Reale Wildwest-Legenden

Filme mit einsamen, harten und wortkargen Männern von Spaghetti bis Sam Peckinpah
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Kai "the spy"
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Reale Wildwest-Legenden

Beitrag von Kai "the spy" » Mi 20.06.2007, 20:50

Hallo,

ich wollte mal schaun, ob's hier außer mir noch Leute gibt, die sich für die realen, historischen Figuren des Wilden Westens interessieren.
Mein persönlicher Favorit ist James Butler "Wild Bill" Hickok. Er ritt für den Pony Express, war Scout der Nordstaatler während des Bürgerkriegs und wurde in verschiedenen Städten zum Sheriff gewählt. Hickok scheint einer der schnellsten Revolverhelden seiner Zeit gewesen zu sein, allerdings haben seine Prahlerei dazu geführt, dass die meisten seiner Heldentaten (zu Recht?!) hinterfragt werden.
Hickok war Exzentriker, er trug einen indianischen Lederanzug, lange Haare und zwei Revolver, mit den Griffen nach vorne, so dass er sie überkreuzt ziehen musste. Dies ist ein beeindruckendes Detail, denn er muss schon ziemlich schnell gewesen sein, um sich diese Show erlauben zu können und trotzdem sicher zu sein zu können, schneller als der/die Gegner zu sein. Obwohl dieses überkreuzende Ziehen visuell sehr eindrucksvoll darzustellen wäre, wurde es bisher in keinem der größeren Filmauftritte Hickoks thematisiert.
Hickok wird auch eine Affäre mit Calamity Jane nachgesagt. Sie war wohl in Deadwood Gulch, als er beim pokern von hinten erschossen wurde.
Was sicherlich auch den Reiz, den die Figur auf mich ausübt, erklären kann ist, dass Wild Bill heutzutage eher unbekannt ist. Während Wyatt Earp, Billy "the Kid" und Jesse James auch hierzulande ein Begriff sind, kennen Wild Bill die meisten wohl nur durch seinen kurzen, wenig schmeichelhaften Auftritt in Clint Eastwoods "Erbarmungslos", wo er als Aufschneider und Möchtegern dargestellt wurde. Vielleicht muss auch Hickok erst bei Lucky Luke auftreten, um einen gewissen Bekanntheitsgrad zu bekommen.

So, und wer sind eure Favoriten?
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caro31
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Beitrag von caro31 » Do 21.06.2007, 19:33

Offen gestanden interessiere ich mich wirklich fast ausschließlich für erdachte Legenden wie Für-eine-Handvoll-Dollar-Joe & Co. Das Leben der echten Legenden war meist doch einfach zu ernüchternd schäbig :roll:
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Beitrag von mario-pana » Do 21.06.2007, 23:31

Die Figur des Wild Bill Hickok brachte mir erst der Kinofilm mit Jeff Bridges in der Titelrolle, nahe. Ein wirklich gelungener Film von Regisseur Walter Hill.

Doch sah die Realität wirklich so aus? Tatsächlich war der Wilde Westen doch wesentlich ruhiger, als er in vielen Western dargestellt wird. Schießereien und Trinkgelage in den Saloons waren eher selten und haben sich meißt nicht so abgespielt, wie sie in Hollywood geschildert wurden.

Ich bleib dennoch eher bei den filmischen Variante ala Hollywood, denn so gefällt mir der Wilde Westen wesentlich besser, als die Ralität.

In letzter Zeit verspüre ich aber mehr und mehr das Verlangen mehr über reelle Geschehnisse der amerikanischen Geschichte zu erfahren. Das trifft für den Wilden Westen ebenso zu, wie der Kampf der Nord- gegen die Südstaaten, bis in die Neuzeit, mit Vietnamkrieg und Watergate Affäre.

Demnächst steht mir "Butch Cassidy und Sundance Kid" ins Haus. Die Verfilmung mit Robert Redford und Paul Newman erhielt kürzlich eine Neuauflage in der Cinema Premium Edition. Hier werd ich sicherlich wieder einiges über reale Hintergründe erfahren, denn die Beiden hat es ja wirklich gegeben.

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Beitrag von Gorath » Fr 22.06.2007, 07:22

Hier ist für alle interessierten ein Artikel über Die Echten Dalton- Brüder.

http://de.wikipedia.org/wiki/Dalton-Br%C3%BCder
Macht sie fettich!!!

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Beitrag von Ashitaka » Fr 22.06.2007, 20:02

Anfang August erscheint von Universal übrigens die 1936 entstandene Cecil B. DeMille-Produktion HELD DER PRÄRIE (The plainsman) aus dem Jahre 1936. Darin verkörpert Gary Cooper in der Hauptrolle die Figur des Wild Bill Hickok. Auch Charles Bronson hat ihn schon einmal in DER WEISSE BÜFFEL dargestellt.

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Beitrag von Kai "the spy" » Fr 22.06.2007, 23:34

Ashitaka hat geschrieben:Anfang August erscheint von Universal übrigens die 1936 entstandene Cecil B. DeMille-Produktion HELD DER PRÄRIE (The plainsman) aus dem Jahre 1936. Darin verkörpert Gary Cooper in der Hauptrolle die Figur des Wild Bill Hickok. Auch Charles Bronson hat ihn schon einmal in DER WEISSE BÜFFEL dargestellt.
Na, die beiden Filme werd' ich mir merken. Danke für den Tipp! +++

Am 25. Oktober wird übrigens ein neuer Western erscheinen, der sich um Jesse James drehen wird. Brad Pitt wird den Robin Hood des Wilden Westens spielen, und der Film trägt den genialen Titel "The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford". Ich bin schon sehr gespannt darauf.
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Beitrag von Harryzilla » Sa 23.06.2007, 16:47

Duelle liefen damals im echten wilden Westen auch nicht so ab wie es uns die Edel-Western weiß machen wollen.
Tatsächlich war es nicht möglich gezielte Schüsse mit den Colts abzugeben. Die Revolver waren einfach zu ungenau für diese Zwecke. Eine Schießerei dauerte damals oft relativ lange bis einer von den beiden Kontrahenten tot war. Nicht selten hatte der Gewinner auch einige Einschüsse zu verdauen.

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Beitrag von Biollante2000Millenium » Mo 25.06.2007, 12:01

@Harryzilla

Des kam doch letztens in Galileo oder einer ähnlichen Sendung.

Außerdem wären die Western doch langweilig wenn es kein-zehn-schritte- und-dann-umdrehen-Duell geben würde.
Und die Duelle hätten auch keine Dramatik wenn die ne halbe Stunde rumballern würden ohne zu treffen.
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Beitrag von Harryzilla » Mo 25.06.2007, 12:21

Man stelle sich einen Italo-Western mit nur 2-3 Leichen vor. :angst:

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Beitrag von mario-pana » Mi 18.07.2007, 11:41

Wäre ja mal interessant, etwas über die Wahre Geschichte des Jesse James zu erfahren. Ich hab gestern "Jesse James - Mann ohne Gesetz" (mit Tyrone Powers und Henry Fonda) gesehen und war da besonders vom Anfang des Filmes fasziniert. Denn hier üben Jesse und sein Bruder Selbstjustiz, als ihre Mutter von geldgierigen Grundstückskäufern, für die Eisenbahn, ermordet wird.

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Beitrag von Anonymous » Fr 30.11.2007, 13:28

Hat denn eigentlich noch keiner Wyatt Earp genannt? Calamity Jane? John Henry "Doc" Holliday? Alle drei real existente Wildwesthelden oder, wenn man den Ausdruck mag, -legenden, einschlägig bekannt aus Film, Fernsehen und Comicliteratur? Nein? Dann will ich das hiermit ändern.

Doc Holliday

Calamity Jane

Wyatt Earp

Viel Spaß

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Beitrag von Xyrxes » Fr 30.11.2007, 14:06

Besonders interessant finde ich ja immer die Gegenüberstellung, der realen WWL`s zu dem, was Hollywod aus ihnen gemacht hat. Schon rein optisch ist das doch immer wieder spannend.

So zum Beispiel hat "Calamity Jane" in der Realität ausgesehen:
(Mal hübsch gemacht für die Kamera)
Bild
Bild:www.biography.com

So dann (nur eine von vielen) in Hollywood
Bild
Bild:www.dorisday.net

Anonymous

Beitrag von Anonymous » Fr 30.11.2007, 14:19

Naja, die Hollywood-Jane ist Ausgeburt einer Modeerscheinung, nehme ich an - Die tagesschautauglich frisierte Tralalablondine...

Die Hollywoodbosse wollen, kein Geheimnis, Quote, und dazu muss man Inhalte derm Willen der Zeit anpassen. Wyatt Earp hätte genau eine Kugel - für sie alle!

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Kai "the spy"
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Beitrag von Kai "the spy" » Fr 30.11.2007, 14:45

Garodon hat geschrieben:Naja, die Hollywood-Jane ist Ausgeburt einer Modeerscheinung, nehme ich an - Die tagesschautauglich frisierte Tralalablondine...
Ich mach mal den Weg für die Steine der Doris Day-Fans frei. :roll: :mrgreen:
Die Hollywoodbosse wollen, kein Geheimnis, Quote, ...
Echt?! Und ich dachte immer, die wollten Kinokarten verkaufen. :hammer:

So, nachdem ich mich jetzt genug auf deine Kosten amüsiert hab' (is' natürlich nicht bös gemeint :wink: ) setze ich mal Xyrxes Grundidee konsequent fort und vergleiche die realen Personen mit ihren Hollywoodversionen (erstmal aus jüngerer Zeit):

Wild Bill Hickock & Calamity Jane (die Jane hat Xyrxes ja bereits gepostet):
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(aus dem Film "Wild Bill", Jeff Bridges & Ellen Barkin)

Doc Holliday:
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(aus "Tombstone", Val Kilmer)

Wyatt Earp:
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(aus "Wyatt Earp", Kevin Costner)

Und aktuell Jesse James:
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(aus "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford", Brad Pitt)

Darf jetzt jeder interpretieren, wie er will.
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Anonymous

Beitrag von Anonymous » Fr 30.11.2007, 14:52

Aber sobald das Kino den Film nicht mehr weiterführt, kommt er ins Fernsehen und soll Quote bringen! :-P

P.S.: Hatte sie nicht erkannt. Sorry, Doris.
Zuletzt geändert von Anonymous am Fr 30.11.2007, 18:04, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Kai "the spy" » Fr 30.11.2007, 14:58

Garodon hat geschrieben:Aber sobald das Kino den Film nicht mehr weiterführt, kommt er ins Fernsehen und soll Quote bringen! :-P
Aber sich vorher noch bitteschön gut auf DVD verkaufen. :roll:
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Anonymous

Beitrag von Anonymous » Fr 30.11.2007, 15:04

Na schön, hast Recht. :-P Kino 1, Gegenargument 1, DVD 1, doppelt x2, macht 6 Punkte für dich!

Jedenfalls sind bei den vier Beispielen, die du geliefert hast, Originaltreue und Detail offenbar groß geschrieben worden. Löblich.

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