gold in die Stadt zurück. Ganz zum Missfallen des geldgierigen und machtsüchtigen Stengel (was für ein Name :hammer: ). Der geht über Leichen und lässt flugs alle Beteiligten aus dem Weg räumen, die ihn mit dem Überfall in Verbindung bringen könnten. Abermals ist Sabatan derjenige, der ihn dabei beobachtet, wie er den letzten der Bande persönlich aus dem Weg räumt. Nun schmiedet Stengel einen skrupellosen Plan um Sabata zu beseitigen. Doch dieser ist schlau und beginnt seinerseits dem bösen Mordbuben das blutige Handwerk zu legen und dabei noch mächtig abzusahnen. Unterstützt wird er dabei von seiner alten Truppe, einem versoffenen Fettsack und seinem stummen Kletterkünstler und „Banjo“ dem schlitzohrigen Banjospieler, der wohl glaubt Sabata übers Ohr hauen zu können.

Sabata ist ein überaus amüsanter und Actionreicher Western. Ihm haftet keinesfalls die Schmutzigkeit und Düsternis der sonstigen Italowestern an. Vielmehr möchte er beschwingt und kurzweilig unterhalten und das gelingt ihm hervorragend. Sabata ist seinen Widersachern immer einen Schritt voraus und traktiert sie mit ausgefeilten Fallen und absurden Waffenkonstruktionen. Sabata hat immer noch ein As im Ärmel. Lee Van Cleef bringt die Figur hervorragend herüber. Er erfüllt sie mit dem richtigen Leben. Aber auch seine Kameraden sind nicht von schlechten Eltern. Allen voran William Berger, der glaube ich sogar Deutscher ist/war. Seine Figur erinnert an Bronson als Mundharmonika Spieler. Nur fehlt ihm etwas der Grips. Musiktechnisch stehen die italienischen Filme seit jeher für ganz besonders melodische Untermalung, was am prägnantesten in der Italowesternzeit zu Tage kam. Ennio Morricone ist und bleibt hier unvergessen. Im Fall von Sabata liefert Marcello Giombini die unverwechselbaren Melodien. Er macht Morricone zwar keine Konkurrenz, brauch sich dahinter aber auch nicht zu verstecken. Italien hatte viele Meister in der Filmmusikszene und Giombini kann man dazu setzen.

Am Ende bekommt man einen überaus unterhaltsamen Italo-Western der amüsanten Sorte geboten. Mit erstklassigen Schusswechseln. Viel Action, einer guten Geschichte, guten Darstellern und witzigen Momenten, die aber nie in Klamauk ausarten.

Adios Sabata +++

Im dritten Film, der zweite heißt „Sabata kehrt zurück“, spielt Lee Van Cleef nicht mehr die Rolle des ausgebufften Revolverhelden, der nicht nur die Armen beschützt sondern auch ganz gern mal ein Säckchen Gold ergaunert. Die Rolle geht diesmal an Yul Brunner, mit dem der Film leider etwas in die Schiene der gloreichen Sieben abdriftet. Auch wenn die Geschichte diesen Schluss nicht zulässt wird man doch das Gefühl nicht los hier nicht Sabata, sondern eher Chris beim Kampf ums Recht zuzusehen. Auch in Sachen Story ist man schwächer geworden:

Sabata hilft einer Gruppe von Revolutionären, Gold für Waffen zu beschaffen, damit sie eine neue Revolution anzetteln können um ihr Land von den Österreichern (häh?) zu befreien, die ihr Volk barbarisch unterdrücken. Anführer der bösen Besatzer ist Colonel Schimmel (meine Güte :hammer: ), der den ersten Revolutionären mit Vorliebe in den Rücken schoss. Senor Ocano heuert Sabata auch an um dem Colonel das schmutzige Handwerk zu legen. Dieser ist ein harter Brocken, denn er scheint den Revolutionären und Sabata immer wieder einen Schritt voraus zu sein. Unterstützung erhält Sabata von Ballantine, einem alten Kameraden, der aber nicht ganz uneigennützig mit der bunten Truppe zusammenarbeitet, denn er will sich das Gold unter den Nagel reißen und lässt dabei nichts unversucht.

Irgendwie kommt der Film nie richtig in Schwung. Möglicherweise fehlt es an den nötigen Szenen, in denen Sabata seine Schlitzohrigkeit gekonnt unter Beweis stellen kann und möglicherweise fehlt es auch an der richtigen Geschichte, denn das was geboten wird wirkt irgendwie ausgelutscht. Es fehlt der Biss. Da können auch die besonderen Fähigkeiten der Truppe nichts reißen. Sal Borgese (man den seh ich immer wieder gern) schleudert Kugeln mit seinem Fuß. Es gibt wieder den Kletterheini und ein Flammingo tanzender Patron lenkt das Opfer von der nahenden Kugel des Fettsacks ab. Dieser nervt gehörig mit seinem ständigen Revolutiongequatsche und den gesalbten Sprüchen. Brunner kommt zu kurz und punktet eben nicht mit besonderer Schlitzohrigkeit. Zudem reißt auch Dean Reed nicht viel rauß. Er wirkt wie ein Banjo Verschnitt, ist über weite Strecken jedoch zu lächerlich anstatt hinterhältig oder gerissen.

Am Ende war ich etwas enttäuscht. So schlecht hatte ich „Adios Sabata“ nicht in Erinnerung. Sicherlich fehlt es dem Film nicht an Action und unterhaltsamen Schusswechseln doch hat die Geschichte Schwächen und so muss man einige Längen ertragen. Aber auch die Filmmusik zündet nicht so. Mit Pfeifmelodie und anderen interessanten Einfällen bietet man schon solide musikalische Unterhaltung, aber es fehlt das gewisse Etwas, das Morricones Stücke immer auszeichnete und auch bei Giombinis Musik zum ersten Sabata Film vorhanden war. Nichts destotrotz wurde ich kurzweilig unterhalten.

Leichen pflastern seinen Weg +++ +++ +++

Meister Corbucci, der mit Django eine ganze Lawine von Django Filmen lostrat und mit diesem Film den Italowestern prägte wie kein anderer, zeichnet sich auch für diesen kompromisslosen Western verantwortlich. Lange hatte ich gezögert und mich nach mehrmaligen Sehen des Trailers auf anderen Kinowelt DVDs endlich dazu durchgerungen mir diesen Film zu gönnen. Ich wurde nicht enttäuscht sondern überaus überrascht und am Ende sogar schockiert, aber dazu später.

Die Geschichte: Die Kopfgeldjäger sind eine rücksichtslose Gilde, die skrupellos alle Gesetzesübertreter, auf die auch nur die kleinste Prämie ausgesetzt wurde, über den Haufen schießen. Ehefrauen werden zu Witwen und Kindern verlieren ihre Eltern. Wann wird das ein Ende haben. Die einsam liegende Kleinstadt Snow Hill wird von dieser Brut regelmäßig heimgesucht. Derzeit ist ein ganz besonders schlimmer am Werk. Man nennt ihn Loco und Leichen pflastern seinen Weg. Der stumme Revolverheld Silence macht Jagd auf die Kopfgeldjäger, denn sie töteten seine Eltern und nahmen ihm die Stimme. Sein Markenzeichen sind die abgeschossenen Daumen. In Snow Hill trifft er auf Loco und somit einen Gegner dem er wohl nicht gewachsen sein wird.

Absolut einmalig ist gleich zu Beginn die traumhafte Filmmusik von Meister Ennio Morricone. Wieder einmal ist ihm ein unvergleichliches Stück Musik gelungen, welches immer wieder verzaubert. Seine Musik unterstützt die etwas subtile Erzählweise des Filmes, was Corbucci schon bei Django brachte. Er inszeniert seinen Western ganz ungewöhnlich im, von Eis und Schnee bedeckten Wilden Westen und das mit herrlichen Naturaufnahmen. Dagegen ist die erzählte Geschichte bekannt düster und dreckig. Anfangs noch unbeschwerter wird die Szenerie zunehmend bedrohlicher und mündet kurz vor Schluss in eine Szene, die ein emotionales Highlight bietet. Nicht im angenehmen Sinn, denn die Vergewaltigung der Geliebten ist schon ein starkes Stück. Silence anfängliche Hilflosigkeit, aus der er fast ohnmächtig dem Geschehen zusieht überträgt sich merklich auf den Zuschauer und schnürt ihm dabei wahrlich den Hals zu. Durchbrochen wird die Düsternis durch eine sehr sinnliche Liebesszene zwischen Silence und Pauline. Unterlegt von Morricones Musik ist diese Szene überaus beeindruckend. Corbucci versteht es dies meisterhaft zu inszenieren ohne dabei den Blick fürs Wesentliche zu verlieren. Aber auch das Finale von „Il Grande silenzio“, ist ein Schlag in die Magengrube, und hätte ich so nie erwartet. Damit hebt sich der Film ganz klar von anderen Western ab. Django hat ja schon leiden müssen, aber das setzt dem ganzen die Krone auf. Die DVD von Kinowelt bietet dahingehend noch ein alternatives Ende, welches jedoch nur ohne Ton zu genießen ist und ein Ende zeigt wie es sonst üblich wäre. Mit diesem Schluß wäre „Leichen pflastern seinen Weg“ sicher weniger schockieren geworden, aber sicherlich auch näher zum Durchschnitt gerückt, auch wenn man das auf Corbuccis Werke nicht wirklich anwenden kann.

Am Ende wurde ich hervorragend unterhalten. Leichen pflastern seinen Weg ist kein Film von der Stange, sondern ein einprägsamer Western mit den bekannten Versatzstücken des italienischen Westerns aber auch mit schockierenden und verzaubernden Momenten.

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Beitrag von Xyrxes » Mo 16.07.2007, 10:16

Ich gründe jetzt erst einmal einen neuen Western Thread
Mal wieder eine ausgezeichnete Idee :)
Meine letzten beiden:

The Wild Bunch:
Sonst mag ich Sam Peckinpahs Western nicht. Dieser ist jedoch wirklich großartig und immer wieder sehenswert. In vielerlei Aspekten ein Meisterwerk. Mein lieblings Spätwestern

Hondo:
Als bekennender John Wayne gerne möger natürlich eine Pflichtveranstaltung. Al Bundys Lieblingsfilm endlich auf DVD!
Und siehe da, er hat mir gut gefallen. Hab mal gelesen dieser Western hätte die filmische Figur Waynes geprägt wie kein anderer. Mag ich glauben. Die Filme vor Hondo und die danach unterscheiden sich schon in der Zeichnung des Duke.
Fazit: Kein toller Film, aber für Anhänger von John Wayne durchaus sehr interessant. Als Western solide und ordentlich.

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Beitrag von Biollante2000Millenium » Mo 16.07.2007, 10:24

Meine zuletzt gesehenen Western waren italowestern, und zwar zwei der besten beiden die es gibt:

Die rechte und die linke Hand des Teufels
Ein grandioser Film, tolle Story, toller Regisseur und einfach genial gedreht, und natürlich mit meinen Lieblingsschauspielern Bud Spencer und Terence Hill.

Vier Fäuste für ein Halleluja
Eine wundervolle fortsetzung des oben genannten Film's, wieder mal super gemacht und wieder mit Bud und Terence.

Beide Filme sind wirklich zu empfehlen.(besonders für SpencerHill Fans ein Muss)
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Beitrag von Dr.Beaker » Sa 21.07.2007, 16:24

Sie verkaufen den Tod +++ 1/2
Colonel Pembroke (James Coburn) muss sich eine Truppe aus Dieben und Gesetzesbrechern zusammenstellen, um ein einst verlorenes Fort wieder zurück zugewinnen.In dieser Truppe befindet sich auch Eli (Bud Spencer).Todesmutig machen sie sich auf den Weg, doch schon bald gibt es Unstimmigkeiten & Ärger in der Gruppe.
Schließlich kommen sie doch am Fort an und wollen dieses nun in ihre Gewalt bringen...

Vielleicht liegt es an Bud Spencer,vielleicht aber auch an James Coburn, oder einfach doch an dem grandiosen Finale? Ich mag den Film einfach sehr gerne. Die ernste Variante des Films "Der Dicke und das Warzenschwein" zieht sich etwas im Mittelteil, doch man weiß, dass das Fort ja noch bevorsteht!Ich würde jedem auch raten,den Film in der ernsten und vor allem auch Uncut Version zu schauen.
Mit Spencer,Coburn & Savalas hat man außerdem 3 richtige Größen in den Film gepackt.
Fazit: ohne wirkliche Prügelszenen zählt der Film ohne weiteres zu meinen lieblings Bud-Filmen und weiß auf ganzer Linie zu überzeugen.


Der Gehetzte der Sierra Madre +++ +++ +++ 1/2
Der für einen Mord beschuldigte Cuchillo (Tomas Milian) wird von dem gnadenlosen Kopfgeldjäger Corbett (Lee van Cleef) gejagt. Durch raffinierte Tricks und auch etwas Glück, schafft es Cuchillo ihm immer wieder zu entwischen. Doch nach langer Hetzjagd kommt Corbett auf eine andere Fährte...

Ein super Duo in den Hauptrollen und ein gänsehautverbreitender Soundtrack durch Ennio Morricone,vollenden einen gewaltigen Italo Western,welcher durch neue Ideen damals frischen Wind in das Genre gebracht hat. Er zählt auch für mich zu einem der Besten in seinem Gebiet. Durch immer neue Verzweigungen wird es einfach nie langweilig.
Was Herr Sollima hier auf die Beine gestellt hat ist einfach nur spitze! :respekt:
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Beitrag von Dr.Beaker » Sa 21.07.2007, 21:46

Lauf um dein Leben +++ +++ 1/2
Cuchillo (Tomas Milian -wer sonst ^^) rettet für 100$ einen wichtigen mexikanischen Politiker,welcher einen Schatz von 3.000.000 $ besitzt.Dieser Mann wird kurze Zeit später erschossen,doch noch im Sterben gibt er Cuchillo eine alte Zeitung und sagt ihm den Stadtnamen des Goldverstecks.
Bald wissen alle seine Kontrahenten,dass er über das Versteck des Goldes bescheid weiß und abermals beginnt ene wilde Jagd,worin auch Sheriff Cassidy (Donald O`Brien) involviert ist.

Es ist kein wirklich ernster Western und daher kommt auch der Humor nicht zu kurz,worin ein Tomas Milian natürlich sofort aufblüht. Der Film ist im Mittelteil,durch seine vielen wichtigen Nebenrollen etwas zu lang,weiß aber trotzdem zu unterhalten. Eine art Running-Gag soll z.B.: Cuchillos Frau sein,welche immer wieder auftaucht und schwört ihn noch zu heiraten...
Der Film kann mit seinen Hauptdarstellern punkten und hat mit Nello Pazzafini außerdem noch gute Nebendarsteller.Daher kann ich als Fazit nur sagen,dass ich ihn auf jeden Fall weiterempfehlen kann!

zum Schluss passt eigentlich nur ein Satz: CUCHILLO REITET WEITER!!! :klatsch:
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Beitrag von mario-pana » So 22.07.2007, 05:30

Wegen Tomas Milian würde ich mir "Der Gehetzte der Sierra Madre" wohl nicht ansehen. Eher schon, wegen Lee Van Cleef oder der Regie von Sergio Sollima. Mit Milians Leistungen konnte ich mich bisher noch nicht anfreunden, dafür nervt er mich zu oft. Möglicherweise hab ich aber auch nur die falschen Filme gesehen.

Zusammen mit "Lauf um dein Leben" und "Von Angesicht zu Angesicht" ist der Film in einer herrlichen Sergio Sollima Italo-Western Box erhältlich, die zudem ein extra erstelltes Italo-Western Lexikon bietet. Ausserdem gibts noch eine einstündige Doku, in der Sollima aus dem Nähkästchen plaudert und über die drei Filme berichtet.

Hoffentlich schaff ich es mal, mir die Box zuzulegen, denn sie ist wirklich ein Schmankerl. Natürlich von Koch Media.

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Beitrag von Dr.Beaker » So 22.07.2007, 10:24

also die Box würde ich mir an deiner Stelle auch zulegen.Ich habe den Kauf überhaupt nicht bereut!Besonders die Aufmachung ist schon sehenswert und die tollen Extras + das Buch rechtfertigen auch den Preis.
Ich muss mir unbedingt noch die 2 anderen Koch Boxen kaufen :loveyouall:

Zu meinen Reviews sei noch zu sagen,dass ich nicht nur hohe Wertungen gebe :-P , aber ich habe einfach mal wieder einige meiner Favoriten angeschaut...
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Beitrag von Dr.Beaker » Mo 23.07.2007, 19:58

da Herr Gemma mein lieblings Italo-Schauspieler ist,wurde heute mal wieder ein Film mit ihm eingelegt:
Tampeko - Ein Dollar hat zwei Seiten +++ 1/2
Es ist Bürgerkriegszeit und Tampeko,welcher auf der Seite der Südstaatler steht, ist Gefangener der Nordstaatler.Alle wissen allerdings,dass er ein aufrichtiger Mann ist und bedingt durch einen Einsatz in seiner Heimat,leitet er eine Mission,welche sich um einen Brief handelt,der ein weiteres Gemetzel verhindern könnte.
Doch natürlich gibt es Komplikationen - diesmal in Form der Riggs Bande und 2 korrupten Soldaten.

Eigentlich hab ich zwischen einer 1,5 und 2 Daumen Bewertung geschwankt. Da ich aber die anderen Western so hoch bewertet habe,muss ich ,trotz meiner Vorliebe für Gemma, etwas abziehen. Der Film ist trotzdem sehr sehenswert und besitzt für einen "B-Western",wie er oft fälschlicherweiße genannt wird,gute Schauspieler und einen guten Plot!Auch Nello Pazzafini ist wieder kurz dabei :wink:
Der Film bietet durch seine Schlägereien,Folterszenen und dem Finale einen guten Mix.
Der zweite Teil der Trilogie ("Loch im Dollar","Tampeko","Wanted - Für 3 lumpige Dollar") macht einfach nur Spaß! :banana:

Bei so einem Film muss man aber auch die DVD ansprechen.Diese ist wirklich unglaublich.... und zwar unglaublich schlecht!Es ist mit Abstand die schlechteste DVD ,die ich besitze.Da weiß man gar nicht wo man anfangen soll: von Bildfehlern,über extremes Rauschen,über ein schlampiges Menü - ach die DVD ist einfach zum Kotzen :rage:
Des Weiteren ist es ebenso unfassbar,dass man den Film gekürzt auf DVD herausgebracht hat.Ich beziehe mich nichtmal auf die fehlenden italienischen Szenen...es gibt noch deutsch synchronisierte Szenen (zuletzt gesehen in der ARD/ZDF Version),welche es nicht auf den Silberling geschafft haben :wand: :hammer: - da fällt einem nix mehr ein!
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Beitrag von Dr.Beaker » So 29.07.2007, 21:10

Django - 10.000 blutige Dollar +++ 1/2
Django, gespielt von Gianni Garko, ist ein skrupelloser Kopfgeldjäger. Er hat allerdings seinen Preis und steigt erst bei Banditen mit einem Kopfgeld von 10.000 $ (wer hätte das gedacht :-P ) ein. Als der bis dato "kleine Fisch" namens Manuel Vasquez die Tochter eines reichen Mexikaners entführt und sein Kopfgeld steigt, ist auch Django interessiert.
Er macht sich auf die Suche und lernt dabei auch Manuels Freunde kennen... :twisted:

Gianni Garkos erster Italo Western ist eine gut aufgebaute Kopfgeldjäger-Geschichte. Sie mag zwar keine größeren Wendungen nehmen, doch durch viele abwechslungsreiche Szenarien wird es sicherlich nicht langweilig. Mir sind auch besonders die schönen Kulissen ins Auge gefallen - die abgelegene Stadt in Mexiko, gleichzeitig auch Austragungsort des Finales, sieht einfach genial aus :klatsch: .
Zu bemängeln gibt es eigentlich nur den teilweise etwas merkwürdigen Soundtrack. Sicherlich ist man von Morricone verwöhnt, aber an einigen Stellen hätten andere musikalische Untermalungen besser gepasst!
Trotzdem ein gelungener Western mit einem jungfräulichen Garko,welcher einen guten Einstand liefert :respekt:
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Beitrag von Kai "the spy" » So 05.08.2007, 20:23

Shanghai Noon

Musste mich zwischen diesem und dem "Action-Film"-Thread entscheiden, aber es ist nun mal ein Western. Nette Unterhaltung. Jackie Chan hatte sichtlich Spaß! +++ +++
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Beitrag von mario-pana » Fr 10.08.2007, 00:30

Man nennt mich Hondo +++ +++

Hondo ist Kuriereiter der Armee und kommt auf seinem Weg zurück auf einer einsamen Ranch vorbei. Die hübsche Angie wohnt hier mit ihrem Sohn. Verlassen von ihrem Mann, der sie nur der Farm wegen geheiratet hat, kommt sie ganz gut zurecht. Hondo verbringt etwas Zeit auf der Ranch und lernt sie und Sohn Johnny näher kennen. Doch bald bricht der Krieg it den Apachen aus und Familie Lowe ist in der Einöde nicht mehr sicher. Hondos Versuche sie zum wegziehen zu bewegen sind erfolglos und so zieht er weiter um seinen Vorgesetzten Bericht zu erstatten. Schon bald statten die Indianer der Ranch einen Besuch ab und damit beginnt der Ärger.

„Hondo“ ist ein klares Kind des 3-D Booms, der hier aber schon sein erstes Ende erreicht hatte. Ich hatte ja keine Ahnung, dass die Technik schon 1913 erfunden worden ist, in einer Zeit wo das normale Filmen ja noch in den Kinderschuhen steckte. Also, man sieht es dem Film eindeutig an, dass er für den 3-D Markt gedreht wurde, jedoch setzte man den Effekt eher dezent ein und verstärkt den Einsatz nur in Actionszenen, wie dem Messerkampf zwischen Hondo und dem Indianer Silva. Wenn Indianer auf die Kamera zurasen und Messer, Lanzen und Gewehrläufe auf den Zuschauer zuzuschnellen scheinen, ist man damals sicherlich beeindruckt und erschrocken zugleich zurückgezuckt. Leider kommt man in den heutigen Kinos nicht mehr in den Genus dieser Filme, in all ihrer Pracht und muss auch auf dem DVD Markt weitestgehend darauf verzichten. Dennoch funktioniert der Film auch in 2-D sehr gut, obgleich er für mich eher solides Filmwerk als sonderlich beeindruckende Filmunterhaltung ist, dafür stören mich die 3-D orientierten Szenen einfach zu sehr. John Wayne spielt gewohnt, den starken Helden, der am Ende die Holde bekommt. Geraldine Page als Angie Lowe merkt man ihre Herkunft aus dem Theater sehr an, denn ihre Aussprache ist übertrieben deutlich. Die deutsche Synchronstimme kaschiert das etwas, was in meinen Augen aber etwas misslingt, denn somit passt es zur sehr deutlichen Lippenbewegung der Darsteller nicht wirklich dazu. Dies fällt aber nur Puristen auf.

Am Ende ist John Farrows Inszenierung überaus gelungen, er schaffte einen unterhaltsamen Western mit sehr guten Darstellern, erstklassigen Action Szenen und einer fesselnden Geschichte. Die 3-D Effektszenen stören etwas, aber nicht so sehr und abermals ist der Duke mit seiner unglaublichen Präsenz die Nummer 1.

Anonymous

Beitrag von Anonymous » Mi 17.10.2007, 10:58

8) Gestern "Treffpunkt für zwei Pistolen" mit Yul Brynner geschaut (war wohl wieder leicht gekürzt!?).
Ein unterhaltsamer Western mit einem guten Brynner, den man aber auch schon besser gesehen hat.
Auch wenn kein Überwestern, erinnere ich mich immer sehr gerne an den Film zurück, den ich als Kind das erste mal sah.
Von der Thematik her, würde ich das Werk mit "High Plains Drifter" (Ein Fremder Ohne Namen - Clint Eastwood) vergleichen. Letzterer kommt allerdings wesentlich spannender, anspruchsvoller und straffer inszeniert, daher.

Trotzdem gefällt mir Brynner als Revolverheld "Jules Gaspard d'Estaing", der moralische Fragen aufwirft und den Bürgern der Kleinstadt "Pecos", den Spiegel vorhält.
Dafür gibts von mir +++ +++ :) Immer wieder schön den Film zu sehen..

Anonymous

Beitrag von Anonymous » Mo 03.12.2007, 14:44

Der schwarze Falke (1956) mit John Wayne und Hank Worden +++ +++ +++ +++ (Wertung nicht neutral, ich bin großer Fan des Duke)
Um einmal Joe Hembus' grandioses, wenngleich ziemlich schwülstiges Western-Lexikon zu zitieren:

"Der Moby Dick des Western (...) Die Tür zu einem neuen Land hat sich geöffnet. Die Tür zu einem neuen Land hat sich geschlossen. Das Land ist besiegt. Der eingeborene Amerikaner ist tot und skalpiert... Der weiße Amerikaner, der sich der Herausforderung der Wildnis stellt, Ethan Edwards, der zu den Wilden geht, wie Lederstrumpf zu den Wilden ging und wie John Ford mit diesem Film zu den Wilden geht, ist verdammt, zwischen den Winden zu wandern, wie ein toter Krieger, dem man die Augen ausgeschossen hat. Ahab hat das Meer der Wüsten, der Prärien, der Felsengebirge durchquert, seinen weißen Wal erlegt und geht mit ihm unter. Er versinkt in dem Land, dessen Büffel er geschossen, dessen Menschen er massakriert, dessen Erde er mit Messern, Kugeln und mit seinen Fäusten bearbeitet hat."

Ehemaliger Südstaatensoldat Ethan Edwards kehrt drei Jahre nach Ausgang des Bürgerkrieges auf die Ranch seins Bruders in Texas zurück, wo deutlich wird, dass er sich ziemlich von der Familie entfremdet hat: Die lange Zeit als Soldat hat ihn so sehr in sich geschlossen, dass er sich Gefühle nicht leisten zu können meint.
Bald darauf kommt es zu einem Überfall auf die Ranch, verübt von Comanchen unter Führung des Häuptlings "Schwarzer Falke", im Originalton "Chief Scar", die den Bruder Ethans samt Frau und Sohn umbringen und die beiden Töchter entführen.
Zusammen mit dem Ziehsohn seines Bruders, Martin, und dem Verlobten von Lucy, der älteren Tochter, bricht Ethan auf, um Rache zu nehmen... Der vielleicht tiefgründigste Charakter in Waynes Karriere und auf jeden Fall 114 Minuten wert.

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Beitrag von Harryzilla » Mo 03.12.2007, 15:00

Deine Wertung geht durchaus in Ordnung. Die rachsüchtige Darstellung die der Duke abliefert sucht ihresgleichen. Ein teilweise unangenehmer Edelwestern.
"The Searchers" ist der einzige Film (soweit ich mich erinnere) der bei Joe Hembus die Höchstwertung erhalten hat.
Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen!

Anonymous

Beitrag von Anonymous » Mo 03.12.2007, 16:23

Und das völlig zu Recht, finde ich.

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Beitrag von mario-pana » Sa 15.12.2007, 02:29

Chatos Land +++ +++ +++

Von Charles Bronson mochte ich die Actionstreifen oft lieber als die Western. Zumindest war das am Anfang meines Interesses für ihn so. Seinerzeit konnte ich mit Western auch nicht sonderlich viel anfangen. Nach zahlreichen Italo Western und vielen John Wayne Western bin ich aber nun anderer Meinung. Besonders der Western „Nevada Pass“ und „Rivalen unter roter Sonne“ begeisterten mich. Über „Spiel mir das Lied vom Tod“ brauchen wir hier nicht zu sprechen, der gefiel mir schon von Anfang an und ich sah ihn noch vor allen anderen Bronson Actionstreifen.

„Nevada Pass“ hatte ja was typisch Bronsonsches an sich und das erkenne ich auch in Michael Winners Film „Chatos Land“. Nach dem wirklich gelungenen „Lawman“ (hier mit Burt Lancaster in der Titelrolle), drehte Winner 1972 einen weiteren actiongeladenen und ungemein fesselnden Western. Diesmal mit Charles Bronson in der Hauptrolle, mit dem er kurz darauf noch Kalter Hauch drehte und noch einige seiner besten Filme.

Halbblut Chato tötet den ihn provozierenden Sheriff einer Stadt. Dabei wollte er doch nur einen Wisky trinken. Schnell sucht er das Weite, doch schon kurz darauf setzt sich eine Gruppe, angeführt von Captain Quincey Whitmore auf seine Fährte um Gerechtigkeit für die frevelhafte Tat zu verlangen. Eines übersehen sie dabei aber. Chato ist in der einöde der Prärie zu Hause und kennt die Gegend besser wie jeder andere. Und so fällt ihm schon bald der erste der Verfolger zum Opfer. Nachdem die Männer aber sein Frau gefangen nehmen und vergewaltigen ist es mit Chatos Geduld vorbei. Von nun an kennt er nur noch blutige Rache.

Ich bin überrascht, wie hochkarätig dieser harte Western doch besetzt ist. Bronson braucht man nicht weiter vorzustellen. Neben ihm am präsentesten ist Jack Palance als Captain Quincey Whitmore. Seine Rolle spielt er wieder einmalig und schenkt dem Film damit ein weiteres Highlight. Am bekanntesten für die Freunde des phantastischen Filmes dürfte daneben wohl James Whitmore sein, der Jahre zuvor gegen Riesenameisen in „Formicula“ kämpfte und Jahre später in „The Relict“ dem Kotoga als Futter diente. Seine Rolle ist nicht sonderlich groß, bleibt aber dennoch haften. Weiter geht’s mit Richard Basehart, der allen wohl bestens bekannt sein dürfte als Admiral Harriman Nelson aus der Fernsehserie „Mission Seaview“. Seine letzte Rolle hatte er als Kauziger Wilton Knight in der Fernsehserie „Knight Rider“. Weiter geht’s mit Richard Jordan, der wohl am bekanntesten sein dürfte. Er war zu sehen als Michael Yorks engster Freund und erbittertster Gegner in „Flucht ins 23. Jahrhundert“, spielte in „Dune“ die Rolle des Duncan Idaho, an der Seite von Kyle MacLachlan und spielte auch in „Solarfighters“ mit. Westernerfahrung hatte er durch Rollen in „Der Marshall“ (mit John Wayne), „Valdez“ (mit Burt Lancaster) und „Lawman“ (ebenfalls mit Lancaster). Victor French kennt man als Landons Freund Mark Gordon aus der Serie „Ein Engel auf Erden“ und Simon Oakland kennt man als Machinist aus „Kanonenboot am Yangtse-Kiang“ (neben Steve McQueen unter Regie von Robert Wise) und „Bullitt“ (ebenfalls neben Steve McQueen).
Man sieht, dass hier einige interessante Größen versammelt sind, die durch Chato ihr Filmleben aushauchen dürfen. Aber ist nur Chato dafür verantwortlich?

„Chatos Land“ ist ein harter Western ganz im Stile eines Charles Bronson. Der überlegene Outlaw rafft einen nach dem anderen dahin, aus Rache für die Schändung seiner Frau. Unerbittlich geht er vor, was zuweilen nicht ganz ohne ist, denn die Charaktere bringt uns Regisseur Michael Winner im Verlauf des Filmes immer näher. Damit erreicht der Streifen die passende Intensität und bringt den Zuschauer in eine moralische Zwickmühle, wo er sich fragt, „war das wirklich nötig“. Betrachtet man es aus Chatos Sicht, schon, zumal ihm die menschliche Seite seiner Gegner verborgen bleibt. In erster Linie wollen sie ihm ans Leben und je mehr er von ihnen in den Himmel, oder zur Hölle, schickt, je mehr spitzt sich die Lage zu und je mehr geraten die Charaktere unter Druck. Diesen Druck setzt Winner abermals sehr effektiv in Szene und schafft damit eine beeindruckende Atmosphäre und Spannung, die das Geschehen nie langweilig werden lässt. Trotz Bronsons Überlegenheit – er ist seinen Gegnern stets einen Schritt voraus – verliert „Chatos Land“ somit nicht an Reiz und Unterhaltungswert.

Am Ende wurde ich wieder erstklassig unterhalten. „Chatos Land“ ist ein harter Western (zum dritten mal / ich wiederhole mich) mit blutigen Shootouts, viel Action, einer guten Story und einer ordentlichen Portion Spannung.

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Beitrag von Xyrxes » Sa 15.12.2007, 08:55

Wow. Den hab ich zwar schon ewig auf meiner Wunschliste, aber jetzt kauf ich mir den Film auf jeden Fall.
Zwei tolle Rezis von Mario. So fängt der Tag ja gut an :D +++


(Los, in der nächsten Pranke will ich aber endlich mal was von Dir lesen :motz: :wink: )

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Beitrag von mario-pana » Sa 15.12.2007, 14:15

Zwei? Hab letzte Nacht doch fünf Kurzrezis geschrieben. :-P

Die Liq*****tor Rezi hast du somit noch nicht entdeckt?


Das mir der Streifen gefallen würde versicherte mir schon ein Arbeitskollege, den ich seinerzeit über die Bahnhofskinos ausfragte. Er gab mir eine sehr gute Vorstellung davon. Außerdem sieht er Bronson sehr gern und kennt mittlerweile meine Vorlieben.
Am Ende war ich nicht überrascht, dass mir Chatos Land so sehr gefiel, aber schon etwas wegen der anderen Darsteller. "Wow, James Whitmore" war hier mein erster Gedanke. :-P

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Beitrag von Antropophagus » Sa 15.12.2007, 14:33

Silverado +++ +++ +++
Die rechte und die linke Hand des Teufels +++ +++ +++
4 Fäuste für ein Halleluja +++ +++ +++

Da ich kein guter Rezischreiber bin..belasse ich es einfach mal bei den Bewertungen...
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Beitrag von Xyrxes » Sa 15.12.2007, 14:44

Die Liq*****tor Rezi hast du somit noch nicht entdeckt?
Still missing :?
Zwei? Hab letzte Nacht doch fünf Kurzrezis geschrieben.
Ich gestehe, wenn im Filmtitel Stichwörter wie "Schlitzohr" stehen, dann ist mein Interesse nicht so groß.
Hatte vorhin nur die beiden gelesen YIYA

P.S. Wer neben mir kann noch sagen, woher der Ausdruck "Schlitzohr" kommt?

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Beitrag von Antropophagus » Sa 15.12.2007, 15:09

Xyrxes hat geschrieben:P.S. Wer neben mir kann noch sagen, woher der Ausdruck "Schlitzohr" kommt?
Klick mich

Wir sind nicht blöd...wir können auch googeln... :roll: :P :mrgreen:
BildBildBildBildBild

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Beitrag von mario-pana » Sa 15.12.2007, 15:43

Still missing
Dann schau doch mal einen Post über der Schlitzohr Rezi. :wink:

Nun, ich zwinge hier keinen zu irgendwas. Es überraschte mich nur ein klein wenig, dass dir nur diese beiden aufgefallen sind. Am Ende sollte jeder lesen, was er gern möchte. Ich bestehe hier nicht auf irgendwas. :-P

Filmtitel sagen mir nie wirklich was über den Inhalt eines Filmes. Wäre ich je danach gegangen, wären mir einige Godzilla Streifen verborgen geblieben, denn bis vor meinem Kontakt mit den Hammer Filmen konnte ich Frankenstein echt nichts abgewinnen. Bekanntermaßen taucht in sehr vielen deutschen Godilla Filmtiteln der Name Frankenstein auf. :)

Mein Bruder ging in der Vergangenheit bei Musik und auch DVD Filmen, stets nach dem Cover und hat doch oft daneben gegriffen. Ich gehe stets nach meinem Gefühl und hab mittlerweile auch ein gutes Auge dafür bekommen, was mir gefällt.

Anonymous

Beitrag von Anonymous » Sa 15.12.2007, 16:12

Bis zum letzten Mann +++ +++ +++ +++

Nach dem Bürgerkrieg ist Kavallerieoffizier Owen Thursday vom General zum Oberstleutnant zurückgestuft und als Befehlshaber ins Fort Apache geschickt worden, was er als Demütigung empfindet. Da er sehr distanziert auftritt, macht er sich bei seinen Leuten rasch unbeliebt, während er auf einen Kampf gegen die von ihm verachteten und gehassten Apachen hinarbeitet, welche aufgrund der Machenschaften des zuständigen Indianeragenten auf dem Kriegspfad sind und sich auf mexikanisches Territorium zurückgezogen haben, um dem Zugriff der Kavallerie zu entgehen.

Thursdays Gegenspieler ist bzw. wird Hauptmann York (Gespielt vom Duke höchstpersönlich), bei den Soldaten wie bei den Indianern beliebt und geachtet, der von seinem Befehlshaber des Kommandos enthoben wird, als er vor einer wahnwitzigen Attacke auf die Indianer warnt. Zuvor hat er mit den Rothäuten verhandelt, doch als sie zurückkehren, werden sie durch Thursday angegriffen...

Der Film erscheint wie eine bittere Adaption der Schlacht am Little Big Horn, Thursday ist in diesem Falle als General Custer zu verstehen. Der Schluss scheint eine Abrechnung mit der Verehrung dieses die Indianer verachtenden Generals als Held zu sein. Jedenfalls kommt es mir so vor.

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Beitrag von Xyrxes » Sa 15.12.2007, 18:13

@mario-pana
Ja, hast ja Recht.
Das war auch nicht so ganz gemeint. Ich hab einfach heut Morgen einen Kaffee getrunken und dabei deine beiden Rezis gelesen, die mir sehr gefallen haben. Die dritte Besprechung hab ich dann nicht mehr gelesen, weil mir der Filmtitel nicht so gefallen hat, und ich dann auch gerne ins Bad wollte.
(Also eine Art Selektionsdruck)
So, nun hast Du die ganze Wahrheit. In der Zwischenzeit hab ich aber aufgeholt :wink:
Selbstverständlich lese ich immer alle Deine Filmbesprechungen. +++

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Beitrag von Antropophagus » Sa 15.12.2007, 18:31

Xyrxes hat geschrieben:Ich hab einfach heut Morgen einen Kaffee getrunken und dabei deine beiden Rezis gelesen
Pass auf das er dir nicht auf die Tastatur kleckert..sonst entwickelt dein PC womöglich ein Eigenleben..nennt sich Edgar und ist geil auf Xyrxiline... :roll: :rofl:
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Beitrag von Xyrxes » Sa 15.12.2007, 18:45

:-P :rofl:
Noch bin ich ja stärker

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Beitrag von Kai "the spy" » Sa 29.03.2008, 23:22

Lucky Luke

Die Verfilmung von und mit Terence Hill mag zwar optisch nicht ganz vorlagengetreu sein, inhaltlich ist sie es dann aber doch (was die nachfolgende TV-Serie leider nicht weiterführte). An die Comics und die klassischen Zeichentrickproduktionen reicht zwar nix, aber zu lachen gab es auch hier einiges, besonders schön sind die Parodien auf das Gespann Leone/Morricone. Und Terence Hill ist mir auch tausendmal lieber als Till Schweiger. Außerdem kommt der Titelsong von Roger Miller richtig gut! +++ +++
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Beitrag von mario-pana » Sa 05.04.2008, 23:33

Alamo (1960)

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Ich glaube es war vor einigen Jahren, dass ich mit einem Kollegen über Westernfilme redete und in dem Zusammenhang kamen wir auch auf John Wayne. Schon bald wollte ich mal einen Western mit ihm sehen und mich auch überhaupt mit dem Genre näher befassen. Mein erster Kontakt mit den Filmen vom Duke, hab ich mit „El Dorado“ gehabt und damit wahrlich einen seiner besten Western erlebt. Jedoch richtig bewusst einen Wayne Film gesehen hab ich mit „Die vier Söhne der Katie Elder“ und dieser machte mich auch zum John Wayne Fan, denn mittlerweile habe ich schon massig Streifen mit dem Duke gesehen und dabei nicht nur Western, sondern auch aus sämtlichen anderen Genres, in denen er drehte. Nichts kommt ihm gleich. Kein anderer Schauspieler lässt sich mit dem Duke vergleichen. Er ist größer als alle anderen, eben ein wahrer Duke. Wie gern hätte ich ihn einmal live erlebt.
John Wayne war einer der wenigen Schauspieler, die ihren eigenen Weg gingen. Er gründete seine eigene Produktionsgesellschaft und machte sich selbständig. So konnte er sich seine Projekte aussuchen und verdankte dies auch seinen Söhnen, denn Michael Wayne führte die Geschicke Daddys Firma Batjac Productions und Sohnemann Patrick tauchte auch tatkräftig als Darsteller in Erscheinung.

Bei Projekten, die John Wayne besonders am Herzen lagen führte der Duke auch schon einmal selbst Regie, wie bei „Die grünen Teufel“ und eben auch bei „Alamo“. Wayne fand, dass es dieses historische Ereignis wert war erzählt zu werden. Schon in den 20ern gab es eine Verfilmung des Stoffes, doch diese hier sollte alles bisher da gewesene in den Schatten stellen.
Mit einer Laufzeit von 157 Minuten ist ein epochales Werk daraus geworden, das besonders in der finalen Schlacht enorme Ausmaße zeigt. Ganze 2200 Pferde und Reiter waren im Einsatz und noch eine Menge anderer Statisten zu Fuß. Hinzu kommen die beeindruckenden Zerstörungen und die damit verbundenen spektakulären Stunts, bei denen sicherlich einige ihre Schrammen davontrugen. Die Glaubwürdigkeit des Geschehens unterstützt es jedoch sehr. Beeindruckt verfolgt man diese Schlacht und wer die Geschichte kennt, weiß wie es aus geht.

Von der Inszenierung her bin ich überrascht, wie gut es der Duke vermag die Geschichte zu erzählen. Gekonnt ruft er im Zuschauer Emotionen wach, wenn Col. William Travis seinen zu strengen Führungsstil zum Besten gibt. Jedoch stempelt er ihn nicht gänzlich zum Arschloch, sondern lässt der Strenge stets triftige Gründe für sein Verhalten folgen. Dennoch bleibt Travis den Film über ein Unsympath, was sich im Finale dann aber ändert. Colonel wird von Laurence Harvey sehr überzeugend verkörpert. Man nimmt ihm die Arschlochstränge ab, sowie die ehrlichen Begründungen seines Handelns. Ein weiterer übergroßer Part fiel an Richard Widmark. Dass Widmark ein hervorragender Darsteller ist weiß jeder, der sich mit Filmklassikern beschäftigt. Ich habe bisher noch nicht viele Filme mit ihm gesehen, doch spätestens mit seiner Rolle des Jim Bowie bin ich von seinem Können überzeugt worden. Dies wird besonders in der Szene deutlich, in der Bowie einen Brief erhält.
In der deutschen Synchronisation hat man den Namen seiner Figur aber recht verschandelt, denn hier klingt er nicht wie Bowie, sondern wie Bui. Das „w“ wird im Englischen nicht deutlich gesprochen. In der deutschen Übersetzung lässt man es ganz fallen. Puristen stört es, mich hingegen nicht wirklich.
Und schließlich übernimmt der Duke himself den wohl passendsten Part, nämlich den des Col. Davy Crockett. Typisch Wayne werden viele sagen, die ihn im Film erleben, aber so ist er nun mal. Und so überragt er alle anderen Schauspieler und wird zum Sympathieträger Nummer eins. Einfach klasse die Szene vor der Cantina, wo Graciela Carmela Maria 'Flaca' de Lopez y Vejar (was für ein Name) verschwinden will und von einem zudringlichen Kerl einfach nicht gelassen wird. Herrlich wie sich der Duke aufführt und unvergleichlich danach die herzhafte Schlägerei. So wollen die Fans ihn sehen.
Neben dem gekonnten Erzählstil hatte Wayne aber auch ein gutes Händchen für die optische Umsetzung. So greift er in eben geschilderter Szene einmal zu einer interessanten Beleuchtungsform. Ich versuch das mal zu schildern: Die Szene ist in Weitwinkel aufgenommen. Flaca steht auf der rechten Seite des Bildes in der Tür. Aus ihrem Zimmer scheint das Licht der Lampen auf den Flur und beleuchtet nur sie richtig. Der rest des Flures liegt im Finstern. Nur von der Wand reflektiert Licht von der Straße und davor zeichnet sich die Silhouette des im Flur stehenden Crockett ab. Optisch ein beeindruckendes Ensemble und von dieser Art sieht man viel in „Alamo“.

Letztendlich war es für John Wayne ein Kraftakt gewesen, doch ist ein oscarverdächtiges Werk daraus geworden. Leider bekam der Film nur einen der begehrten Trophäen verliehen, obwohl er für ganze 7 nominiert war, darunter auch in der Kategorie „Best Picture“. Aber „Alamo“ musste sich Billy Wilders „Das Appartement“ (mit Jack Lemmon und Shirley MacLaine), Richard Brooks „Elmer Gantry - Gott ist im Geschäft“ (mit Burt Lancaster) und Stanley Kubrik überragenden „Spartacus“ (mit Kirk Douglas und Peter Ustinov) geschlagen geben und bekam den Oscar somit nur in der Kategorie „Best Sound“ verliehen, was ich ehrlich gesagt eine kleine Unverschämtheit finde.
Wenigstens Dimitri Tiomkins einprägsamen Filmscore hätte man noch würdigen sollen. Tiomkin war zur damaligen Zeit zwar schon vierfacher Oscar Preisträger, doch die wunderschöne Melodie geht doch direkt ins Ohr. Und auch die gesungenen Klänge, die ebenfalls auf sein Konto gingen wurden nominiert. Man erinnere sich nur an seinen herrlichen Song in „High Noon“ (12 Uhr Mittags). Ähnlich gelungen sind die Songs hier.

Somit gebe ich: +++ +++ +++



Keoma (1976)

Bild

Italowestern: schmutzig, ernst, hart, erbarmungslos. Die größten Vertreter dieses Genres bieten diese Elemente und Enzo G. Castellaris Film macht da keine Ausnahme.

Covertext: Sein Name ist Keoma. Er ist geächtet und vogelfrei, doch sein Colt spielt die "Melodie des Sterbens". Seine Feinde fürchten ihn, denn er ist gerecht und seine Rache ist gnadenlos.... Als Kleinkind überlebt Keoma als einziger das blutige Gemetzel auf einer Farm. Zusammen mit seinen drei Stiefbrüdern, die ihn als Bastard verachten, wird er vom Vater groß gezogen. So wird der Negersklave George sein Spielgefährte und bester Freund. Bald ist Keoma der schnellste Schütze weit und breit: Nun zieht der Bürgerkrieg mit seinen Schrecken über das Land. Als Keoma kampferprobt zurückkehrt, ist die Farm verkommen und der Vater ergraut und müde. Eine Bande marodierender Soldaten terrorisiert die ganze Gegend. Sie haben Pockenkranke in einer verlassenen Minensiedlung mit Gewalt abgesondert und wollen die Dahinsiechenden ihrem grausamen Schicksal überlassen. Keine Hilfe. Kein Arzt. Keine Medikamente. - Da taucht Keoma auf! Er befreit eine junge schwangere Frau aus den Händen der feigen Horde und will den Kranken helfen, doch die Übermacht scheint für den Einzelgänger zu groß, der sich nur auf seinen treuen Freund George verlassen kann. Doch mutig und selbstlos tritt Keoma der Mörderbande entgegen und sein schneller Colt spielt ihnen die "Melodie des Sterbens". - Da stellen sich auch seine drei Stiefbrüder gegen ihn...

Oft war es im italienischen Kino so, dass ein Film gedreht wurde, von dem lediglich der Titel bekannt war. Ein Script gab es nicht. Man filmte einfach drauf los. Dass dabei mitunter ziemlicher Schrott herauskam zeigen einige Vertreter, doch abhängig vom Regisseur konnte ein wahres Meisterwerk entstehen. Zu „Keoma“ existierte also lediglich der Titel, der ein indianischer Name ist, und eine Intension des Regisseurs. Nämlich „Peckinpah Stile“. Die Story entwickelte sich erst im Lauf des Filmes und schenkt man Franco Nero Glauben, so stammt einiges davon auch aus seiner Feder und der der Schauspieler.
Neben den markanten Gesichtszügen von Franco Nero kann man zudem den Österreicher William Berger ausmachen, der Italowesternfans auch als Banjo aus Sabata (mit Lee van Cleef) bekannt sein dürfte. Und auch der einmalige Woody Strode gibt sich hier die Ehre und spielt einen Alkoholsüchtigen Ex-Sklaven. Bei den Stuntmänner fällt sofort Giovanni Cianfriglia und Riccardo Pizzuti auf. Letzterer bekam in vielen Bud Spencer und Terence Hill Filmen regelmäßig Prügel und ersterer war als Stuntdoubel von Steve Reeves (Herkules) tätig.
Die Musik stammt aus der Feder von Maurizio und Guido de Angelis und wer diese Namen kennt weiß, was ihn erwartet. Wieder ein herrlicher Filmscore, der eine unvergleichliche Atmosphäre schafft, denn dafür sind die Oliver Onions nun einmal bekannt gewesen.

Aber nun zum Film. „Peckinpah Stile“, dies fällt einem hier wahrlich auf, denn Enzo G. Castellari schwelgt in den Gewaltszenen geradezu überschwänglich in Zeitlupenszenen und macht das Ganze damit zum Fest fürs Auge. Da Keomas Waffe locker sitzt bekommt man wirklich einiges geboten. Aber auch sonst greift der Regisseur zu interessanten Perspektiven und nutzt das Cinemascope Bild von 2.35:1 so richtig aus. Recht interessant ist da eine Kamerafahrt. Nero und Berger, also Keoma und sein Vater, sitzen am Tisch und die Kamera fährt von Keoma zum Vater in einem Halbkreis und lässt die beiden damit keine Sekunde aus dem Blickfeld. Schnell merkt man, dass diese Szene nur der Kamerafahrt wegen gemacht wurde, denn was Nero hier zu sagen hat ist sehr überflüssig. Auch halte ich die Veränderung der Perspektive nicht gerade für gelungen, denn optisch entfernen sich die Protagonisten voneinander und nähern sich danach wieder an. Ich hätte das hier mit einem Streitgespräch verbunden, in dem sie sich in ihrer Meinung voneinander entfernen und danach wieder annähern. Wenn man dies dann noch so gestaltet hätte, dass man zu Anfang Keomas Meinung teilt und danach aber eher zu der des Vaters tendiert hätte die Kamerafahrt ihren Nutzen gehabt und in ihrer Form sogar eine Symbolik bekommen.
Wo wir gerade bei Symbolik sind. Die alte Frau, die im Film immer wieder auftaucht scheint einen besonderen Zweck zu haben, der sich mir aber nicht erschließen will. Es bleibt für mich ungeklärt, ob sie nur ein Hirngespinst von Keoma ist, oder eine tatsächlich existierende Figur. Oft sah ich in ihr die Personifizierung des Todes, denn überall wo sie auftaucht gibt es kurz darauf Tote. Zudem sagt sie zu Beginn zu Keoma: „Erinnerst du dich? Ich war auch da gewesen.“ Und spielt damit auf das ausgelöschte Indianerdorf an, in dem Keoma als einziger Überlebender war. Rings um ihn nichts als Leichen.

Ich bin beeindruckt. Emotional zwar nicht so sehr, wie bei Sergio Corbuccis „Django“, doch wurde ich dennoch erstklassig unterhalten. Enzo G. Castellari ist ein fesselnder Italowestern mit einer herrlichen Optik und massig Actionszenen gelungen. Gewisse Elemente der Story geben dem Ganzen ihre Würze und besonders im letzten Drittel erreicht der Film mit überraschenden Wendungen eine ganz eigene Qualität. Der „Peckinpah Stile“ ist Castellari dabei hervorragend gelungen.

Meine Wertung also: +++ +++
Zuletzt geändert von mario-pana am Sa 05.04.2008, 23:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Xyrxes » Sa 05.04.2008, 23:38

Wow, prima Mario +++
Sehr interessant. Und beides Western, die ich noch nie gesehen habe.
Muss ich unbedingt nachholen.
Besten Dank für die super Besprechungen. :)

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