Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Hier geben sich Godzillas Gummifreunde ein Stelldichein.
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Azrael_Vega
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Azrael_Vega » Fr 29.03.2013, 13:13

godzilla2664 hat geschrieben:"legion" ist sowieso der beste! :klatsch:
+++
finde ich auch, der film rockt meiner meinung mehr als der 3. teil. da hat man noch klassische kaiju action. der 3. teil ist für mich zu esotherisch :-P

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Gyaosu
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Gyaosu » Fr 29.03.2013, 20:28

oliver hat geschrieben:aber nun zum wesentlichen, die monsteraction: nunja, der fight ist eigentlich relativ öde, zu viele flugeinlagen und dann wird dem gyaos einfach nur der kopf weggepustet!? es fehlt einfach etwas, was den kampf besonders macht, im vergleich mit godzilla ist der kampf hier einer der schwächsten fights. auch wenn die riesige explosion der öltanks richtig fett ist und der auf dem tokyo-tower hockende riesenvogel im gegenlicht ein tolles bild abgibt. wo godzilla dann einfach noch godzilla ist, was einfach schon den bonuspunkt gibt und dann spätestens der ifunkube soundtrack ein grinsen in mein gesicht zimmert während die monster alles platt machen, fehlt hier einfach noch das gewisse etwas.
oliver hat geschrieben:es gab ein paar merkwürdige schnitte und standbilder, einige waren gewollt, andere wohl eher nicht.
An der Stelle muss ich widersprechen. Die Heisei-Gamera-Trilogie ist stilistisch eine Parallelentwicklung zu Neon Genesis Evangelion, hauptsächlich wegen Shinji Higuchi, der in beiden Projekten maßgeblich involviert war. Wer Neon Genesis Evangelion gesehen hat, versteht, warum die Kämpfe bei Gamera diese seltsame Kürze, Prägnanz sowie dieses Stakkatoartige aufweisen (daher auch die Schnitte und Standbilder im zweiten Teil). Hier wird unter anderem auch mehr mit Froschperspektive und Details wie Straßenschildern, Strommasten usw. gearbeitet. Ich war beim ersten Ansehen des Films (über 10 Jahre her mittlerweile) auch ziemlich enttäuscht und mindestens 2 Flug-Sequenzen - natürlich die, welche sehr stark nach Blue Screen aussehen - sind wirklich äußerst unglücklich geraten, aber nach mehrmaligem Betrachten "wächst" der Kampf definitiv und man wird feststellen, dass er deutlich besser "durchkomponiert" ist als das generische Getrappse und Gelasere in den Heisei-Godzillas (ganz schlimm beispielweise bei Godzilla vs. Spacegodzilla).
oliver hat geschrieben:aber dann erinnert es wieder an ultraman, der kampf ist unendschieden, gamera verliert am anfang sogar und dann holt er irgendwann eine strahlenwaffe hervor, die er sonst noch nie hatte. warum macht er das nicht gleich am anfang!? bei godzilla gibts dann noch erklärungen, dass er von rodan radioaktiv aufgeladen wird und dadurch mechagodzilla plattmachen kann als beispiel. so wirkt es einfach so dahergeholt.
Wird in GIII erklärt, warum das quasi das letzte Mittel war. Abgesehen davon haben fast alle Gamera-Filme diese Schema-F-Struktur, dass Gamera zunächst ordentlich eins auf die Fresse bekommt und erst im zweiten Kampf gewinnt, weil er eben nicht diese unverwüstliche Art wie Godzilla widerspiegeln soll.

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von oliver » Fr 29.03.2013, 22:43

so, eben gesehen:

Gamera 3: Revenge of Iris

die monsterszenen sind wirklich fett. selten sieht alles so groß und bombastisch aus wie in diesem film. das neue gamera kostüm sieht viel erwachsener und bösartiger aus (und das bei einem ja eigentlich guten monster) als in den vorherigen teilen, toll. grandios, wie gamera sich den eigenen arm abschießt und dann den menschen das gerettete mädchen aus dem iris-innereien präsentiert, großartige szene. die cgi effekte sind auch gut umgesetzt, außerdem gibt es eine menge offenes monsterfleisch zu sehen, sehr schön.

das menschliche drumherum ist auch gelungen, funktioniert schon für sich alleine.

aber der große nachteil des films: nach den ersten paar minuten wo gamera den gyaos platt macht gibt es erstmal keine monster-action mehr und dann dauert das (jaja, wirklich gut gemachte) finale nur gefühlte 5 minuten.

als film +++ +++ 1/2
als monsterfilm nur +++ , da einfach gefühlt von 2 Stunden film nur 10 minuten monster vorkommen.



danach liefen von der tele5 aufnahme noch die ersten paar minuten megaguirus, dort sind die effekte wohl nicht ganz so gut, aber alleine der soundtrack reist das schon fast wieder raus und godzilla gefällt mir als monster einfach besser.
Gyaosu hat geschrieben:aber nach mehrmaligem Betrachten "wächst" der Kampf definitiv und man wird feststellen, dass er deutlich besser "durchkomponiert" ist als das generische Getrappse und Gelasere in den Heisei-Godzillas (ganz schlimm beispielweise bei Godzilla vs. Spacegodzilla).
ja, das ist finde ich auch das negativ beispiel, vorallem die telekinese schwebereien sind zu viel. dafür gibts aber zum schluss hin eine nachvollziehbare wendung indem man nicht spacegodzilla angreifen muss sondern die kristalle.

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Plasmo » Mo 17.06.2013, 15:48

Thunder of Gigantic Serpent
Taiwan/Hongkong 1988
Deutscher Titel: Terror Serpent

Bild

Ein kleines Mädchen findet eine Schlange, die sie Mosla nennt (Fluffy und Charlie passten ihr als Namen nicht) und will sie gegen den Willen ihrer Eltern behalten. Indes werden in einem nahe gelegenen Genlabor Experimente an Pflanzen und Tieren gemacht um diese zu vergrößern und so den Welthunger zu besiegen. Ein paar Terroristen wollen sich "der Formel" bemächtigen und überfallen das Labor. Eine Wissenschaftlerin kann mit dem Plastikkasten, in dem die Experimente gemacht werden entkommen, verliert ihn aber auf der Flucht. Es kommt wie es kommen muss: Das kleine Mädchen findet den Kasten und benutzt ihn als Terrarium für ihre Schlange. Obwohl der Kasten an keine weiteren Gerätschaften angeschlossen ist, funktioniert er einwandfrei von alleine und die Schlange wird satte zwei Meter groß. Das Mädchen ist geschockt, aber zugleich erfreut über die Größe ihres neuen Spielkameraden. Tatsächlich spielen die beiden am nächsten Tag eine Runde Beachvolleyball. Kein Witz.

Alles könnte so schön sein, doch als einer der bösen Terroristen das Mädchen mit der Riesenschlange sieht, kann er eins und eins zusammenzählen und weiß, dass sie irgendwie im Besitz des Plastikkastens und damit auch der sogenannten "Formel" ist. Was genau diese "Formel" übrigens sein soll, ist das größte Rätsel des Films. Eins ist klar: Die Formel soll nicht der Kasten sein, sondern viel mehr sich im Kasten selbst befinden. Aber irgendwie ist sie dann doch nicht da drin. Alles kaum zu verstehen...

Genau so wenig zu verstehen ist auch das weitere Vorgehen der Terroristen: Sie entführen das Mädchen um die Schlange in eine Falle zu locken, in der sie sie mit Stromschlägen maltretieren. Auf einmal wird die Schlange daraufhin 100 Meter groß. Warum? Darum! Wofür braucht man da eigentlich noch eine "Formel" wenn Riesenwuchs auch von ganz alleine kommen kann? Wie auch immer, einmal groß geworden, muss Mosla ihrer Pflicht als Riesenmonster nachkommen und die Hauptstadt zerstören. Wir bekommen einige wirklich sehr solide Szenen zu sehen, die zwar weit hinter dem japanischen Standard der 50er und 60er-Jahre zurückbleiben, aber dennoch gar nicht mal so schlecht anzuschauen sind. Für einige Szenen wurde sogar tatsächlich eine lebensgroße mechanische Attrappe gebaut - Hut ab! Letzten Endes erliegt Mosla leider den Angriffen des Militärs und stirbt. Das kleine Mädchen ist tottraurig und wir bekommen abschließend eine kurze moralische Belehrung vom Fließband über die Skurpellosigkeit des Militärs und der Wissenschaft.

In der sehr Ninja-lastigen Filmographie des Schnippelkünstlers Godfrey Ho stellt Thunder of Gigantic Serpent eine Besonderheit dar, da es sich um den einzigen Patchworkmonsterfilm von ihm handelt. Es ist schon irgendwie verwunderlich, dass in Japan zig Monsterfilme gedreht wurden und es auch in Taiwan zumindest eine kleinere Welle in den 70er-Jahren gab, aber in den großen Studios in Hongkong über all die Jahre kein einziger originärer Monsterfilm entstanden ist. Thunder of Gigantic Serpent schließt diese Lücke also auch nicht vollwertig, da der Hauptfilm samt aller Monsterszenen auf dem taiwanischen Film King of Snake (Taiwan 1984?) (Originaltitel: 大蛇王 Dàshéwáng) basiert. Während der Originalfilm nur im Ausland auf VHS und VCD erhältlich ist, hat es Godfrey Hos Schnittfassung sogar bis zu uns nach Deutschland als zwei Auflagen auf VHS geschafft. Da die VHS allerdings sehr selten geworden ist und eine DVD-Veröffentlichung leider noch aus steht, ist der Film nicht so bekannt wie er es sonst eigentlich wäre.

Thunder of Gigantic Serpent ist nämlich ein ziemlicher Knaller und für Trashfreunde unbedingt zu empfehlen! Die amateurhaften Schauspieler, das nervige Kind, die wild durch die Gegend fliegende Handpuppenschlange, die zum Prusten dummen Dialoge, die fantastischen Zerstörungsszenen - Das alles in solch einer geballten Packung wie hier, findet man selten. Die von Ho neu gedrehten Szenen (inklusive dem großartigen Pierre Kirby) passen zwar nicht so recht in den Film, wissen aber zu unterhalten und sorgen neben den ganzen Unglaublichkeiten, die sowieso schon gegeben sind, für die Extraportion Verwirrung.

Ich bereue die etwas teurere Anschaffung der VHS (wunderschönes Cover übrigens!) um keinen Cent. Was für eine Granate!

Fazit: +++ +++ 1/2
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-Godzilla.
-Richtig!

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Goatscythe » Mo 17.06.2013, 16:27

Moslaaaaaaaaahhh... Mooooooooooslaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhh!!! :drink:

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von MonsterZero » Di 18.06.2013, 05:52

Ja der Film ist geil, vor allem die Brückenszene.
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Gozzila » Di 18.06.2013, 08:22

Plasmo hat geschrieben:Thunder of Gigantic Serpent
Taiwan/Hongkong 1988
Deutscher Titel: Terror Serpent


Ich bereue die etwas teurere Anschaffung der VHS (wunderschönes Cover übrigens!) um keinen Cent. Was für eine Granate!
Hallo
Was ist denn aus der schwedischen DVD-Release geworden, von der du mal ein paar Seiten vorher berichtest hast?

http://www.affengigant.de/kongulasprank ... 13#p170113
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Plasmo » Di 18.06.2013, 15:46

Ich habe so die vage Befürchtung, dass die leider nichts mehr wird... :cry:
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von oliver » Mo 02.09.2013, 10:40

Varan

endlich konnte ich den film auch mal sehen. natürlich ist das ganze eine einfache kopie von godzilla aber varan als monster gefällt mir ganz gut. das design geht größtenteils in ordung, wie immer kommt es aber auch auf die perspektive an. die panzer sehen sehr nach spielzeug aus, es gibt aber auch eine menge echtes gerät zu sehen.

die musik erinnert immer an typische godzilla themen, klingt aber billiger, bei den angriffen der flugzeuge leihert der soundtrack auch, klingt teilweise ziemlich schief.

schade, dass man varan kein eigenes brüllen spendiert hat sondern er immer nach godzilla oder rodan klingt.


der schluss ist schade:
Spoiler:
nach der ersten explosion hätte er sich doch einfach ins meer zurückziehen können, die zweite explosion im meer (die aber spektakulär aussieht) hätte es nicht gebracht, armer varan.


+++ 1/2

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Zillasaurus » Di 03.09.2013, 06:46

oliver hat geschrieben:
die musik erinnert immer an typische godzilla themen, klingt aber billiger, bei den angriffen der flugzeuge leihert der soundtrack auch, klingt teilweise ziemlich schief.
Akira Ifukube hatte dem Monster das Thema von Rodan, in leicht veränderter Version,spendiert, welcher ja zwei Jahre zuvor in den Lichtspielhäuser lief. Das liegt ebenfalls ja auch daran, dass dieser Film von Ishiro Honda, welcher auch der Regisseur des ersten Godzilla war, für das Fernsehen gemacht wurde.

Aber trotzdem ein ganz guterFilm obwohl, wie du schon erwähntest, er wie ein Godzilla daherkommt, mit kleinen veränderungen. Ich hatte ebenfalls bei diesem FIlm das Gefühl, das haste doch alles schon mal gesehen.

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Plasmo » Do 10.10.2013, 22:11

惑星大怪獣ネガドン (Wakusei Daikaijû Negadon)
Japan 2005
Deutscher Titel: Negadon - Das Monster vom Mars

Bild

Ein in mehrlei Hinsicht ungewöhnlicher Eintrag im Buch des japanischen Monsterfilms. Negadon - Das Monster vom Mars stellt den ersten komplett animierten Monsterfilm dar und kam (fast) passend zum 50-jährigen Jubiläum einer genrebegründenden Riesenechse heraus. Aber nicht nur die Art des Films, sondern auch die Länge erscheint ungewohnt: Mit ganzen 25 Minuten haben wir es hier nämlich "nur" mit einem Kurzfilm zu tun.

Neben diesen Abweichungen allerdings bietet der Film genau das, was man als erfahrener Monsterfilmschauer erwartet und auch erwarten möchte: Ein zurückgezogener Wissenschaftler, der früher in der Riesenroboterproduktion tätig war, hat aufgrund eines Unfalls seiner Tochter seinen Beruf niedergelegt und verbringt seine letzten Lebenstage in Trauer und Selbstaufgabe zuhause. Derweil versucht die Menschheit die Polkappen des Mars zu erhitzen um den Planeten lebensfähiger zu gestalten. Hierbei wird ein Monster aus dem Eis befreit und zur Erde gebracht. Hier angekommen fängt es an Japan zu zerstören - Was auch sonst. Nach kurzem Innehalten des alten Professors, nimmt dieser sich ein Herz, steigt in seinen Roboter und tritt den Kampf gegen Negadon an.

Leider mag ich weder Animationsfilme, noch Kurzfilme. Trotz eigentlich solider Story hat mir dieser Film eigentlich weniger gut gefallen. Die kurze Laufzeit verhindert leider jegliche Charakterentwicklung, auch wenn mir alle Reviews zu diesem Film das Gegenteil sagen wollen. Auch sonst erfuhr der Film eine sehr positive Rezeption und kam auf verschiedenen Filmfestivals gut weg. So gut, dass er sogar eine deutsche DVD-Veröffentlichung erhalten hat, was bei derlei Film ja alles andere als selbstverständlich ist. Die deutsche Synchro ist übrigens furchtbar unpassend und zerstört auch den Rest der vielleicht rudimentär vorhandenen Atmosphäre. Die Sprecher sind so schlecht, dass sie schon fast an Hörspiel-Sprecher rankommen - Also keinen Bezug zum Bild und den Figuren herstellen können.

Ich bin mir nicht sicher ob der Film für mich überhaupt hätte besser ausfallen können. Schon die Prämisse eines animierten Kurzfilms finde ich recht abstossend. Lasst euch also von diesem möglicherweise zu subjektivem Review nicht völlig abstossen und gebt Negadon eine Chance. Die DVD ist ja glücklicherweise für kleines Geld erhätlich und bietet eine Menge weiterer Extras wie ein Interview mit dem Macher und weitere seiner Kurzfilme.

Fazit: +++ ---
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von oliver » Do 12.12.2013, 10:12

so, gestern endlich die 8films BD von

Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah

geguckt. toll, einen alten godzilla streifen sehen zu können den ich noch nicht kannte. die bildqualität ist richtig gut, BD hat da denke ich sinn gemacht und die synchro passt auch.

aber zum eigentlichen film: tja, godzilla taucht erst nach 40mim auf, bis dahin hat man es mit einer doch eher unnötigen und konfusen geschichte zu tun. godzilla hat in diesem film dann auch einen seiner schwächsten auftritte. hauptsächlich fällt er eigentlich immer nur um. schon krass wenn man bedenkt, dass grade mal 10 jahre zwischen dem zerstörer der welten '54 und diesem albernen viech vergangen sind. wie gesagt, godzilla ist von allen monstern in diesem film das schwächste. ghidorah darf ordentlich miniaturhäuser in die luft jagen, im kampf gegen die erdenmonster hat er aber nicht viel zu sagen. mothra wird bei jedem strahlenangriff durch die luft gewirbelt, dass hat mir gut gefallen.

weshalb sollte man den film also sehen wenn auf 80min gemenschel nur eine knappe viertelstunde monsterkampf kommt und godzilla dabei nichts zu sagen hat??? die antwort ist rodan; hier darf er wirklich ordentlich mitmachen, so viel zeit hat er sonst nur in seinem eigenen film, hier darf er sich klasse mit anderen monstern anlegen. er macht in diesem film wirklich spaß.



insgesamt einer der schwächsten filme in der godzilla historie, zum glück holt rodan aber einiges raus.

+++ 1/2 bis +++ +++ , außerdem ist die BD umsetzung gut gelungen (ich habe bis jetzt aber nur den hauptfilm gesehen)

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Plasmo » Do 12.12.2013, 11:12

oliver hat geschrieben:die bildqualität ist richtig gut, BD hat da denke ich sinn gemacht und die synchro passt auch.
Die DVD sieht von der Bildquali genauso aus.
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Barakidon » Sa 14.12.2013, 18:20

Varan - Das Monster aus der Urzeit

Schön das diese Fassung auf der japanischen Version basiert, und nicht auf der amerikanischen, die nicht nur stark verkürzt daherkommt sondern auch eine völlig andere Handlung aufweist. Eine der schlimmsten "Veramerikisierungen" die ich je gesehen habe.

Wie auch immer, der 1958 noch in s/w gedrehte Film weist in der deutschen Fassung eine gute Synchronisation auf, mal abgesehen von einigen Ausrutschern. So wird das Monster mal der Baran, mal der Varan genannt. Oder es kommt so ein dämlicher Satz vor wie "Aber Warane sind doch längst tot".

Nach ca. 15 min. erscheint Varan zum ersten Mal und ist danach fast immer präsent, was den Film nie langweilig werden läßt. Und wie das Monster das Dorf plattmacht, ist absolut gelungen in Szene gesetzt. Leider zu wenig Szenen die Varan fliegend zeigen (In der US-Fassung kann er das gar nicht). Ich hätte mir gewünscht einige Luftangriffe von Varan zu sehen.

Alles in allem ein gelungenes Werk von Ishiro Honda. Eine Schande, daß uns dieses Sahnestückchen mehr als 50 Jahre vorenthalten wurde.

Jetzt wünsche ich mir noch eine deutsche Veröffentlichung der US-Fassung. Denn damit hätte man zwar das gleiche Monster, aber einen völlig anderen Film.

+++ +++

Gamera im Kampf gegen Frankensteins Monster

Vorneweg, der Film kommt im Vollbild daher.

Ein Zusammenschnitt aller Gamera-Streifen der alten Reihe, mit einer dünn gestrickten Rahmenhandlung. Die Stimme des kleinen Jungen Keiji (oder Keichi - oder wie auch immer) in der deutschen Synchro paßt nicht zu einem Kind, eher zu einem 16jährigen Teenager. Negativ aufgefallen sind mir auch die unprofessionell gemachten, eingefügten Zeichentricksequenzen.

Allemal interessant für jemanden, der die Gamera-Filme nicht kennt und sich so einen Eindruck darüber verschaffen kann. Allerdings braucht man sich dann Zigra, Viras und Guiron nicht unbedingt mehr zulegen, da die besten Szenen bereits hier gezeigt werden.

Aufgrund dessen das der Streifen dann recht Monsterlastig daherkommt, da eben alle Gamera-Gegner erneut auftauchen, ist er dann auch unterhaltsam und nicht wirklich langweilig.

+++ 1/2
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Filmemacher sollten bedenken, dass man ihnen am Tag des Jüngsten Gerichts all ihre Filme wieder vorspielen wird.

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Kingzilla86 » Mo 23.12.2013, 16:20

Puha. So ein Godzilla-Marathon übers Wochenende ist echt anstrengend. Hat echt riesigen Spaß gemacht mal wieder alle Godzi-Streifen auf DVD sich mit ein paar Kumpels anzuschauen. :-P
Egal was es ist, es wird uns vernichten.

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Barakidon » Mo 23.12.2013, 20:23

Na was hast du denn alles angeschaut? Reviews dazu wären wünschenswert!
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Filmemacher sollten bedenken, dass man ihnen am Tag des Jüngsten Gerichts all ihre Filme wieder vorspielen wird.

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von King Kaiju » Di 24.12.2013, 06:46

Ich tippe auf einen Heisei-Marathon...

Merry Christmas everyone! :king:
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Dinosaur Valley » Sa 22.02.2014, 08:00

Rückkehr der Dinosaurier sieht ja auch gut aus, aber den gibt es nicht als DVD... oder?

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Plasmo » Sa 22.02.2014, 09:01

Die Ofdb hilft einem bei solchen Fragen immer weiter: http://www.ofdb.de/film/29495,R%C3%BCck ... inosaurier
-Wer ist der ärgste Feind unseres Mechagodzilla?
-Godzilla.
-Richtig!

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Dinosaur Valley » Sa 22.02.2014, 09:14

Ich sehe mal zu, das ich mir den bei Ebay ersteigere ;-)

Angriff der Dino Monster habe ich jetzt erstmal digitalisiert um mir selbst ne DVD davon zu machen. :-P

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Zillasaurus » Fr 28.02.2014, 19:32

Godzilla ( Japan 1954) +++ +++ +++ +++

Ich denke, den Plot kennen hier alle nur allzu gut, denn da muss ich ihn nicht nochmal herunterschreiben.

Bevor der neue Godzilla von Gareth Edwards im Kino laufen wird, habe ich mir vorgenommen noch einmal alle Godzillafilme anzuschauen, oder zumindest die die ich besitze. Mir fehlen nur noch: Frankensteins Höllenbrut, Godzilla vs. Megalon, Godzilla: Das Ungeheuer aus der Tiefe und Godzillas Revenge. Obwohl letzterer wird wohl eher weniger in der Sammlung erscheinen, denn diesen finde ich ist der schlechteste der Filmreihe und wenn, dann würde ich nicht soviel Geld dafür ausgeben wollen.

Wir alle wissen: Godzilla ist die Metapher für die Atombombe. Deutlich Klar wird es in seinem spektakulären Erstauftritt. Er wurde durch diese erweckt und ist einfach nicht aufzuhalten. Weder Panzer, noch Flugzeuge oder das Schwerste Geschütz kann dem Monster etwas anhaben. Am deutlichsten wird die Anspielung auf die Atombombe nach der Zerstörung von Tokio durch Godzilla. Die Bilder erinnern an die Konsequenzen des Abwurfs der Atombombe über Hiroshima. Einfach alles, was der Film macht ist bestens. Auch die Schauspieler machen ihre Sache gut und die Charaktere sind durchaus Nachvollziehbar. Vor allem Dr. Serizawa, welcher von Akihiko Hirata gespielt wird, ist überzeugend.
Was ebenfalls eine Glanzleistung ist und hoch angerechnet wird ist die Atmosphäre des Films. Vor allem weil er ein Schwarzweiß Film ist, kommt Godzilla richtig bedrohlich herüber. Aber auch er ist wirklich überzeugend. Er ist eben nicht in seiner Zeit und wütet herum. Er verhält sich eben so, wie man ihn sich vorstellt. Genauso wie Harryhausens Rhedosaurus, welcher in The Beast from 20.000 Fathoms New York unsicher macht und Godzilla als Vorbild diente.
Auch was die Kameraeinstellungen betrifft, ist Godzilla sehr gelungen. Oft sieht man ihn aus der perspektive eines Menschen, womit seine Größe und Bedrohung deutlich herüberkommen.

Alles im allen: Ein Monsterfilm, welcher Geschichte schrieb. Nicht umsonst finde ich diesen als den besten Godzilla aller Zeiten. Ich kann ihn mir immer und immer wieder ansehen und er verliert nichts von seiner Faszination. Dieses Image von Godzilla ist meiner Meinung nach noch immer das beste und Gareth Edwards Film muss wirklich durchaus gelungen sein um an diesen überhaupt heranzukommen.
Eine Klare Empfehlung für jeden Godzilla-Fan und Einsteiger und Filmfreunde überhaupt.

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Plasmo » Fr 21.03.2014, 16:06

Es geht weiter mit obskuren Monstern aus Fernost. Dazu ein kleines Dossier zum philippinischen Science-Fiction-Film der 50er-Jahre.


Anak ng Bulkan
Philippinen 1959

Bild

Bei einem Vulkanausbruch auf einer kleinen philippinischen Insel kommt es zu einem Erdrutsch, welcher ein seltsames Ei offenbart. Als Bentoy, ein Junge aus einem nahegelegenen Dorf, das Ei am nächsten Tag findet, beschließt er es prompt zu knacken um zu schauen was sich darin befindet. Der daraus schlüpfende Vogel ist anscheinend überhaupt nicht verärgert über Bentoys Handeln, im Gegenteil, fortan beschützt er ihn. Als der Stiefvater eines Tages austickt und Bentoy verdreschen will, kommt der Vogel angeflogen und hackt den Stiefvater in die Flucht. Auch eine Schlange, die Bentoy im Schlaf versucht anzugreifen, kriegt es mit dem wundersamen Vogel zu tun. Schnell ist klar, dass der Vogel kein gewöhnlicher Vogel ist. Alleine das unwahrscheinlich schnelle Wachstum gibt den Dorfbewohnern zu denken übrig. Als der Vogel circa zwei Meter groß ist und in einem größeren Käfig gehalten wird, wird er treffenderweise nur noch "Golyat" genannt. Eines Tages bricht Golyat aus seinem Käfig aus und verschwindet in den Bergen. Bentoy folgt ihm zusammen mit seiner Schwester und als sie ihn gefunden haben, beschließen sie beide auf seinen Rücken zu klettern und einen Rundflug zu wagen. Die Kinder haben ihren Spaß, alle anderen Leute kriegen es langsam aber sicher mit der Angst zu tun. Als ein Kampfjet startet und den Kindern zuwinkt, dass sie doch bitte landen sollen (großartige Szene übrigens!), winken die Kinder nur vergnügt zurück.

Nachdem die Kinder wieder heil gelandet sind, nimmt das Schicksal seinen Lauf und Golyat wird zur Angelegenheit des Militärs. In einem Kampf auf dem Meer kann er sich behaupten und sprengt die Flotte mit Feuerbällen in die Luft. Angeheizt vom Gefecht und wütend auf die kriegerischen Menschen nimmt Golyat nun Kurs auf die Hauptstadt Manila. Hier richtet er, ganz dem Duktus eines Riesenmonsters entsprechend, eine Orgie der Vernichtung an. Es kommt zu zahlreichen Explosionen und meterhohen Überschwemmungen. Als sich Golyat gegen Abend erschöpft an seinem Geburtsvulkan niederlässt, schlägt die Armee zurück. Der Riesenvogel wird mit Scheinwerfern angestrahlt und von zahlreichen Kampffliegern ins Kreuzfeuer genommen. Es kommt letztlich so wie es kommen muss und die von den Menschen missverstandene Kreatur geht im Krater des Vulkans unter.

Bild Bild


Dieser frühe philippinische Monsterfilm, gedreht in schwarz&weiß und sicherlich stark beeinflusst von Godzilla (Japan 1954) und vor allem Rodan (Japan 1956), warb mit der Schlagzeile, dass die Produktion über ein Jahr gedauert hat, was für damalige Verhältnisse in der Tat sehr viel war. Es war ein ambitioniertes Großprojekt und der erste philippinische Film überhaupt, der mit derart vielen Spezialeffekten ausgerüstet war. Neben der fantastisch aussehenden, teils mechanisch beweglichen Attrappe von Golyat, welche wirklich zwei Meter groß war, gibt es eine Reihe an Trickaufnahmen, einige sogar auch mit Miniaturbauten. Viele Szenen mit der Armee wurden allerdings aus dem Archiv genommen, wobei der Schnitt dennoch ausreichend glaubwürdig wirkt. Anak ng Bulkan (wörtl. "Die Brut des Vulkans") genießt in seinem Heimatland größte Beliebtheit, nicht zuletzt auch dadurch, dass in den Hauptrollen Fernando Poe Jr. mitspielt, welcher schon seit jeher das absolute Filmidol auf den Philippinen ist und von seinen Fans auch nur noch "Da King" genannt wird.

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Anak ng Bulkan basiert auf einer Comicserie von Jose Domingo Karasig, welche in den unmittelbar vorangehenden Jahren veröffentlicht wurde. Die eigentliche Idee zur Geschichte geht laut den Precredits allerdings auf Cirio H. Santiago und Emmanuel Rojas zurück. Gerade bei Cirio H. Santiago, der bei diesem Film übrigens außerdem die Rolle des Produktionsmanagers übernahm, dürften bei vielen die Glocken läuten. Santiago bescherte uns speziell in den 80er-Jahren eine Unmenge an Action- und Endzeitfilmen. Titel wie Die Solo-Kampfmaschine (USA, Philippinen 1984), Defender 2000 (USA 1986) und natürlich auch Silk (USA 1986) weisen einen ungemein hohen Trashgehalt auf und bleiben einfach in Erinnerung. Traurigerweise hat in Deutschland bisher kaum einer seiner Filme den Sprung von VHS zu DVD geschafft. Hier besteht also noch gehöriger Aufholbedarf. Aber zurück zu Anak ng Bulkan! Mehrere Jahrzehnte später hat Santiago nämlich tatsächlich noch bei einem Remake Regie geführt: Vulcan (Philippinen 1997). Das Remake ist deutlich familienfreundlicher und dadurch um einiges zahmer als der Film aus den 50ern. Während im Original Golyat noch einem Raubvogel ähnlich sieht, weist er im Remake erhebliche Ähnlichkeiten zu einem netten Pteranodon auf.

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Auch wenn Anak ng Bulkan in den ausgehenden 50ern für die Philippinen revolutionäre Spezialeffekte aufwies, ist er keine völlige Pionierleistung gewesen. Bereits drei Jahre zuvor erschien Taong Putik (Philippinen 1956), ein Film mit einem radioaktiv verseuchten Monster und der wohl erste philippinische Monsterfilm überhaupt. Es folgte Tokyo 1960 (Philippinen 1957), welcher auf dem Poster mit dem ikonischen Bild von Godzilla mit einem Eisenbahnwagon im Mund beworben wurde. Auch hier übernahm übrigens erneut Cirio H. Santiago die Produktionsleitung. Über den Inhalt dieses Films ist momentan leider wenig bekannt, aber es ist anzunehmen, dass es sich hierbei schlichtweg um einen philippinischen Recut à la Godzilla, King of the Monsters! (Japan, USA 1956) handelt, da das Poster verspricht dass der Film in Tokio gedreht wurde, aber auf der anderen Seite philippinische Darsteller auf dem Plakat abgebildet sind. Daneben ist außerdem noch der ebenfalls für das phantastische Genre relevante Tuko sa Madre Kakaw (Philippinen 1959) zu nennen. Dieser Film handelt von der klassischen Geschichte eines verrückten Wissenschaftlers, der mithilfe eines Serums, das Tiere ins Unermessliche wachsen lässt, die Weltherrschaft an sich reißen will. Er probiert das Serum an einer Eidechse aus, woraufhin das Riesenreptil prompt in der nahegelegenen Stadt auf Verwüstungstour geht. Auch wenn Anak ng Bulkan also für seine Zeit richtungsweisende Spezialeffekte hatte, so war er bei weitem nicht der erste philippinische Monsterfilm.

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Erweitern wir unseren Fokus und werfen neben Monsterfilmen auch ein Auge auf das Science-Fiction-Genre im Allgemeinen, so sind für die 50er-Jahre vor allem zwei Titel zu besprechen. Ganz im Stile der US-amerikanischen Invasionsfilme wie Kampf der Welten (USA 1953) und Gefahr aus dem Weltall (USA 1953) entstand der erste philippinische Science-Fiction-Film Exzur (Philippinen 1956). Der Film beinhaltet mehrere Spezialeffekte und eine Reihe an Miniaturbauten und gilt als Meilenstein des philippinischen Science-Fiction. Wie in den westlichen Vorbildern wird auch hier anfangs mit der Frage gespielt, ob es sich bei den Außerirdischen um Freunde oder Feinde handelt, wobei sich zum Leidwesen der Menschheit jedoch schnell letzteres bewahrheiten sollte. Bei Zarex (Philippinen 1958), ebenfalls ein früher Vertreter des Science-Fiction-Films, wurde hingegen ein viel realitätsnäherer Ansatz gewählt. Im Fahrwasser von Endstation Mond (USA 1950) und ähnlich gelagerten Filmen, erzählt Zarex (Philippinen 1958) die Geschichte von einer glaubhaften Version der damals in greifbarer Nähe stehenden Mondlandung.

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Mir lag Anak ng Bulkan in einer sicherlich nicht guten, aber für die Umstände annehmbaren Qualität vor. Der Film ist in Tagalog und auch wenn ich dieser Sprache nicht mächtig bin, so konnte ich dem Geschehen doch nahezu problemlos folgen. Lediglich einige wenige Stellen sind in Englisch, da aufgrund der vielen nach dem zweiten Weltkrieg dort stationierten US-Truppen die Verkehrssprache des Militärs Englisch war. Der Film ist mit seinen 114 Minuten etwas länger als üblich, weiß aber aufgrund der soliden Unterhaltung dies den Zuschauer in keiner Sekunde merken zu lassen. Eine offizielle Heimveröffentlichung gibt es bisher weltweit nicht.

Fazit: +++ +++
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Godzilla-2000 » Fr 21.03.2014, 17:23

Plasmo +++ +++ +++

Was die Qualität betrifft – es grenzt an ein Wunder, dass "Anak ng Bulkan"
überhaupt erhalten ist.

"Tokyo 1960" ist es meines Wissens nicht.
Dieser Umstand dürfte leider durchaus für eine Mehrheit (!) aller philippinischen Filme
der Jahrgänge ab 1950 bis Ende der 1970er Jahre gelten.

Das Bewusstsein für die Notwendigkeit, alte Filme nur schon aufzubewahren,
ist auch 2014 noch immer nicht wirklich durchgedrungen in die meisten Länder
Südostasiens.
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Plasmo » Fr 21.03.2014, 18:47

Gleichsam wahre wie traurige Worte. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass alle Filme, die ich erwähnt habe als verschollen gelten. Anak ng Bulkan galt es bis vor wenigen Jahren auch noch.

Allerdings ist nicht zu unterschätzen, dass "verschollen" immer aus westlicher Perspektive zu betrachten ist. Anak ng Bulkan lief mehrmals im philippinischen Fernsehen und war problemlos verfügbar. Nur leider wusste keiner außerhalb der Philippinen davon. ;)
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Zillasaurus » Fr 21.03.2014, 19:10

@ Plasmo

Ich bin immer wieder erstaunt, welche Filme du immer hervorbringst. :respekt: Wenn ich dann deine Reviews dann immer durchlese, bekomme ich immer Lust darauf, mir den Film dann anzuschauen, aber leider kommt dann immer die Enttäuschung, dass der Film entweder vergriffen oder eine Heimkino- bzw. Videoversion nicht existiert. :cry2:

Aber jetzt weiß ich, dass es einen Film namens Anak ng Bulkan irgendwo dort draußen existiert und die kommen dann immer auf die Liste zu den Filmen, die ich noch sichten will oder Ausschau danach halte.

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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Godzilla-2000 » Fr 21.03.2014, 19:19

Das Wort "verschollen" wird auch enervierend inflationär (und oft unsachgemäss)
verwendet in den (westlichen) Foren-Dschungeln.

"Nicht verfügbar" ist nicht gleich "verschollen". Mir sind schon Gestalten begegnet,
die einen Film als "verschollen" bezeichneten, weil es keine DVD davon gab.

Was die Philippinen anbetrifft (und in ähnlichem Ausmass leider ganz Südostasien),
interessieren "alte" Filme einfach niemanden. Niemand findet es notwendig, sie
aufzubewahren, niemand würde dafür Geld ausgeben, niemand vermisst sie, und
kaum jemand erinnert sich nur schon daran, was es alles mal gegeben hat.
Hurra, wir haben ein Remake – und gut ist. Und auch das ist drei Jahre später schon
"alt" und interessiert wiederum keinen mehr. Diese Mentalität ist leider weitherum zu
beobachten – z.B. auch in Südkorea, wo ältere Filme grundsätzlich einfach nicht auf
DVD veröffentlicht werden. Vorbei, aus, vergessen...

Leider ist es gerade bei den Philippinen äusserst schwer auszumachen, was denn nun wirklich
verschollen ist und was (vielleicht) noch in irgendwelchen Archiven lagert.

Gewisse Chancen bestehen sicher für Produktionen von LVN (Zarex) und Sampaguita, zwei der
ältesten Firmen, die viel aufbewahrt haben. Zumindest habe ich einige alte Fantasyfilme von denen,
u.a. vom selben Regisseur (R. Abelardo).
Bei Premiere Productions und zahllosen anderen Firmen sieht's hingegen düster aus...
Zuletzt geändert von Godzilla-2000 am Fr 21.03.2014, 19:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Godzilla-2000 » Fr 21.03.2014, 19:32

Btw. Zillasaurus, wenn es Dir nur ums Ansehen geht, der Film ist problemlos
auf Youtube zu sehen.
Sicher mit ein Grund, weshalb es nirgends etwas Vernünftiges davon zu kaufen gibt.

Aber das ist (leider) ein Kampf gegen Windmühlen.
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Plasmo » Fr 21.03.2014, 22:48

Godzilla-2000 hat geschrieben:Gewisse Chancen bestehen sicher für Produktionen von LVN (Zarex) und Sampaguita, zwei der
ältesten Firmen, die viel aufbewahrt haben. Zumindest habe ich einige alte Fantasyfilme von denen,
u.a. vom selben Regisseur (R. Abelardo).
Tukô sa Madre Kakaw (Philippinen 1959) ist auch von LVN produziert worden und lief laut Berichten angeblich bis in die 80er/90er regelmäßig im philippinischen Fernsehen. Immerhin ist Anak ng Bulkan (Philippinen 1959) auf eben genau diese Weise verfügbar geworden. Und selbst wenn den keiner aufgenommen hat, bin ich mir sicher, dass es noch Material zu dem Film gibt, das dann zumindest theoretisch auch irgendwann mal ausgewertet werden könnte.

Folgendes Bild zeigt übrigens, dass nicht wie in etwa The Giant Gila Monster (USA 1959) ein echtes Reptil in den Film reingeschnitten wurde, sondern dass hier wieder sicherlich tolle Spezialeffekte am Werk waren:

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Deinen weiteren Ausführungen kann ich mich nur uneingeschränkt anschließen.
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von Barakidon » Sa 22.03.2014, 13:46

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Wenn auch schon mehrmals gesehen macht der Film immer wieder Spaß. Der eigentliche Star des Films ist zweifelsohne Gorosaurus, der richtig gut rüberkommt.

Auf der vorliegenden DVD von Media Target kommt nach ca. 10 Minuten der berühmte Filmriß. Man sieht nicht daß Mechani Kong aufgrund der zu starken Strahlung von Element X zusammenbricht. Der Film selber weist teilweise Schlieren, Dropouts, Risse und Verschmutzungen auf, dabei wird aber vor Filmstart hingewiesen. Man hat eine Archivkopie aus den 70er Jahren verwendet. Insofern lohnt es sich nicht mehr, sich diese DVD zuzulegen, angesichts der teilweise horrenden Preisen zu der sie mittlerweile gehandelt wird. Auch das dürftige Bonusmaterial rechtfertig den hohen Preis nicht.

Wenn man aber altes Kinofeeling erleben will, und sich dementsprechend an der Bildqualität nicht stört, sich Popcorn und Cola zurechtstellt, dann erlebt man knapp 85 Minuten einen richtig guten japanischen Monsterfilm, mal abseits der Godzilla-Welle. +++ +++

Ein Film der eine weitere, bessere DVD-Veröffentlichung verdient hätte.

Noch ein Nachtrag zu Gorosaurus: Leider hatte dieser ja später nur noch Gastauftritte wie z.B. in Frankensteins Höllenbrut oder Frankenstein und die Monster aus dem All. Was vielleicht nicht alle wissen, er hatte auch einen Auftritt in der TV Serie GO! GODMAN aus den 70ern. Allerdings schaut das Kostüm da schon ziemlich ramponiert aus. Unter anderem tauchen in der Serie auch Kameba, Sanda, Gaira, Gabbara und die Fledermausmenschen aus U 4000 - Panik unter dem Ozean auf.

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Gorosaurus in GO! GODMAN
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Filmemacher sollten bedenken, dass man ihnen am Tag des Jüngsten Gerichts all ihre Filme wieder vorspielen wird.

Barakidons Inhaltsverzeichnis zum Marathon 31 Nächte des Grauens 5

oliver
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Re: Zuletzt gesehener asiatischer Monster-Film

Beitrag von oliver » Di 25.03.2014, 12:02

ja, der gute alte gorosaurus. sehr viel cooler als der olle affe 8)


kann man die zeichentricksendung dazu eigentlich irgendwo sehen? das ganze basiert ja meines wissens auf einer zichentrickvorlage. es gibt ja inhaltlich auch ein paar anspielungen auf eine vorgeschichte (zumindest im deutschen) denn irgendjemand meint doch, dass mechani kong wirklich aussieht wie auf den original bauplänen (die der bösewicht wohl gestohlen hatte?)

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