Zuletzt gesehener Reality-film

Eine Film-Welt jenseits der Monstren, Mumien und Mutationen.
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Paul Naschy
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » So 24.11.2013, 11:48

Heinz Rühmann DoubleFeature.

(Wäre ich von Beruf Schauspieler und in meiner Gegenwart würde jemand behaupten, dass Heinz Rühmann ein Schauspieler war, dann wäre ich beleidigt.)


Das Chinesische Wunder (D 1977) +++ 1/2

Ein Film, der mit Archivaufnahmen des Siemens Konzerns beginnt und endet, dazwischen ein Lehrvideo für eine Herzklappentransplantation zeigt, nicht zu vergessen eine Senta Berger, welche an der Flasche hängt und kurz darauf dank eines seltsamen Autounfalls ein entstelltes Gesicht haben soll, kann im Grunde genommen nur unterhalten. Hier spielt das hölzerne deutsche Urgestein einen chinesischen Wunderheiler (es geht um Akupunktur), der sein Wissen an einen westlichen Arzt weitergibt. Die Liebesgeschichte zwischen diesem Arzt und der unglücklich verheirateten Senta hat gute Traumschiff-mäßige Ansätze, verläuft dann aber komplett ins Leere. Am Schluss könnte man meinen, der junge Arzt kommt mit dem alten Arzt zusammen und die Senta geht leer aus… ich hätte mich für die Senta entschieden.

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Die Ente klingelt um halb Acht (D 1968) +++ +++ +++

Wenn ich Außerirdischen Bayern erklären müsste, würde ich ihnen "Der Irre vom Zombiehof" zeigen, bei Deutschland wäre "Die Ente klingelt um halb Acht" meine allererste Wahl. Alle vögeln - wir sind schon da!
Dr. Alexander ist Computerfachmann. Er nimmt auf dem Nachhauseweg eine Abkürzung und kollidiert mit einem Elefanten; keiner glaubt ihm. Dank ungünstiger Umstände landet er im Irrenhaus, wo er mit seiner vermeintlich sexuellen Verklemmung konfrontiert wird (bei der Sichtung habe ich den Eindruck, dass diese Szenen Heinz Rühmann unangenehm waren :lol: ). Bei einem Fluchtversuch landet er in einer Demo, wo für Frieden, sexuelle Freiheit und gegen Axel Springer demonstriert wird. Außerdem rennt er auf dem Dach einer Nackten hinterher und rein in die Dreharbeiten eines viertklassigen Fassbinders. Nach einer Stunde Spielzeit wird der Zuschauer hart auf die Probe gestellt, weil er Ausschnitte von alten Rühmann-Filmen über sich ergehen muss. Die Entschädigung kommt mit der abschließenden Gerichtsverhandlung, welche so nur unter extremen Drogenmissbrauchs - vor UND hinter der Kamera - entstanden sein kann. Der Film lässt mich fassungslos und bewusstseinserweitert zurück. Prädikat: verdammt wertvoll!

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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Fr 13.12.2013, 23:53

Sonne, Sand und heiße Schenkel (It 1975) +++ +++

Vom Titel darf man sich nicht auf eine falsche Fährte locken lassen: mit Klamauk und flotten Teens hat das hier nichts zu tun. Die hübsche Angela (Gloria Guida) lässt es sich in ihrem Leben gut gehen, Papa sorgt dafür. Doch dann lernt Papa die hübsche Irene (Dagmar Lassender) kennen und das Paradies scheint in Gefahr. Zusammen mit ihrem Freund versucht Angela auf recht subtile und fiese Art, Irene loszuwerden. In der Vergangenheit Irenes finden sie einen Angriffspunkt …

Ich weiss nicht, wer den Soundtrack verbrochen hat, aber ich hoffe, er wurde dafür großzügig bestraft. Ansonsten gibt es ein (stellenweise recht plakatives) Drama, welches hervorragend in Szene gesetzt wurde; vor allem, weil an nackter Haut Gloria Guidas nicht gespart wurde.
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Mo 16.12.2013, 21:19

Die Liebesabenteuer des Marquis S. (D/US 1969) +++ 1/2

Marquis de Sade ist jung, reich, schaut gut aus, und umgibt sich gerne mit dem anderen Geschlecht. Je mehr desto gut. Damit der Ruf der Familie nicht noch mehr in den Dreck gezogen werden kann, wollen ihn seine Eltern mit einer hübschen jungen Dame - ebenfalls aus gutem Haus - vermählen. Um die zukünftigen Schwiegereltern zu überzeugen, lässt Familie de Sade ordentlich Taler fließen. Doch es kommt zu einem Missverständnis! Allzu gerne hätte der Marquis die hübsche junge Tochter (Senta Berger :loveyouall: ) geheiratet; doch es handelt sich um deren Schwester! Darauf hin flippt der Marquis total aus, hält Orgien ab und stürzt immer tiefer in den triebgesteuerten Sumpf. Nur noch ein einziges mal kommt es zu einer Begegnung mit der Liebe seines Lebens …

Senta Berger lässt auch für Roger Corman (das hier ist eine American International Pictures Produktion) nicht alle Hüllen fallen. Macht nichts. Auch ihre Auftritte innerhalb des Films sind recht rar. Egal; denn sobald sie sich mit Keif Dullea (2001: Odyssee im Weltraum) hinter halbtransparenten Himmelbettgardinen räkelt, dann knistert es gewaltig!

Die Orgien sind eher hippiesk (Farbenspektakel zu flottem Beat) als pornographisch gefilmt, was dem Film einen charmanten Retro-Touch gibt. Nur ein Wehwehchen ist unverzeihlich: die deutsche VHS ist um etwa 35 Minuten (!!!) gekürzt worden!
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von DJANGOdzilla » Sa 28.12.2013, 18:31

DAS RASTHAUS DER TEUFLISCHEN SCHWESTERN
[THE NAME OF THE GAME IS KILL][USA][1968]

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Regie: Gunnar Hellström
Darsteller: Jack Lord, Susan Strasberg, Tisha Sterling, Collin Wilcox Paxton , T. C. Jones, Marc Desmond, Mort Mills


Der ungarische Tramper Symcha Lipa [Jack Lord] wird in der Wüste Arizonas von der attraktiven Mickey [Susan Strasberg] aufgegabelt. Diese nimmt ihn mit zu einer nahegelegenen Tankstelle, welche sie, gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren beiden Schwestern, auch bewohnt. Nachdem er seinen Durst stillen konnte, bietet Mickey ihm an, auch bei ihr übernachten zu können – ein Angebot, das er, in freudiger Aussicht darauf, nach seinem Durst auch eine ganz bestimmte Art von Hunger stillen zu können, gern annimmt. Mickeys ältere Schwester Diz [Collin Wilcox Paxton] begegnet dem unerwarteten Gast allerdings mit offener Feindseligkeit, und auch die jüngere Nan [Tisha Sterling] und die Mutter [ T. C. Jones] benehmen sich bei aller Freundlichkeit auch etwas merkwürdig. Nachdem Mickey seine Avancen zurückgewiesen hat, wird auf Symcha, als er den Ort am kommenden Morgen verlassen will, ein Mordanschlag verübt. Vom Auto angefahren bleibt er bewusstlos liegen und wird in ein Krankenhaus eingeliefert. Nach seiner Genesung jedoch kehrt er zur Tankstelle zurück und versucht in den folgenden Tagen, das Vertrauen der geheimnisvollen Familie zu gewinnen. Als jede der vier Frauen ihm schließlich eine andere Version vom tragischen Tode des Vaters erzählt, wird ihm allmählich bewusst, dass ein schreckliches Trauma auf den Geschwistern liegen muss.

Im Jahre 1968 drehte der Schwede Gunnar Hellström in den USA diesen weitestgehend vergessenen Thriller mit dem phänomenalen Originaltitel THE NAME OF THE GAME IS KILL. Der deutsche Titel trifft den Sinn der Sache hingegen nicht so ganz, handelt es sich beim titelgebenden Schauplatz doch eigentlich nicht um ein Rasthaus, sondern um eine Tankstelle, aber da DIE DREI VON DER TANKSTELLE als Titel bereits vergeben war... Was soll's...!?

Vom deutschen Verleih seinerzeit grandios überschäumend als „höllisch heißes Gebräu aus Hollywoods Horror-Schocker-Giftküche“ an den Mann gebracht, dürfte dieses vollmundige Versprechen damals für so einige enttäuschte Gesichter gesorgt haben. Tatsächlich kommt DAS RASTHAUS DER TEUFLISCHEN SCHWESTERN nämlich überraschend handzahm daher und verspricht letztendlich deutlich mehr, als er dann wirklich zu halten vermag. Dabei gelingt es Hellström durchaus, ein gesundes Maß an unheilvoller Atmosphäre aufzubauen: ein karges Haus in ungastlicher Gegend, drei seltsame Schwestern nebst zwar freundlicher, doch merkwürdig-distanzierter Mutter, widersprüchliche Schauergeschichten aus der Vergangenheit, dazu pelziges Krabbel- und klapperndes Kriechgetier und strangulierte Puppengesichter – das RASTHAUS sorgt zeitweilig in der Tat ein wohliges Gänsehaut-Gefühl.

Um dieses durchgehend halten zu können, fehlt es dem morbiden Gruselstück letztendlich jedoch ein wenig an der notwendigen Konsequenz. Immer wieder, wenn es THE NAME OF THE GAME IS KILL gerade wieder gelingt, Interesse zu wecken an seiner Geschichte, seinen Figuren, den mysteriösen Hintergründen des Geschehens, wird der begonnene Faden auch schon wieder halbherzig fallengelassen und die aufkommende Spannung verpufft brutal im luftleeren Raum. Wenn man dann noch ins Bewusstsein ruft, dass das RASTHAUS eine schmalbudgetierte Independent-Produktion war, die den Auflagen des manierlichen Massengeschmacks trotzen durfte und ihr Geld vor allem reißerisch beworben in den Grindhouse-Kinos wieder hereinholen sollte, darf man sich angesichts der letztendlichen Harmlosigkeit des Gebotenen auch gut und gern etwas betrübt zeigen. Zwar liegt ständig eine unterschwellige sexuelle Spannung in der Luft und irgendwie hat man das Gefühl, dass sich alle am Rande einer heftigen Gewalteruption befinden und sich jeden Moment unfassbare Abgründe auftun, so richtig getraut, die Sau rauszulassen, hat man sich allerdings doch nicht. So verpulvert das RASTHAUS eine enorme Menge an explosivem Potential und nutzt seine Ressourcen lediglich im Ansatz.

Womöglich verlies man sich auch allzusehr auf die Schockwirkung der finalen Wende, mit welcher damals sogar explizit beworben wurde („Sie dürfen diesen Film nur sehen, wenn Sie das Versprechen abgeben, das schockierende Ende niemandem zu verraten“, bedrohte einen das Plakat). Tatsächlich geriet diese auch nicht uneffektiv und kann sich nachhaltig ins Gedächtnis graben. Auch auf handwerklicher Ebene hat man sich rein gar nichts vorzuwerfen - die Inszenierung leistet sich keinen Patzer und gefällt mit leicht experimentellem Anstrich. Kameramann Vilmos Zsigmond [→ ASSASSINS] gelingen zudem einige starke Bilder (wenn sich z. B. die Silhouetten Symchas und Mickeys, beide in einem Torbogen stehend, gegen den strahlend blauen Himmel abheben) und stimmungsvolle Kompositionen, die das Werk sogar oftmals hochwertiger aussehen lassen, als es eigentlich ist.

Jack Lord [→ 007 JAGT DR. NO] übernahm die männliche Hauptrolle, wirkt in dieser allerdings manchmal ein wenig zu trantütig und zudem fatalerweise auch nicht immer unbedingt sympathisch. Zudem versäumt es das Drehbuch sträflich, die Motive für sein Handeln erklärend herauszustellen, so dass sein Verhalten nicht selten nebulös bleibt. Warum genau kehrt er zur unheimlichen Tankstelle zurück, nachdem er nur knapp einem Mordanschlag entkam? Neugierde? Liebe? Geilheit? Man weiß es nicht...

Deutlich hochwertiger agieren hingegen die weiblichen Darsteller. Susan Strasberg [→ ACHTERBAHN] wirkt im gleichen Maße selbstbewusst, wie verletzlich und geheimnisvoll und ist außerdem auch attraktiv genug, um Jack Lords Rückkehr zumindest im Ansatz plausibel erscheinen zu lassen. Collin Wilcox Paxton [→ DER WEISSE HAI 2] kann als ihre ältere Schwester ebenfalls punkten und verkörpert sehr glaubwürdig die Rolle der vom Leben gezeichneten Frau mit dunkler Vergangenheit. Der Hauptgewinn allerdings geht an die damals 24jährige Tisha Sterling [→ COOGANS GROSSER BLUFF], die als jüngste der drei Schwestern eine großartige Schauspielnummer auf's Parkett legt, wenn sie in einem Moment tränenüberströmt vom tragischen Schicksal ihres Vaters berichtet, um sich ein paar Minuten später in eine wild fluchende Furie zu verwandeln.

Lohnt sich ein Besuch im RASTHAUS DER TEUFLISCHEN SCHWESTERN nun? Zumindest schadet er nicht, vor allem, wenn man ein Faible besitzt für das urige Kino der 60er Jahre, in dem man so langsam, aber sicher begann, moralische Bedenken zur Seite zu schieben und thematisch auch mal heißere Eisen anzupacken. Dass THE NAME OF THE GAME IS KILL die meiste Zeit dennoch mit angezogener Handbremse fährt und beiweitem nicht der Knaller geworden ist, der er hätte werden können, ist zwar etwas bedauerlich, einen zaghaften Blick ist das makabre Geschehen allerdings trotzdem wert. Wer sich wohlfühlt im schaurigen Netz aus Ahnungen, Andeutungen und Intrigen, der darf sich hier ohne Reue seine mit sympathischem Billigcharme gestreckte Dosis abholen. Aber Vorsicht: Wer hier zu lang rastet, wird geröstet!

s. auch: DAS RASTHAUS DER TEUFLISCHEN SCHWESTERN
Regelmäßig neue Reviews von Stuart Redman und DJANGOdzilla bei
JÄGER DER VERLORENEN FILME

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Paul Naschy
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Do 02.01.2014, 00:06

Desertiert (GB 1972) +++ +++

Der 2. Weltkrieg ist in den letzten Zügen. Ein englischer Deserteur findet Zuflucht bei einer Landfrau, welche auf einem heruntergekommenen Hof die Rückkehr ihres Mannes (aus Kriegsgefangenschaft) abwartet. Aber da weder der Hof besser wird noch der Mann in Sicht, und außerdem der Deserteur ein junger, hübscher und witziger Kerl ist, werden die beiden ein Paar. Offiziell geht das natürlich nicht und deshalb muss er in die Rolle einer Schwester schlüpfen. Irgendwann beginnt es, zwischen den Beiden zu kriseln. Hinzu kommt, dass sich 2 Soldaten an den Hof verirren und der Seargant (Oliver Reed :D ) mit der "männlichen Schwester" gerne mal ein bisschen Ringelpietz mit anfassen spielen würde…

Alle 3 Hauptprotagonisten, Glenda Jackson, Oliver Reed und vor allem Brian Deacon als Deserteur rocken den Laden. Die Rollen sind sehr überzeugend gespielt und die straighte Story wird bereits nach wenigen Minuten zu einem "ich-muss-wissen-wie-das-ausgeht" Event. Toller Film.
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Mi 08.01.2014, 08:33

Keep on running (D 1990) +++ ---

Wer in Hamburg wohnt, kann vor Filmfreunden mit Streifen wie "Zinksärge für die Goldjungen" prahlen. Als Berliner würde ich voller Stolz nur das Wort Possession nennen. Als Wiener ist man eh fein raus; vom Dritten Mann bis Komm Süßer Tod ist alles erste Sahne. Aber was verdammt noch mal soll ich da aus den Bayerischen Outbacks entgegenhalten?!? Spontan fallen mir nur zwei Gurken ein. Xaver und sein außerirdischer Freund (uhhhh...) und eben Keep On Running. Buch, Idee und Gastrolle: Thomas Gottschalk. Es scheint hier sowas wie sein Jugendtrauma zu verarbeiten. Unglücklich in eine Eisdielenbedienung verliebt, einen strengen Papa, eine erfolglose 60er-Coverband, kurz vor der Abiturkatastrophe und der Wunsch, Radiomoderator beim Bayerischen Rundfunk zu werden. Das alles wirkt unfreiwillig witzig aneinander gestöpselt; am komischsten sind generell Passagen, welche nicht komisch gemeint waren.

Fazit: ganz harte Kost für alle, denen die Supernasen noch nicht müllig genug sind und eigentlich ein Grund, auszuwandern.
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Kai "the spy" » Sa 11.01.2014, 02:20

The Sleeping Cardinal (UK, 1931)

Eine frühe Sherlock Holmes-Verfilmung, basierend auf "The Empty House" und "The Final Problem". Ordentlich inszeniert. Arthur Wontner gibt einen guten Holmes ab, wenn er auch nicht ganz an Basil Rathbone, Jeremy Brett oder Benedict Cumberbatch heranreicht. Ian Fleming (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Autor und Erfinder von James Bond) macht ebenfalls eine gute Figur als Dr. Watson, darf er die Figur auch deutlich vorlagentreuer und seriöser spielen als später Nigel Bruce. Alles in allem gut anzusehen, wenn auch sehr angestaubt. Für Sherlockians und Liebhaber alter Filme.

Wertung: +++ 1/2
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Sa 18.01.2014, 00:17

Mädchen hinter Gittern (US 1982) +++ 1/2

Elisabeth wälzt sich mit ihrem Lover im Bett – so schön kann ein Ski-Urlaub sein! Doch leider ist ihr Liebhaber mit Drogen im Geschäft und schmuggelt in Elisabeths Skier jede Menge Schnee (also, ich meine einen ganz bestimmten Schnee …). Auf dem heimischen Flughafen angekommen schlagen die Drogenspürhunde Alarm und sie landet im Frauenknast. Da gibt es die typischen Women-In-Prison-Charaktere: eine fies-dominante Wärterin, eine brutale Knast-Clique, und einen Wärter, dessen Haupttätigkeit aus Vergewaltigungen besteht.

Im Vergleich zu dem, was das WIP-Genre sonst so zu bieten hat, ist dies eine eher zahme Version. Dennoch nicht uninteressant, da hier dramaturgisch und charakteristisch die Messlatte höher als üblich angesetzt wurde. Außerdem beinhaltet "Mädchen hinter Gittern" eine Szene, welche meiner Meinung nach das Potential besitzt, Filmgeschichte zu schreiben: die Gegenüberstellung einer Vergewaltigungs- mit einer Geburts-Szene!

Prädikat: Sehenswert!
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Harryzilla » So 19.01.2014, 19:13

Metallica - Through the Never (2013) --- +++ 1/2

Großartige und aufwendige Bühnenshow von Metallica welche Nimrod Antal (Kontroll, Predators) in spektakuläre Bildern umgesetzt hat. Leider gibt es aber einen riesigen Störfaktor. Nämlich die völlig sinnlose Nebenhandlung zwischen den Songs wo ein Roadie durch die Stadt irrt und in eine bizarre Straßenschlacht gerät.
Ich habe der Band S & M verziehen. Ich habe ihnen St. Anger verziehen und ich habe ihnen sogar Lulu verziehen. Ich werde ihnen auch diese surreale Nebenhandlung verzeihen.
Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen!

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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Mo 20.01.2014, 08:14

Running Cool (US 1993) ---

Alt-Biker soll aus seinem Haus vertrieben werden, weil er mitten im Sumpf wohnt, welcher für industrielle Zwecke trockengelegt werden soll. Der örtliche Finanz-Hai und sein dumpfbackiger Sohn (inkl. seiner Schlägertruppe) steckt hinter diesen Plänen. Doch sie haben die Rechnung ohne die zur Hilfe eilende Biker-Gang gemacht …

Handzahmer Kuschelbiker-Film, bieder und vor Schmalz triefend. Nur wenn die Rockerbande mit ihren stinkenden Karren durch den Sumpf wütet, um für den Erhalt dieses sensiblen Biotops zu kämpfen, blitzt kurz ein sympathischer Trash-Faktor auf. Für gute Unterhaltung ist das aber zu wenig.
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von MonsterZero » Mo 20.01.2014, 11:48

Hatte den eigentlich als gar nicht so schlecht in Erinnerung.
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Mo 20.01.2014, 12:09

die biker reparieren 70jährigen omas kostenlos das auto – in einem richtigen bikerfilm hätten sie mit den damen was ganz anderes gemacht.
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von MonsterZero » Mo 20.01.2014, 12:56

Ja hast ja Recht.
Ihr ein Taxi gerufen und das Auto abschleppen lassen.
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Mo 20.01.2014, 12:57

korrekt!
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Mi 22.01.2014, 00:31

5 Jahre Leben (D 2013) +++ +++ 1/2

Murat ist Türsteher in einer Szenen-Disse in Bremen. Als der Kollega und bester Kumpel erschossen wird, will er sein Leben um 180 Grad umkrempeln. Leider kommt er dabei auch in Kontakt mit Kindern, mit denen er besser nicht spielen sollte und wird als potentieller Terrorist von sogenannten Terroristenkopfgeldjägern an Amerika verkauft. Er landet ohne Anklage und Chance auf Verteidigung in Guantanamo und lernt dort die Hölle auf Erden in Form eines Verhörexperten kennen, welcher Infos aus Murat herauskitzeln will, welche schlichtweg nicht der Wahrheit entsprechen …

Den Zusatz "Nach einer wahren Begebenheit" hat der Film nicht nötig, um das Label "brutal" zu erhalten. Um so schlimmer, dass es tatsächlich so ist. Systematisch wird der Hauptprotagonist und Antiheld gedemütigt und physisch wie psychisch gefoltert. Diese permanenten Aktionen des Verhörenden, welche Murat dazu bewegen sollen, ein Geständnis nach Wunsch - nicht nach Realität - herauszulocken, lassen keine Widerlich- und Unmenschlichkeit aus.

Dass auch ein Barack Obama es nicht geschafft hat, diese rechtswidrige Zone von Guantanamo zu schließen (noch immer sind Häftlinge ohne Anklage inhaftiert), zeigt, dass sich Amerika aus demokratischer Sicht noch immer im Steinzeitalter befindet. Schrecklich, aber leider wahr.
Zuletzt geändert von Paul Naschy am Mi 22.01.2014, 08:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von MonsterZero » Mi 22.01.2014, 06:50

Paul Naschy hat geschrieben:5 Jahre Leben (D 1013) +++ +++ 1/2
Da gab es schon Film!?
Krass. :-P
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Antropophagus » Mi 22.01.2014, 06:56

MonsterZero hat geschrieben:
Paul Naschy hat geschrieben:5 Jahre Leben (D 1013) +++ +++ 1/2
Da gab es schon Film!?
Krass. :-P
Ja und den hat Paule nen paar Jahre voher sogar im Kino gesehen... :roll: :mrgreen:
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Mi 22.01.2014, 08:39

it´s been a hard days night… :roll:
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Fr 24.01.2014, 20:23

Nostalghia (It 1983) +++ +++

Der russische Schriftsteller Andrej ist zusammen mit der Dolmetscherin Eugenia in Italien auf den Spuren eines russischen Komponisten aus dem 19. Jahrhundert unterwegs. Andrej ist keine Stimmungskanone, dafür plagt ihn die Sehnsucht nach Mama Russland zu sehr. So sehr, dass er nicht mal mit der überaus attraktiven Eugenia ein bisschen schnacken will. In Domenico, einem leicht wirr vorkommenden angeblichen Mathematiker, findet er die Seelenverwandtschaft, nach der er vielleicht gesucht hat …

Ein Film wie ein Kunstwerk. Eine Aneinanderreihung äußerst faszinierender Kompositionen. Dennoch mache ich kleine Abstriche für den Film an sich, denn: Nostalghia wird für mich gar niemals ein Stalker! Dafür ist der Film zu… oberflächlich? Nein, falsches Wort. Vielleicht. Nostalghia ist ein sehr ruhiger Film, welcher von einer überschaubaren Anzahl an Begegnungen und deren Dialoge, vor allem aber an mit Symbolik bestückten Einstellungen lebt. Für mich hat Andrej Tarkowski andere Filme gedreht, dennoch ist Nostalghia ein mehr als empfehlenswerter Film.

Die Dolmetscherin wird von der hübschen Domiziana Giordano gespielt, welche anno 1990 in Nouvelle Vage für Godard mit Delon gespielt hat. Kann mir wer sagen, wie ich an diesen Film ´rankomme?
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » So 26.01.2014, 00:07

The Ides Of March (US 2011) +++ 1/2

Polit-Thriller, welcher Machenschaften und Manipulationsmöglichkeiten des (amerikanischen) politischen Systems in einer packenden Story erzählt. Die ersten 30, vielleicht 40 Minuten sind etwas zäh, aber dann geht - wenn man sich darauf einlässt - die Post ab. Und die Moral von der Geschicht´? Demokratie ist auch nur ein gewöhnliches, von machtgeilen Yuppies geführtes Unternehmen. Habe ich´s mir doch gleich gedacht.
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Fr 31.01.2014, 11:16

Prostituzione (It 1974) +++ 1/2

Rino di Silvestro ist ein Garant guter Unterhaltung für fortgeschrittene Schundfilmfans. Sein "Deported Women of the SS Special Section" ist eine Perle der gepflegten, atmosphärischen Langeweile, und in eine ähnliche Kerbe schlägt auch Prostituzione, wenn auch nicht ganz so... tief: aneinander gereihte Sequenzen, welche vor Spontanität nur so strotzen und jeglichen Spannungsbogen missachtende Handlungsstränge. Filmschnippsel, aus der Urinrinne des Cutter-Studios gefischt. Prostituzione ist schlechter Giallo, mit Pornokamera gedreht und unpassenden humoristischen Einlagen gewürzt. Ein Film wie Apfelstrudel mit Sambal Oelek.
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Di 11.02.2014, 00:57

Hass (Fr 1995) +++ +++

»Bis hier ging alles gut.«

HASS handelt von 3 sehr unterschiedlichen Jugendlichen in einer Pariser Vorstadt und von deren herben Umgang mit der Staatsgewalt. In HASS gibt es keine Engel, weder bei den Jugendlichen noch bei den Polizisten. Fehler werden auf beiden Seiten gemacht und deren Beweggründe werden hier nicht bewertet. Genau das ist der Punkt, welcher den Film so schwer verdaulich macht …
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Barakidon
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Barakidon » Do 13.02.2014, 18:48

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Als der Musik-Professor Parker (Richard Gere) eines Tages nach der Arbeit einen herrenlosen Hundewelpen am Bahnhof findet, ahnt er noch nicht, dass dies der Beginn einer ganz besonderen Freundschaft ist. Während seine Frau (Joan Allen) den kleinen japanischen Akita-Hund sehr zögerlich aufnimmt, wird Parkers Herz von HACHIKO im Sturm erobert. Schon bald begleitet ihn der aufgeweckte HACHIKO jeden Tag zum Bahnhof und holt ihn am Abend wieder ab. Bis er eines Tages vergeblich auf die Rückkehr seines Herrchens wartet…
Spoiler:
denn dieser bricht in seiner Schule tot zusammen


Ganze 9 Jahre (!) lang wartet der treue Hund jeden Tag an der üblichen Stelle am Bahnhof auf die Rückkehr seines Herrchens. Umliegende Läden versorgen ihn mit Wasser und Essen, denn Hachiko ist in dem kleinem Örtchen längst zur Legende geworden.
Spoiler:
An einem kalten Winterabend stirbt Hachiko dann dort, wo er jeden Tag vergeblich auf seinen Herrn gewartet hat


Der Film beruht tatsächlich auf einer wahren Geschichte, die 1925 in einem kleinen Städtchen in Japan begann und dort 1934 endete. Dem Hund wurde sogar ein Denkmal gesetzt.

Diese Verfilmung erzählt die Geschichte nach, verlagert das Geschehen aber in die USA. Richard Gere als Parker spielt seine Rolle glaubhaft, wahrer Held des Filmes ist aber mit Sicherheit Hachiko, der jeden anderen Filmhund locker in den Schatten stellt.

Wenn der Film zu Ende ist wird jeder, wohlgemerkt jeder zumindest Tränen in den Augen haben - oder sogar Rotz und Wasser heulen -, selbst der härteste Mann.

Ich spreche hier eine klare Kaufempfehlung aus, denn ich habe noch niemals einen Film gesehen, der die Treue eines Hundes zu seinem Herrchen so klar zeigt wie diesen. Und wie gesagt, das alles ist wirklich passiert.

Möglicherweise wird meine Besprechung hier nicht groß Anklang finden, da die Interessen in andere Filmgenres gehen, aber dieses Meisterwerk hat eine Rezession einfach verdient.

Ein unglaublich guter, herzzerreißender Film, mit einem guten menschlichen und einen großartigen tierischen Hauptdarsteller.

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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Fr 14.02.2014, 10:26

du irrst :wink: sogar ein hartgesottener antro hat hier im forum dem film schon drei Daumen nach oben verpasst.

ich habe mir nach Sichtung gleich die originalverfilmung zugelegt, welche den Hund etwas realistischer zeichnet (in einigen Szenen wird der Köter schon arg vermenschlicht) und gerade deswegen noch trauriger ´rüber kommt.

gleiches gilt für "antarctica - gefangen im eis".
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Harryzilla » Fr 14.02.2014, 10:33

Die deutsche Variante Krambambuli von 1883 (und diversen Verfilmungen) ist bezüglich Tränenfaktor auch nicht ohne. :cry:
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Barakidon » Fr 14.02.2014, 18:54

Paul Naschy hat geschrieben: ich habe mir nach Sichtung gleich die originalverfilmung zugelegt, welche den Hund etwas realistischer zeichnet (in einigen Szenen wird der Köter schon arg vermenschlicht) und gerade deswegen noch trauriger ´rüber kommt.
Paul, du meinst sicher Hachiko Monogatari von 1987? Welche Version hast du? Ich kenne nur die französiche DVD, auf der der Film auch in der japanischen Sprache drauf ist.
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Antropophagus » Sa 15.02.2014, 01:56

Paul Naschy hat geschrieben:du irrst :wink: sogar ein hartgesottener antro hat hier im forum dem film schon drei Daumen nach oben verpasst.
Aber hallo...ich hatte sogar feuchte Klüsen...dem Film hätte ich eigentlich auch 4 Däumchen verpassen müssen...
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Barakidon » Mo 17.02.2014, 19:05

DENKT BLOSS NICHT DASS WIR HEULEN (USA 1970)

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Sechs Großstadt-Jungs werden von ihren Eltern in ein teures Sommerlager abgeschoben. So verschieden die sechs auch sind, eines haben sie gemeinsam: niemand will sie haben! Ihre angestauten Aggressionen lassen sie gnadenlos am Lagerleiter aus, und sie tyrannisieren ihre Kameraden. Bis zu dem Tag, an dem sie sehen, wie bei einer organisierten Büffeljagd offensichtlich auf brutalste Weise sinnlos getötet wird. Auf eigene Faust starten sie eine Aktion, die ihr Leben dramatisch verändern wird ... auf eine entsetzliche Weise.

Der Film lief 1973 in den Kinos der DDR unter dem Titel "... und sie sind nur Kinder". Warum man für die deutsche DVD diesen Titel geändert hat entzieht sich meines Wissens. Er hätte besser gepaßt.

Spannung und Gesellschaftskritik zeichen diesen außergewöhnlichen Streifen von Regisseur Stanley Kramer aus. Beim Zuschauen entwickelt man irgendwann einen Haß - aber nicht auf die Problem-Kinder, die von der Gesellschaft "ausgestoßen" wurden, sondern auf die gnadenlose Gesellschaft selbst.

Als sie aufbrechen, die Büffelherde zu befreien, kennen sich die Kids noch gar nicht richtig. Erst auf dem Weg dorthin lernen Sie sich näher kennen, durch Gespräche in der sie sich ihre Fehler und Schwächen eingestehen, sich aber auch gegenseitig wieder hochziehen um ihr Ziel zu erreichen.
Spoiler:
Ihre unerschütterliche Aufopferungsbereitschaft wird einem der Jungs sogar um Verhängnis.


Einer der besten Filme die ich seit langem gesehen habe. Er wühlt einen innerlich auf und läßt einen am Ende bedrückt zurück. Und er ist heute von der Thematik her wahrscheinlich noch aktueller als
jemals zuvor.

Vor ganz langer Zeit mal auf VHS gesehen bin ich CMV überaus dankbar für diese DVD-Veröffentlichung.

Ein Kleinod und Meisterwerk das ich jedem nur empfehlen kann!

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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Mo 17.02.2014, 21:13

Paul, du meinst sicher Hachiko Monogatari von 1987? Welche Version hast du? Ich kenne nur die französiche DVD, auf der der Film auch in der japanischen Sprache drauf ist.
ja genau. ich habe ihn von archive.org auf japanisch mit englischen untertiteln.
DENKT BLOSS NICHT DASS WIR HEULEN (USA 1970)
danke für diese Empfehlung :D +++
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Re: Zuletzt gesehener Reality-film

Beitrag von Paul Naschy » Mo 24.02.2014, 23:40

12 Years A Slave (UK/US 2013) ---

Story:
1841, New York: Solomon Northup wird verschleppt und im Süden als Sklave verkauft. Er macht eine scheiss Zeit durch, bis ihn Brad Pitt da wieder raus holt.

Kritik:
Theatralisch und aufgesetzt wirken viele Szenen, welche statisch minutenlange Close-Ups von Gesichtern zeigen. Danach gleich wieder ein starrer Kamerablick in die (zugegebenermaßen wunderschöne) Landschaft, damit auch der letzte Zuschauer merkt, dass das hier keine Unterhaltung sein soll. Was der Film aber leider auch nicht ist: er konzentriert sich viel zu wenig auf die Charaktere seiner Protagonisten, verharrt lieber in Ästhetik. Ein langsam dahinverglühendes Stück Papier als Sinnbild für schwindende Hoffnung. Die Story läuft nach 20 Minuten aus und wiederholt sich in den restlichen 2 Stunden immer wieder, ohne wirkliche Akzente zu setzen. Vergangenheitsbewältigung auf dem Niveau eines schwermütig dahin schleppenden deutschen Antikriegsfilms aus den 50ern.
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