Zuletzt gesehener Abenteuer-/Kostümfilm

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mario-pana
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Zuletzt gesehener Abenteuer-/Kostümfilm

Beitrag von mario-pana » Do 31.01.2008, 09:22

Ich möcht den Thread nun eröffnen, so, wie es auch schon ähnliche Threads dieser Art hier gibt. Ich finde, dass direkt an die Filme mit phantastischem Inhalt die Abenteuerfilme und Mantel und Degen Streifen anschließen. Wer Fantasy mag, der mag oft auch Abenteuerfilme.

Streifen, wie die Musketiere, oder auch Sandalone u.ä. sollen hier rein. Das Spektrum der Abenteuerfilme ist weit und nicht minder interessant, wie Fantasy oder SF.

Also. Haut rein.

P.S.: Zur Erinnerung hier noch das Bewertungssystem, das im Forum angewendet wird:

--- --- schlecht
--- nur für Komplettisten
--- +++ mittelmäßig, zwiespältig
+++ gut
+++ +++ sehr gut
+++ +++ +++ herausragend
+++ +++ +++ +++ Meisterwerk
1/2 für zwischen zwei Bewertungen
Zuletzt geändert von mario-pana am Do 31.01.2008, 09:42, insgesamt 2-mal geändert.

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mario-pana
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Beitrag von mario-pana » Do 31.01.2008, 09:25

Königin der Wikinger +++ +++ +++

Inhalt: Die keltische Stammeskönigin Salina, Oberhaupt des Königreiches Iceni, verliebt sich in den römischen Oberbefehlshaber Justinian, dessen Streitmacht die freiwillige Unterwerfung ihres Königreiches kontrolliert. Aber der Frieden währt nicht lange, da es auf beiden Seiten Parteien gibt, die sich einen blutigen Krieg wüschen. Zu einer dieser Parteien gehört auch Justinians Kommandant Octavian, der eines Tages die Abwesenheit seines Vorgesetzten nutzt, um einen grausamen Feldzug gegen Iceni anzuzetteln. Unter den wenigen Überlebenden des Gemetzels befindet sich auch Königin Salina, die - gerüstet mit einem von Druiden geschmiedeten Schwert - blutige Rache schwört...

Wer meint, die Hammer Studios drehten ausschließlich Horror Filme vom Schlage Frankenstein und Dracula, der irrt gewaltig, denn Hammers Anfänge waren weit weniger auf Horror fixiert. Man entdeckte später aber das Potential dieser Filme und wurde zum Synonym für unterhaltsame Horrorkost. Hammer drehte auch zahlreiche Science Fiction, Abenteuer, Kriegsfilme, Komödien und harte Thriller und hatte damit ein weites Spektrum. Besondere Erfolge feierte man da mit recht episch anmutenden Filmen, wie „Herrscherin der Wüste“ und „Eine Million Jahre vor unserer Zeit“. Letzterer bietet ja bekanntlich die unvergleichlichen Stop-Motion Effekte eines Ray Harryhausen.
1966 überlegten die Großkopferten von Hammer also, wie sie wieder einmal mit einem epochalen Werk punkten könnten und ließen sich den Spaß sogar ganze 360.000 Pfund kosten. Eine wirklich ungewöhnlich hohe Summe für Hammer. Man entschied sich, die historische Legende der Königin „Baodicca“ zu nehmen, welche gegen die römischen Unterdrücker ihres Volkes kämpfte. Aus „Baodicca“ wurde später „Salina“ und auch sonst nahm man sich gewisse Freiheiten, die den Film von der eigentlichen Legende abrückten.
Ganz in der Art von Ursula Andress (Herrscherin der Wüste) und Raquel Welch (Eine Million Jahre vor unserer Zeit) suchte man nun nach einem passenden weiblichen Star und fand ihn in der ehemaligen Maskenbildnerin Carita Järvinen, die ein wirklich schönes Gesicht, einen adretten Körper und die richtige Ausstrahlung hatte. Ihr zur Seite wurden zahlreiche britische Stars gestellt, wie Andrew Keir (Prof. Quatermass aus „Das grüne Blut der Dämonen“, Niall MacGinnis aus Jason und die Argonauten, wo er Zeus spielte), oder Patrick Troughton (bestens bekannt als Phineas der Geblendete in Jason und die Argonauten). Direkt neben ihr agiert Don Murray in der Rolle des Römers Justinian, der sich in die holde Schönheit verliebt. Er setzte sich gegen Christopher Lee durch, der zuvor im Gespräch gewesen ist. Murray konnte jedoch einige größere Hollywood Filme vorweisen, in denen er mitspielte und mit Blick auf den erhofften internationalen Erfolg griff man natürlich eher zu ihm, denn damit schien die Kasse in den amerikanischen Kinos gesicherter.
Drehbeginn war Juni 1966 und die Arbeiten dauerten bis August. Eine lange Drehzeit, waren Hammer Filme doch in der Regel schon nach 5 Wochen abgedreht. Es mag an den zahlreichen Außenaufnahmen gelegen haben, die, dank des großzügigen Budgets möglich waren. Gedreht wurde in den Admore Studios in Irland. Aufnahmen in Bray gab es somit nicht.
Leider war dem ambitionierten Film kein großer Erfolg beschieden. Regisseur Don Chaffey überzog das Budget mit 61.000 Pfund und machte es somit zum teuren Flop für Hammer. Es mag wohl an der etwas zu aufgesetzt wirkenden Liebesgeschichte zwischen Salina und Justinian gelegen haben. Sonstige Schwachpunkte kann ich nämlich nicht ausmachen.

Zuvor war ich skeptisch, als ich die DVD von Anolis in Händen hielt, ob mich ein wirklich guter Abenteuerstreifen erwarten würde. Robin Hood – Der rote Rächer hatte mich zu Beginn ja auch etwas enttäuscht (was sich mittlerweile aber änderte). Dennoch griff ich zu, denn schließlich wollte ich die komplette Hammer Edition in meiner Sammlung. Ich wurde wahrlich nicht enttäuscht, nein ganz im Gegenteil.
Vor mir entblätterte sich ein fesselndes kunterbuntes Kostümfilmchen, ganz im Stile der italienischen Sandalone, aber sogar noch um einiges besser, denn es mischte sich britische Geschichte da mit hinein. Sicherlich ist es damit kein historisch ernst zu nehmender Film, das merkt man schnell, aber es ist ein Abenteuer, dass durch die Druiden und Wikinger, eine besondere Note bekommt.
Regisseur Don Chaffey schafft es zudem vorzüglich, die rechte Spannung aufzubauen und hat mit Andrew Keir, in der Rolle des Octavian, einen hervorragenden Bösewicht, der im letzten Drittel des Filmes seine wahrhafte Boshaftigkeit ausspielt und dem Streifen damit die absolut richtige Würze gibt. Auch das Ende von „Königin der Wikinger“ finde ich sehr gelungen. Die Liebesgeschichte zwischen Salina und Justinian dagegen recht konstruiert und aufgesetzt. Zu schnell fällt sie ihm bereitwillig in die Arme. Aber das ist wirklich auch das einzige Manko, das ich finden konnte.

„Königin der Wikinger“ ist ein unglaublich unterhaltsamer, bunter Abenteuerfilm. Vergleicht man ihn von der Umsetzung her mit „Rasputin, der wahnsinnige Mönch“ (weil ich ihn erst gestern wieder sah), so ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Große Sets und wirklich eine Mange an Außenaufnahmen, verleihen dem Film die rechte Atmosphäre und damit hat er so gar nichts mit den spartanischen Sets der Bray Studios gemeinsam. Regisseur Don Chaffey erzählt die Geschichte mit viel Gespür für Spannung und zieht die Schraube gegen Ende noch einmal kräftig an. Dabei vernachlässigt er aber auch nicht die nötige Action, die solch ein Film verlangt und schafft damit, für mich, ein wirklich kurzweilig unterhaltenden Film. Ich jedenfalls kann nicht verstehen warum „The Viking Queen“ (wie der Film im Original heißt) ein Flop geworden ist.
Zuletzt geändert von mario-pana am Sa 31.05.2008, 18:13, insgesamt 4-mal geändert.

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Beitrag von Harryzilla » Do 31.01.2008, 09:28

@MP,

könntest du in deinem Eingangsposting noch die üblichen Bewertungsmöglichkeiten einfügen. :-X
Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen!

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Beitrag von mario-pana » Do 31.01.2008, 09:42

Danke für den Hinweis. +++

Schon erledigt.

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Beitrag von MonsterAsyl » Do 31.01.2008, 15:48

Robin Hood in der Stadt des Todes ---

Uahh, von wegen Robin Hood. Zorro wäre passender gewesen.
Der Titel Robin Hood in der Stadt des Todes stammt noch aus der DDR, genauso wie die auf der DVD enthaltne Synchro. Bei uns im Westen hiess der Streifen Der Kavalier mit der schwarzen Maske, was auch viel besser passt. Robin Hood wird in dem Film lediglich 2x erwähnt, was mich vermuten lässt, daß es ähnlich wie bei den Godzillafilmen lief. Frei nach dem Motto: Egal was gesagt wird, hauptsache Ihr baut Robin Hood mit ein. Robin Hood war zum Erscheinungszeitpunkt angesagt und dementsprechend musste der Film irgendwie damit in Zusammenhang gebracht werden. Trotzdem handelt es sich um eine 1:1 Verfilmung des Zorro Stoffs und der Held (Pierre Brice) ist auch so kostümiert. Der Regisseur Umberto Lenzi versteht es nicht wirklich etwas Neues in die Geschichte zu bringen und dementsprechend dümpelt der Film so vor sich hin. Allein ein paar gruselig gefilmte Szenen im Schloß wissen zu überzeugen. Alles in allem eine Verschwendung von Zeit und Geld.
Keeper of the Monsters

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Beitrag von Zimbo » Fr 01.02.2008, 08:12

Karate, Küsse und blonde Katzen +++ +++ +++

Tränen der Freude liefen mr schon nach 2 Minuten übers Gesicht - dies ist die Mutter aller Trash-Synchros!

:klatsch:

Der Film spielt wohl im 18. Jahrhundert oder so - aber es gibt permanent solche Dialoge:

"Wo ist der Boss?" "Im Keller - macht das Sportabzeichen"

Er ist anscheinend in Zusammenarbeit der Shaw-Bothers mit Ernst Hofbauer und dem halben Schulmädchen-Report-Stab entstanden!
Folgerichtig ist er garniert mit tonnenweise T & A!

Ich habe erst die erste Hälfte des Filmes gesehen.....aber das würde eigentlich schon reichen, um ihn ihn 9 von 10 möglichen Punkten zu geben. Dummerweise ist er derartig massiv geschnitten, daß es dann doch nur 5 werden.... :x :wand:
Steht ein U-Boot an der Wand und kämmt sich...

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Beitrag von mario-pana » Fr 01.02.2008, 20:23

Robin Hood - Der rote Rächer +++ +++

Inhalt: Wir schreiben das Jahr 1194: König Richard wird auf den Kreuzzügen überwältigt und seitdem in Deutschland gefangen gehalten. Seinem Bruder John kommt dies sehr gelegen, möchte er doch selbst auf den Thron von England. Aus diesem Grund bezahlt er nur die Hälfte des geforderten Lösegeldes, in der Hoffnung, die Entführer würden seinen Bruder umbringen. Durch 2 Zwielichtige, sich als Edelmänner ausgebende Gestalten erfährt Robin Hood von der Gefangennahme Richards. Doch kaum in Deutschland angekommen, wird Robin selbst verhaftet, man klagt ihn des Mordes an Sir Fitzroy an. Doch Fitzroy war selbst ein Anhänger Richards und wollte seinen König aus dem Gefängnis retten. Irgend jemand scheint alle von Richards treuen ergebenen auszuschalten. Unter der Mithilfe von Lady Alys und Robins treuen Gefährten gelingt Hood die Flucht aus dem Gefängnis. Wie er schon bald erfahren muss, ist John nicht der einzige, welcher am Ableben des Königs Interesse hat. Denn hinter den beiden Edelmännern, die Robin auf die Verhaftung Richards aufmerksam machten, steckt niemand anders als Wir Nigel und der Count von Morraine, und die beiden haben ganz eigene Pläne für die Krone Englands. Die Stunde von König Richard scheint geschlagen zu haben...

Die Geschichte um Robin Hood war schon immer ein Thema, dass mich besonders interessierte. Nicht verwunderlich, dass ich schon eine Menge Filme, die sich mit dem Thema befassen gesehen habe. Jene, die den Titel Robin Hood verdienen, wie auch jene, die mit der Figur nicht das mindeste zu tun haben, so wie „Robin Hood in der Stadt des Todes“, wo besagter Robin Hood ja eigentlich mehr Zorro ist.
Hammer setzte sich 3-mal filmisch mit dem Thema auseinander, wobei ersterer der hier besprochene „Robin Hood – Der rote Rächer“ ist und letzterer „Robin Hood – Der Freiheitsheld“. Nach diesem steht noch der 1969 gedrehte „Wolfshead – The Legend of Robin Hood“ in der Produktionsliste von Hammer. Hier erwarb das Studio aber erst nach Fertigstellung dieses TV Filmes die Rechte daran, weswegen man ihn nicht wirklich hinzurechnen kann.
„Men of Sherwood Forest“ (wie Robin Hood – Der rote Rächer im Original heißt) wurde 1954 gedreht und ist Hammers erster Farbfilm. Der Film entstand noch vor dem richtigen Durchbruch des Studios, der ja bekanntlich mit dem Science Fiction Streifen „The Quatermass Experiment“ (in Deutschland schlicht als „Schock“ bekannt) kam.
Für die Rolle des Robin Hood engagierte man Don Taylor, welcher jedoch nur die zweite Wahl gewesen ist. Ursprünglich wollte man Richard Greene haben, der jedoch mit den Dreharbeiten an der TV-Serie beschäftigt war. Taylor wurde daraufhin engagiert, weil er mit Bart und Perücke etwas wie Errol Flynn aussah und tatsächlich konnte er ihn ganz gut imitieren. Etwas übertrieben, wie ich manches Mal finde, denn Robin Hood lacht hier doch auffällig oft so Körperbetont, wie Flynn. Interessant zu erwähnen sei, dass Taylor etwas später auf den Regiestuhl wechselte und unter anderem für Filme wie „Flucht vom Planet der Affen“, „Damien: Omen II“, oder auch „Die Insel des Dr. Moreau“ (die Version mit Burt Lancaster) verantwortlich ist. Auch noch interessant ist, dass Don Taylor der einzige im Cast war, der reiten konnte.
Für die Waldszenen doubelte Black Park. Dieser Flecken Erde wurde von Hammer ziemlich oft für Außenaufnahmen genutzt.
Für die Regie war Val Guest verantwortlich, der kurze Zeit später Hammer mit „Schock“ den endgültigen Durchbruch bescherte. Für „Robin Hood – Der rote Rächer“ legte er sich ordentlich ins Zeug und drehte einen wirklich gelungenen, Action geladenen Abenteuerfilm.
Man sollte vielleicht noch Douglas Wilmer erwähnen, den ich immer mit Basil Rathbone verwechselte und den man in „Jason und die Argonauten“ ja als Pelias erleben kann, sowie in „Sinbads gefährliche Abenteuer“ als Vizier. Wilmer spielte auch schon einmal Sherlock Holmes in der 60er Jahre BBC Fernsehserie. Wer im Holmes Thread schon einmal gelesen hat, wird wissen, dass diese Fernsehserie eingestampft wurde, was leider Gottes alle Episoden, in denen Douglas Wilmer den Meisterdetektiven verkörperte betrifft. Lediglich 5 Episoden, in denen Peter Cushing Sherlock Holmes spielt gibt es noch, denn dieser übernahm Anfang der 70er den Part, als Wilmer genug von der Rolle hatte. Gern hätte ich ihn in dieser Rolle einmal gesehen. Im Robin Hood Film spielt er Sir Nigel Saltire, den eigentlichen Bösewicht, den man irgendwie mit dem Sheriff von Nottingham vergleichen könnte.
Was einem neben dem Fehlen des Sheriffs auch auffallen wird ist das fehlen der Jungfer Marion. Warum man das getan hat, weiß ich nicht, es stört aber nicht wirklich. Zumal man sich auch noch andere Freiheiten nahm.

Anfangs war ich wenig begeistert von dem Streifen, denn, wie schon erwähnt lacht mir Robin Hood etwas zu auffällig in der Gegend herum. Zudem kämpft er wie ein Weib (man achte nur mal auf die Haltung seiner Hand, und er hüpft herum wie ein HB Mänchen) und seine Haltung ist nur wenig maskulin, wie es sich eigentlich für diese Rolle gehört.
Bruder Tuck ist dagegen kein Mönch, sondern ein ausgebuffter Spieler, der den Gegnern mit überdimensionalen Karten, sowie einer Art Roulette das Geld aus den Taschen zieht, oder ihnen die Klamotten vom Leib ordert.
Das störte mich alles etwas, doch mittlerweile, nach mehrmaligem Sehen finde ich meinen Spaß an dem verrückten treiben zumal die Story doch sehr gelungen ist, die Action, trotz der kleinen Mängel doch ganz ordentlich ausfällt und sich einige sehr gute Schauspieler auf der Leinwand tummeln. Don Taylors Spiel erinnert zuweilen wirklich an Errol Flynn und ich muß sagen, dass es mir schon sehr gefällt, wie er ständig ein Bein hoch stellt, seinen Arm darauf abstützt und frenetisch den überlegenen Helden mimt. Es macht mittlerweile einfach nur Spaß dem kunterbunten Treiben zuzusehen und so wird man wirklich angenehm kurzweilig unterhalten.
Übrigens, mit Eileen Moore hat der Film auch von weiblicher Seite einen Schauwert. Die hübsche Darstellerin ist als Lady Alys ein wirklich angenehmer Marion Ersatz.

Abschließend kann ich somit sagen, dass „Robin Hood – Der rote Rächer“ ein hübsches Kostümspektakel ist, mit einer guten Story, sehr guten Darstellern, einer ordentlichen Portion Action und viel Humor. Für überaus angenehme kurzweilige Unterhaltung ist also gesorgt. Die angesprochenen Mängel sind zwar noch vorhanden, stören mich aber nicht mehr.

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Beitrag von mario-pana » Sa 31.05.2008, 18:18

Fanfan der Husar (1952)

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2003 drehte Regisseur Gérard Krawczyk ein Remake des 1952 entstandenen Kostümfilmes und zwar auf der Höhe der Zeit, was nach der ‚Matrix’ Revolution interessante Action versprach. Dabei herausgekommen ist ein unheimlich amüsanter und dank hervorragender Action auch dahingehend unterhaltsamer Streifen, in dem Penélope Cruz eine sehr gewichtige Rolle spielt. Produziert wurde das Ganze natürlich von keinem geringeren als Luc Besson.

Für mich war das Erlebnis mit ein Grund dafür, dass ich das Original mal sehen wollte, in dem Gerard Philipe in der Rolle des Fanfan zu sehen ist. Das Objekt seiner Begierde ist dabei Gina Lollobrigida, einer der damals als schönste Schauspielerin gefeierte Frau.
Schaut man sie sich so an kann man diese Behauptung schon bestätigen.

Covertext: Frankreich zur Zeit Ludwig XV.: Der Schürzenjäger und Draufgänger Fanfan (Gerard Philipe) lässt sich zur Armee anwerben, um der Heirat zu entgehen. Die schöne Zigeunerin Adeline (Gina Lollobrigida) weissagt ihm Ruhm, Ehre und die Hand der Königstochter. Kurz darauf rettet Fanfan Madame Pompadour und Prinzessin Henriette vor Wegelagerern. Um Henriette wieder zu sehen, schleicht er sich nachts in das Schloss des Königs. Er wird festgenommen und zum Tode verurteilt. Wird Adelines Weissagung noch in Erfüllung gehen?

Wer einen detailliert durchchoreographierten Mantel und Degen Film erwartet (so wie ich) wird bestimmt enttäuscht sein. Sicherlich gibt es einiges an Fechtszenen zu sehen, doch sind diese recht grobschlächtig und bieten nicht die Finesse wie in einem Errol Flynn Film. Trotz dessen sind die Fights nicht gerade zimperlich. Da durchbohrt nicht selten ein Degen den Bösewicht, weswegen ich hier die FSK mal wieder nicht verstehe, die dem Film eine „ab 6“ Einstufung geben, wo er in meinen Augen doch eine 12er kriegen sollte. Nach einiger Zeit sind die groben Fechtszenen aber auch gar nicht mehr wichtig, denn der Film legt viel mehr Wert auf die Geschichte. Diese ist wirklich sehr gut gelungen, obschon man ein Faible für französischen Witz haben sollte um in Gänze seinen Spaß zu haben. Die deutsche Synchronisation hat daran einen nicht unerheblichen Anteil, denn oft drischt man schnoddrige Dialoge, bei denen man in schallendes Lachen verfällt.

Regisseur Christian-Jacque ist mit dieser Verfilmung von „Fanfan la Tulipe“ ein spaßiges Abenteuer gelungen, in dem Gerard Philip besonders im Zusammenspiel mit Gina Lollobrigida zu Hochform aufläuft. Aber auch allein trägt er den Film beinahe ganz allein unterstützt von ebenso vortrefflich spielenden Kollegen. Der Actionanteil ist recht hoch, wobei aber die Kampfszenen nicht sehr fein inszeniert wurden. Der Versuch, Rasanz hinein zu bringen, indem man die Kamera in diesen Szenen etwas schneller dreht ist nicht ganz geglückt. Man überschreitet knapp die Grenze zur Lächerlichkeit. Schaut man darauf mit Klassikerflair Augen hat man daran aber auch seinen Spaß. Weitere Action wurde daneben sehr beeindruckend gemacht, wobei mich besonders die Reitaction zu begeistern versteht. Gerard Philip soll da ja einiges selbst gemacht haben, so wie das auch bei Jean Marais der Fall war.

Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert. Hinsichtlich der Action ist Krawzcyks Verfilmung klar im Vorteil. Hinsichtlich der Story und des Flairs beinahe ebenbürtig. An diesen Klassiker reicht er meines Erachtens aber dennoch nicht heran.

Ich gebe: +++ +++ 1/2

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Beitrag von mario-pana » Di 24.06.2008, 03:01

Die schwarze Tulpe (Frankreich / 1964)

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Kindheitserinnerungen schwingen mit, wenn ich an den Film „Die schwarze Tulpe“ denke.
Mantel und Degen Filme waren schon immer ein ganz besonders beliebter Bereich des französischen Kinos. Im Besonderen stechen da die Filme mit Jean Marais hervor, wie, „Der Ritter der Nacht“, oder „Im Zeichen der Lilie“.
Zu jener Zeit war aber auch Alain Delon kein unbekannter mehr und auch in mehreren Mantel und Degen Filmen vertreten. Ganz besonders zu erwähnen sei da seine Darstellung des Don Diego in einer Zorro Verfilmung von 1975, die ich mit zu einen der Besten zähle.
Die Bezeichnung Zorro passt in gewisser Weise auch auf den 1964 entstandenen „Die schwarze Tulpe“, oder wie er im Original heißt „La tulipe noire“.

Covertext: Frankreich 1789, am Vorabend der Revolution. In der kleinen Stadt Roussilon herrscht der verhasste Marquis de Vigogne. Seine Frau Catherine ist die Geliebte des Grafen Guillaume de Saint Preux. Dieser nutzt die Stimmung gegen den Adel aus. Als maskierter Wegelagerer "Schwarze Tulpe" beraubt er seine Standesgenossen. Allerdings nur, um sich selbst zu bereichern. Als er bei einem Überfall durch einen Degenhieb an der rechten Wange verwundet wird, droht Guillaume als "Die schwarze Tulpe" entlarvt zu werden. Er bittet seinen Zwillingsbruder Julien, sich für ihn auszugeben...

Nun, dass Delon in der Figur des Guillaume de Saint Preux als maskierter Bandit „Die schwarze Tulpe“ herumvagabundiert setzt schon eine gewisse Verbindung zur Figur des Zorro, denn ebenso wie dieser muss Guillaume auf der Hut sein nicht entdeckt zu werden. Was die beiden Figuren aber eklatant unterscheidet ist, dass Zorro für die Unterdrückten kämpft, Guillaume de Saint Preux dagegen lediglich für die eigene Tasche.
Als er dann durch den besagten Degenhieb gezeichnet wird wendet sich das Blatt aber, denn für seinen Zwillingsbruder Julien ist „Die schwarze Tulpe“ ein Held. Eben jener, der für die Unterdrückten kämpft. Guillaume will davon nichts wissen, doch ihm sind die Hände gebunden. Und so kann Julien seinen Vorstellungen nach und nach ein Gesicht verleihen und aus dem Gauner „Die schwarze Tulpe“ wird ein wahrer Held.
An diesem Punkt stellt Guillaume seinen bisherigen Lebensstil in Frage und eilt seinem Bruder zu Hilfe, als dieser droht für die Sache für die er kämpft zu sterben.

Was „Die schwarze Tulpe“ auszeichnet ist die Tatsache, dass Alain Delon hier in einer Doppelrolle zu sehen ist. Und das Angenehme dabei ist, dass die Macher das doch ganz ordentlich getrickst haben. Heutzutage arbeitet man bei solchen Szenen stets mit dem Computer um die Illusion noch perfekter zu machen. Aber in der Vergangenheit war das noch richtige Arbeit, denn nicht nur der Schauspieler war besonders gefordert, auch die Macher mussten höllisch aufpassen, damit am Ende auch alles perfekt passte.
Alain Delons Interaktion mit sich selbst in ein und demselben Bild kann ich somit nur als ungemein gelungen bezeichnen.
Zudem schafft er es den verschiedenen Charakteren sehr eigene Züge zu verleihen, wodurch beide Figuren zu glaubwürdigen Individuen werden.
Neben dem Star können aber auch die übrigen Darsteller überzeugen, wobei ich zugeben muss, dass ich nur ganz, ganz wenige von ihnen aus anderen Filmen kenne und somit nichts tiefer gehendes dazu äußern kann.

Die Fechtszenen gingen auf das Konto von Claude Carliez, der im französischen Actionbereich schon ein viel beschäftigter Mann gewesen ist. Als Fechtchoreograph war er jedoch nicht so oft zu Gange, sein Metier war noch eher der Stuntaction Bereich, wo er bei mehreren Jean Marais Filmen, Pierre Richard Streifen und auch dem ein oder anderen Jean Paul Belmondo Film mitwirkte. Von der Fechtchoreographie verstand er aber auch etwas, denn die Kampfszenen in „Die schwarze Tulpe“ sind nicht so plump und grobschlächtig wie in „Fanfan der Husar“, sondern wesentlich feiner ausgearbeitet. Alain Delon war durchaus gefordert und dem Zuschauer werden einige hübsche Fechtszenen geboten.
Zu erwähnen sei noch, dass Claude Carliez auch bei „D’Artagnans Tochter“ der hübschen Sophie Marceau das Fuchteln mit der Giege beibrachte.

Die Inszenierung fiel an Christian-Jaque, der 1958 schon mit „Fanfan der Husar“ einen exzellenten Film drehte und in seiner Karriere sich sowohl im Actionbereich als auch in der Inszenierung vielschichtiger Filme auskannte. Das Projekt war also in sicheren Händen und alle Beteiligten gaben sich die größte Mühe einen unterhaltsamen Abenteuerfilm zu drehen. Christian-Jaque ist dies wieder gelungen, denn sein Storytelling ist sehr ausgeklügelt. Er führt alle Charaktere in der nötigen Form ein und streut immer wieder Actionszenen dazwischen. Dabei verliert er aber auch nie den Ernst einer solchen Situation aus dem Auge. Mag der Gangster auch zuweilen ein flottes Sprüchlein auf den Lippen tragen, hier wird nicht herumgealbert, sondern es gibt Tote.
Für Spannung ist also gesorgt und auch die nötige Abwechslung, wobei aber wie gesagt die Geschichte im Vordergrund steht und nicht die Action.

„Die schwarze Tulpe“ ist ein wirklich unterhaltsamer Abenteuerklassiker. Ein gelungener Vertreter des Mantel und Degen Genres, der von der ersten bis zur letzten Minute zu unterhalten versteht. Man sollte kein Oscarverdächtiges Werk erwarten, aber dass ist ein Mantel und Degen Film ja nie gewesen. Worauf es ankommt ist, dass man angenehm kurzweilig unterhalten wird, und das ist hier garantiert.

Wertung: +++ +++

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Beitrag von mario-pana » Mi 25.06.2008, 03:25

Der Löwe von Sparta (USA / 1962)

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Schon vor einigen Jahren sprang mir dieser Film ins Auge, als ich gerade so mitten drin war in den italienischen Sandalenfilmen. Doch dies ist ein amerikanischer Film und so wartete ich noch etwas ab, bis ich zur DVD griff.

König Leonidas ist der König Spartaner einem Menschenschlag der Griechen, dass sich durch besonderen Mut, Stärke und Können im Kampf auszeichnet. Das verwundert nicht, denn ihr gesamtes Leben ist auf das Kämpfen ausgerichtet.
Als Griechenland von den Heerscharen des Xerxes bedroht wird will sich Leonidas ihm mutig entgegen stellen, denn es geht um die Freiheit seines Landes. Seine Landsleute sehen das nicht so ernst und verweigern ihm ihre Unterstützung. Kurz entschlossen zieht er mit seiner Leibwache, die aus 300 tapferen Kriegern besteht, in den Kampf und setzt Xerxes damit ernsthaft zu. Leonidas Unterstützung ist nicht sehr groß und die Chancen stehen schlecht. Doch ein Spartaner kämpft für Hundert und auch mutig bis zum Tod, denn Kämpfen ist seine Bestimmung.

Wer nach dieser kurzen Inhaltsangabe ein DejaVu Erlebnis hat, weil er vor kurzem Zack Snyders 300 sah, dem sei gesagt, dass es sich hier um die gleiche Geschichte handelt. Ein historisch überliefertes Ereignis, welches wirklich statt gefunden hat. Ebenso wie es das Volk der Spartaner gab, die nach bestimmten Gesetzen und Regeln lebten, die auf den Kampf ausgerichtet waren.

In den 50er und 60er Jahren waren opulente Monumentalepen im amerikanischen Kino groß in Mode. Unheimlich aufwendig produzierte Kostümfilme begeisterten das Publikum und boten neben riesigen Schlachtenszenen auch eine unterhaltsame Geschichte.
Die Geschichte von „Der Löwe von Sparta“ beruht auf Überlieferungen und wurde von Regisseur Rudolph Malté wirklich beeindrucken in Szene gesetzt. Hier bekommt man nicht nur Schlachtszenen der Spitzenklasse zu sehen, sondern auch phantastische Naturaufnahmen, beeindruckende Kostüme und sehr gute Schauspieler. Allen voran Richard Egan, der mit seiner Kräftigen Erscheinung wie geschaffen war für die Rolle von König Leonidas. Aber auch David Farrar sollte man erwähnen, der den Xerxes mit einer beeindruckenden Performance darstellt. Er macht die Figur zum wirklichen Tyrannen, der skrupellos das eigene Volk metzelt um sein wahnwitziges Ziel zu erreichen.
Erwähnen möchte ich noch Diane Baker, die mir in ihrer Rolle der Jenny Lindenbrook in der 59er Verfilmung von „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ in angenehmster Erinnerung ist und auch hier ihrer Rolle der Ellas das nötige Format gibt.

„The 300 Spartans“, wie der Film im Original heißt, ist ein wirklich beeindruckender Film, der in meinen Augen auch neben einem „Spartacus“, „Die zehn Gebote“ oder „Ben Hur“ stehen kann, auch wenn er deren Größe nicht ganz erreicht. Ein wirklich durch und durch gelungener Film.

P.S.: Unter den Darstellern werden Kenner des Harryhausen Filmes „Jason und die Argonauten“ zwei bekannte Gesichter ausmachen können. John Crawford zum einen, der hier Leonidas rechte Hand ist und in „Jason and the Argonauts“ als Polydeuces zu sehen ist. Und Laurence Naismith, der im Harryhausen Abenteuer als Argos zu sehen ist und in „The 300 Spartans“ als erster Delegierter in Erscheinung tritt.

Ein kurzes Wort zur DVD:

Die DVD kann man sich ohne weiteres kaufen, denn das gebotene Bild ist für einen Film dieses Alters wirklich hervorragend. Und auch der Ton weiß zu begeistern. Tonrauchen kann man zwar hören, doch es hält sich weitestgehend zurück. Ein klares und ausgewogenes Klangbild überwiegt.
Leider bietet die Scheibe keinerlei Extras, was angesichts des qualitativ sehr hochwertigen Filmes sehr schade ist. In der „Gosse Film – Klassiker“ Edition von 20th Century Fox enthält die Verpackung noch eine Postercard mit der Coverabbildung, sowie ein mehrseitiges Booklet mit einigen wenigen sehr aufschlussreichen Informationen.

Wertung: +++ +++ +++

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Beitrag von mario-pana » Mi 23.07.2008, 00:09

Der Hofnarr (USA / 1956)
(The Court Jester)

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In meiner Kindheit bin ich mit mehreren Filmen mit Danny Kaye in Kontakt gekommen und der wohl einträglichste davon war „DER HOFNARR“.

Der schwarze Fuchs ist den Obrigkeiten schon seit langem ein Dorn im Auge, denn dieser Gesetzlose versteckt sich mit seinen Mannen im Walde und überfällt regelmäßig die Reichen, entledigt sie ihres Geldes und gibt es den Armen.
Weit größere Gefahr droht dem, der derzeitig die Herrschaft über das Land ausübt aber von einem Kind mit einem purpurnen Muttermal. Dieses Kind ist der rechtmäßige Erbe des Throns und der schwarze Fuchs ist dabei es seiner ihm angeborenen Bestimmung zuzuführen. Doch wer soll das Baby sicher ins Schloss bringen?
Diese Aufgabe obliegt nun seinem Untergebenen Hawkins, der als Hofnarr Giacomo verkleidet sich unbemerkt ins Schloss einschleicht. Doch der Mann den sie niederschlugen, damit Hawkins in seine Rolle schlüpfen kann ist in Wirklichkeit ein gedungener Mörder, den ein intriganter Fürst engagierte um sich selbst den Thron zu sichern.
Diese Tatsache führt zu allerlei haarsträubenden Verwicklungen, durch welches bald kaum noch jemand durchzublicken vermag.

Was die Filme mit Danny Kaye, die ich in der Vergangenheit sah leider des Öfteren hatten, war eine eher dünne Geschichte und gelegentliche nervige Szenen. Diese wurden aber von Kayes komödiantischem Talent regelmäßig wieder wettgemacht. So auch hier.
„DER HOFNARR“ ist von der Handlung her sicher nicht der tiefsinnigste Film. Wie sich klar erkennen lässt bietet er starke Parallelen zur Robin Hood Geschichte, jedoch muss man ihm zu Gute halten, dass der hier als schwarzer Fuch betitelte Recke für Gerechtigkeit eine sehr kleine Rolle innehat. Der vornehmliche Fokus liegt auf Hofnarr Giacomo und seiner Geliebten, die von Glynis Johns verkörpert wird. Sie ist mir in ihrer Rolle als Mutter von Jane und Michael Banks im Disney Film „Mary Poppins“ noch in angenehmster Erinnerung, wobei dieser Film ja einige Jahre später entstand. „DER HOFNARR“ wurde hingegen schon 1956 gedreht. Zu dieser Zeit erfreute sich auch Basil Rathbone noch bester Gesundheit und so kann man ihn hier in der Rolle des intriganten Fürsten bewundern, wo er mal wieder eine herrliche Vorstellung bietet. Mit ihm steigt zudem auch die Qualität der Fechtszenen immens an, denn schließlich war er Fechtmeister. Eine solch ausgeklügelte Choreographie erlebt man somit selten und es ist ebenfalls ein klarer Punkt für den Film.
Das Staraufgebot ist jedoch noch nicht zu Ende, denn auch Angela Lansbury gibt sich hier die Ehre. Seinerzeit war sie noch in der Blüte ihrer Jahre und kann auch schauspielerisch als Königstochter punkten.
Der absolute Star des Filmes ist jedoch ohne Zweifel Danny Kaye. Physisch, wie Mimisch und auch stimmlich versteht er den Zuschauer zu fesseln und sorgt besonders in den lustigen Momenten, die ohnehin sehr zahlreich sind, für Zwerchfell schmerzende Lacher.
Einfach nur köstlich die Szenen in denen er hypnotisiert wird und durch Schnippen mit dem Finger von der einen auf die andere Sekunde vom mutigen Herzensbrecher und gedungenen Mörder zum schwächlichen, ängstlichen Hofnarren wird.

Optisch ist der Film sehr ansprechend umgesetzt worden, jedoch ist es kein überaus opulentes Machwerk. Man erkennt die Studioherkunft und Aufnahmen in der freien Natur halten sich eher zurück.
Dennoch besitzt der Film seinen Charme und wer sich an den Studiosets nicht stört wird das ganz schnell merken.
Und auch akustisch wird dem Zuschauer einiges geboten. Da „DER HOFNARR“ in der Zeit entstand, in der die Musicals noch groß in Mode waren, wird auch hier ganz kräftig herum gesungen. Für jene, die solche Art von Film nicht mögen sicher kein sonderlicher Genus, aber man sollte es mit den Augen der Zeit sehen.

„DER HOFNARR“ ist ein wirklich unterhaltsamer Abenteuerklassiker, der sich vornehmlich als Komödie versteht. Danny Kaye ist der Spaßmacher und sorgt für herzhafte Lacher. Daneben wird aber auch einiges an Action geboten, wobei besonders die Fechtszenen ein Highlight darstellen. Der Film versprüht zum einen das Flair eines Errol Flynn Robin Hood Streifens, hat aber auch etwas von Ivanhoe.
Letztendlich ist es aber eine gelungene Abenteuerkomödie, die zwar nicht viel Storytiefe bietet, aber dafür umso mehr Herz und Charme besitzt.

Wertung: +++ +++ 1/2

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Beitrag von Gezora » Di 25.11.2008, 23:50

Der Seewolf (2008) +++ ---

Immerhin besser als befürchtet: Zumindest die Besetzung und die schauspielerischen Leistungen stimmen und Thomas Kretschmann, von dem ich zunächst dachte, man hätte ihn nur für die Rolle genommen, weil er schon in "King Kong" einen Kapitän gespielt hat, gibt in der Tat einen beeindruckenden Wolf Lar(r)sen (wenn natürlich auch nicht so beeindruckend wie Raimund Harmstorf). Auch visuell ist der Pro7-Zweiteiler im Großen und Ganzen durchaus zufriedenstellend gelungen. Dennoch fällt es leider schwer, so richtig in das dargebotene Abenteuer einzutauchen, und damit scheitert der Film letztendlich an der für sein Genre entscheidenden Hürde. Die Geschichte wird einfach nicht so erzählt, dass sie den Zuschauer in ihren Bann zieht. Zu viele Szenen wirken schlecht motiviert. Die Beziehung zwischen Larsen und van Weyden erfährt nicht die ihr gebührende Ausarbeitung. Der Erzählstil wirkt insgesamt eher holperig als fließend. Vielleicht hätte man doch nicht darauf verzichten sollen, die Figur des van Weyden als auktorialen Erzähler einzusetzen. Das mag zwar altmodisch sein, verleiht aber Zusammenhalt.

Gruß
Gezora
Wir haben es bisher in unserer Epoche auf allen Gebieten zu unglaublichen Höchstleistungen gebracht, nur nicht in der Kriminalität.

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Beitrag von mario-pana » Mo 15.06.2009, 22:43

Alatriste (Spanien, Frankreich, USA / 2006)

Bild

Trailer1: http://www.youtube.com/watch?v=LACbRkTg ... re=related

Trailer2: http://www.youtube.com/watch?v=PAxMGzD1ZxI

Geht es um Kostümfilme, dann riskiere ich eigentlich immer gern einen Blick. Wenn ich etwas Passendes vermute schaue ich genauer hin, so wie bei „Alatriste“.

Im 17. Jahrhundert beginnt das spanische Weltreich zu zerfallen. Der verwegene Flandern-Veteran Captain Diego Alatriste ist für seinen Mut berühmt. Einem sterbenden Kameraden verspricht er, sich um dessen Sohn Inigo zu kümmern. Als er für den Inquisitor Bocanegra einen Mord begehen soll, weigert er sich den feigen Befehl auszuführen. Mit seinem Freund, dem Duke of Guadalmedina muss er zur Strafe zurück in die Hölle, nach Flandern.

Ich erwartete einen Kostümfilm, der viel Action bietet, doch „Alatriste“ versteht sich als mehr, als nur stupide Fechtkämpfe und die holde Maid, die erobert werden will. Es ist eine sehr realistische Darstellung der damaligen Zeit, wofür der Film auch einige Auszeichnungen einheimsen konnte. Er erhielt drei Goyas, den spanischen Filmpreis, für verschiedene Kategorien, darunter für die besten Kostüme. Diese sind wahrlich gelungen und man fühlt sich beinah in die Zeit versetzt. Das liegt auch an den Örtlichkeiten. Die damaligen Lebensbedingungen werden glaubhaft dargestellt und dass schließt einen Blick in ein Syphiliskrankenhaus mit ein. Des Weiteren versuchte man die Szenen zu Felde so realistisch wie möglich umzusetzen, es fehlt somit nicht an blutigen Gemetzeln und den anschließenden Kapitulationen. Eine solche Kapitulation ist in der bildlichen Gestaltung einem Gemälde von Velazques („Übergabe von Breda“) nachempfunden und das bringt mich zur größten Stärke des Filmes. Viele Szenen sind inszeniert wie ein Gemälde und für mich als einen, der immer mehr gefallen an Gemälden findet und stundenlang in einer Galerie der alten Meister in Dresden herumgelaufen ist, ist dies ein wahres Fest. An einigen Stellen saß ich absolut fasziniert vor dem Bildschirm und betrachtete das konstruierte Gemälde, was ja eigentlich eine Filmszene war. So herrlich ausgeleuchtet, so genau konstruiert. Es ist wahrlich eine Schau. In diesen Szenen agiert Viggo Mortensen (Aragorn „Der Herr der Ringe“), als Capitan Alatriste, bewaffnet mit Degen und Parierdolch. Watet er durch Wasser hält er die Hand hoch, damit die um sein Handgelenk gewickelte, glimmende, Lunte nicht nass wird, denn seinerzeit hat man noch nicht mit Steinschlossgewehren geschossen, sondern musste eine Ladung Schwarzpulver entzünden, die die Kugel aus dem Lauf trieb. Hat er seine Schusswaffen nicht zur Hand kämpft er mit seinen Stichwaffen und dem zuzusehen ist eine weitere Schau. Schade, dass es nur verhältnismäßig wenig dieser Szenen im Film gibt.
Wenn man im Film die Namen, Kardinal Richelieu und Lord Buckingham hört, erinnert einen das gleich an Alexandre Dumas und „Die drei Musketiere“. So läuft „Alatriste“ natürlich nicht ab und das enttäuschte mich etwas. Die gebotenen visuellen Bilder entschädigten jedoch. Über die etwas missglückte Inszenierung kann das aber nicht hinwegtäuschen. Dem Streifen fehlt es an einem übersichtlichen und flüssigen Storybogen. Das verwundert nicht, wenn man hört, dass „Alatriste“ auf einer fünf Bände umfassenden Romanreihe von Arturo Pérez-Reverte basiert. Fünf Bücher in reichliche zwei Stunden zu packen ist schlichtweg unmöglich. Und so holpert man durch die Geschichte und fragt sich an manchen Stellen worum es überhaupt geht. Wie ist Alatristes Geliebte eigentlich an Syphilis erkrankt, usw. usw. Das zerstört einiges vom vorhandenen Potential.

„Alatriste“ ist eine spanische Produktion und mit 28 Millionen US-Dollar die bisher teuerste des Landes. Der Film ist sehr ambitioniert und von der Aufmachung beinah ein Meisterstück, leider scheitert er an einer zu unausgegorenen Inszenierung, hat aber dennoch seine Momente. Diese finden sich in ruhigen und besinnlichen Passagen und in den Schlachtenszenen, in den Fechtkämpfen und in den Momenten, wo man ein Gemälde nachempfunden hat. Es ist ein opulent erscheinendes Werk, das seine Möglichkeiten an mancher Stelle verschenkt, was ich sehr schade finde, denn das Potential ist deutlich sichtbar, man möchte liebend gern mehr sehen und erfahren.
Man hätte sicher mehrere Filme drehen müssen, doch ich verstehe schon, dass dieses kostspielige Unterfangen nicht so leicht realisierbar gewesen wäre.
Viggo Mortensen hat mir als Alatriste sehr gut gefallen und auch seine nächsten Kameraden können überzeugen, wie auch die weiblichen Rollen.
Wie gesagt, ich finde es schade, dass in „Alatriste“ die Möglichkeiten verschenkt werden, dennoch finde ich den Film gelungen, da er optisch so herausragend ausfällt.

Wertung: +++ 1/2

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Beitrag von Kroete » Do 20.05.2010, 10:17

Robin Hood (2010) +++

Ich bin ein Fan von Robin Hood Filmen und auch insgesamt von vergleichbaren historischen Abenteuer-/Actionfilmen.
Die historische Wahrheit ist mir da nicht so wichtig, es geht mir da eher um gute Schwert-/Pfeil und Bogen-/Pferde-Action. Die bekommt man in diesem Film auch geboten und die 140 Minuten vergingen wie im Fluge.
Ich finde auch die Idee (manchmal für mich etwas verwirrend) hier quasi ein Prequel zu den bisherigen Verfilmungen zu drehen ganz gut.
Nur wäre das mit einen etwas jüngeren Robin Hood Darsteller vielleicht etwas besser gewesen. Denn wenn es jetzt ggf. noch die ein oder andere Fortsetzung gibt, muss bald einer den guten Russell Crowe durch den Sherwood Forrest tragen.

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Beitrag von mario-pana » Mo 07.02.2011, 21:08

Centurion (Großbritannien / 2010)

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Ob DOG SOLDIERS, DESCENT oder DOOMSDAY. Neil Marshalls Handschrift ist gut zu erkennen. Blut, Gewalt und Action, gebettet in eine solide Geschichte, präsentiert von guten Darstellern. CENTURION macht da keine Ausnahme.

Es geht um die neunte Legion, die in der Zeit der Errichtung des Hadrianswalls, der Zeit wo die Pickten den Römern mächtig zusetzten, verschwand. Es geht um Centurion Quintus Dias und seine wenigen Kameraden, die letzten Überlebenden der neunten Legion. Aufgerieben durch einen Hinterhalt. Verfolgt von Etain, einer gefährlichen Kriegerin der Pickten. Es entbrennt ein erbitterter Kampf. Die Verfolger sind dicht auf ihren Fersen. Gibt es ein Entrinnen… vor den blutrünstigen Barbaren?

Wie gesagt, Neil Marshall bleibt seiner Linie treu und präsentiert einen blutigen, actionreichen Sandalenfilm, britischer Prägung. Angenehmerweise setzt Marshall dabei nicht auf Computereffekte. Hier rollen sogar wirkliche Feuerbälle den Hang herunter und kommt die gute alte Filmblutpumpe zum Einsatz. Ganz auf CGI verzichtet er aber leider nicht. Es beschränkt sich jedoch auf Bluteffekte zu Beginn und gegen Ende.
Inhaltlich sollte der Zuschauer seine Ansprüche herunterschrauben. Wer Neil Marshalls Filme kennt, ist daran aber gewöhnt. Es stört nicht. Wichtig ist ohnehin die kurzweilige Unterhaltung. Die Action muss stimmen. Und das tut sie. (Arme, Beine, Köpfe fliegen)
CENTURION ist ein gelungener Film. Ein kurzweiliges Erlebnis, dem es an solider Geschichte, Spannung, Action, Blut und guten Darstellern nicht fehlt. Sogar bekannte Gesichter sind auszumachen. Auch aus vorigen Neil Marshall Streifen.
Weiter so Neil. Ich freu mich schon auf dein nächstes Werk.

Wertung: +++ +++



Passt gut zu DER 13. KRIEGER.
Zuletzt geändert von mario-pana am Mo 07.02.2011, 21:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von MonsterZero » Mo 07.02.2011, 21:12

Centurion war cool, habe den auch vor kurzem auf Bluray gesehen, war sein Geld wert. +++
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Beitrag von Kroete » Mi 09.03.2011, 09:17

Der Adler der neunten Legion +++

Gut gemachter Sandalenfilm, der fast schon dokumentarische Züge trägt. Man erkennt, dass der Regiesseur Wert auf halbwegs realistische Darstellung gelegt hat. Darun kommt auch häufiger die "Wackelkammera" zum Einsatz, was mich dann aber bei den Schlachtszenen schon ein wenig stört.
Inhalt: Junger Römer macht sich mit seinem Sklaven auf den Weg nach Britannien um den Adler der neunten Legion zu suchen, den sein Vater zuvor dort verbummelt hat. Sowohl der Vater als auch ca. 5000 römische Soldaten gingen dabei darauf.
Bemerkenswert finde ich auch, dass der Film komplett ohne weibliche Hauptrolle auskommt.
Also wer - wie ich - solche Filme mag, sollte mal ein Auge riskieren.

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Beitrag von mario-pana » Sa 08.10.2011, 10:34

Robin Hood - Der Löwe von Sherwood (Italien / 1962)
(Il Trionfo di Robin Hood)

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Von diesem Film habe ich wieder einmal durch das Stöbern im Internet erfahren. Und da Umberto Lenzi als Regisseur aufgeführt wurde und ich alten italienischen Filmen ohnehin aufgeschlossen gegenüberstehe, war ein Ansehen quasi Pflicht. Dabei schoss ich die Warnungen, es handele sich dabei um einen äußerst trivialen Streifen, in den Wind, schließlich soll man sich immer ein eigenes Bild machen. Und Umberto Lenzi einen langweiligen Film? Das konnte ich mir nicht vorstellen. Aber es ist was dran.

Über die Handlung ist nicht viel zu sagen. Robin Hood setzt sich gegen die Obrigkeit zur Wehr, gemeinsam mit seinen Kameraden und… Ivanhoe? Ist schon eine seltsame Sache diese Figur mit einzubringen, die in der originalen Geschichte doch gar nicht vorkommt. Aber so sind die Italiener nun einmal. Unkonventionell und völlig schmerzfrei wenn es um solch historische Stoffe geht. Was zählt ist die Unterhaltung, nicht der Gehalt, also der Wahrheitsgehalt. Schade, dass von Unterhaltung nicht viel zu spüren ist. Die kritischen Stimmen, die ROBIN HOOD – DER LÖWE VON SHERWOOD als langweiligen und äußerst trivialen Streifen betiteln haben wahrhaft recht. Ich habe nach der hälfte des Filmes aufgehört aufmerksam zu gucken und mich stattdessen anderen Dingen gewidmet. Der Fernseher lief nur nebenher und man hat gelegentlich hingeschaut. Es hat mich nicht im Geringsten, oder sagen wir nur sehr bedingt, interessiert, gefesselt, oder wie immer man es nennen möchte. Keine Höhepunkte, keine außergewöhnlichen schauspielerischen Leistungen, keine schönen Frauen, keine wirklich erwähnenswerte Action. Für Belustigung sorgen lediglich die schlecht getimten Prügelszenen. Man sieht die Luftschläge genau.
Optisch spielt sich das Geschehen zu einem guten Teil in der Natur ab. Ganz ansprechend gefilmt, aber ebenso wenig sonderlich bemerkenswert.

Es wirkt als hätte Umberto Lenzi bei diesem Film noch gelernt. Es fehlt an allem was einen Abenteuerfilm so richtig sehenswert macht. Ein schnell heruntergekurbeltes Stück. Und da die Italiener auch gern einmal einen Film aufs Geradewohl drehten, wage ich zu behaupten es gab für ROBIN HOOD – DER LÖWE VON SHERWOOD nicht einmal ein Drehbuch. Wer auch den schwachen Beiträgen der Cinecitta etwas abgewinnen kann, darf natürlich gern einen Blick werfen. Wer einen unterhaltsamen Robin Hood Film sehen möchte, sollte sich dagegen anderen Werken widmen.

Wertung: ---


Die deutsche DVD:

Die deutsche DVD Auswertung von Voulez Vouz hat die Bezeichnung Special Edition im bekannten Sinn nicht verdient. Wohl aber in Hinsicht auf ‚besonders schlecht’. Die Bildqualität ist nur mäßig (blasse Farben, Unschärfe) und auch das Bildformat nur 1.85:1 (statt 2.35:1). Der Ton geht im Italienischen wohl in Ordnung, der Deutsche wird getragen von wechselndem Klangvolumen. Mal blass, ohne Bass, mal stark und voller. Rauschen begleitet uns die ganze Zeit, für einen so alten Film aber nichts Ungewöhnliches. Extramaterial sucht man natürlich vergebens. Also warum Special Edititon? Einzig an dem Wendecover kann man das wohl nicht festmachen. Und auch nicht an der Tatsache es handelt sich dabei um eine Erstveröffentlichung auf einem anderen Medium als der Kinorolle. Für die Veröffentlichung wurde wenigstens die alte Kinosynchro aufgetrieben. Gott sei Dank keine grottige Neusynchro.
Warum man ROBIN HOOD - DER LÖWE VON SHERWOOD für die DVD in ROBIN HOOD - DER HELD VON SHERWOOD umbenannt hat, erschließt sich mir nicht.

Wertung: --- ---

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Re: Zuletzt gesehener Abenteuer-/Kostümfilm

Beitrag von Barakidon » Di 05.08.2014, 13:56

DIE HERAUSFORDERUNG DES HERKULES (LA SFIDA DEI GIGANTI, I 1965)

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Herkules muß sich in das Reich der Gea, Göttin der Erde, begeben. Dort hat er schwierige und gefährliche Prüfungen zu bestehen, um den Geist seines Sohnes Xantos zu befreien, dem der Verstand geraubt wurde.

Naives Popcorn-Kino in bunten Pappmaché-Kulissen. Immerhin ist ein Mensch-im-Gummi-Kostüm-Monster dabei und so etwas wie fliegende Zombies.

Reißt heutzutage keinem mehr vom Hocker. --- +++
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Filmemacher sollten bedenken, dass man ihnen am Tag des Jüngsten Gerichts all ihre Filme wieder vorspielen wird.

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Re: Zuletzt gesehener Abenteuer-/Kostümfilm

Beitrag von Barakidon » Di 23.12.2014, 18:55

DER TODESMUTIGE (THE NAKED PREY, SÜDAFR./USA 1966)

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Südafrika um 1840: Ein weißer Jäger (Cornel Wilde) führt eine Jagdgesellschaft durch ein Eingeborenengebiet. Der rücksichtslose Leiter der Safari-Gruppe verfeindet sich mit dem Stamm, mit katastrophalen Folgen: Die Safari wird kurze Zeit später von den Einheimischen überfallen und alle werden niedergemetzelt. Einzig der Jäger wird am Leben gelassen, denn die "Wilden" möchten mit ihm "spielen". Er erhält die "Chance des Löwen" - Unbewaffnet und ohne Nahrung muß er um sein Leben laufen, gejagt von den 10 besten Kriegern des Stammes...

Ein für die damalige Zeit knallhartes, brutales Afrika-Abenteuer, gedreht an Originalschauplätzen, inspiriert von einer Wildwestlegende: Um 1810 gelang dem Trapper John Colter unter ähnlichen Bedingungen die Flucht vor Blackfoot-Indianern.

Die gleißende Sonne, die Brutalität des Geschehens, die eingeschnittenen Aufnahmen von Raub- und Beutetieren, die lebensfeindliche Umgebung und die körperliche Präsenz der Darsteller (außer Cornel Wilde und einiger weniger schwarzer Akteure, ausschließlich echte Stammesangehörige) ergeben eine feindliche, rohe Atmosphäre, welche die schlichte Handlung auf visueller Ebene reizvoll gestaltet.

Auch zeichnet der Film ein ambivalentes Bild vom afrikanischen Naturvolk. Zumeist primitive Barbaren, bindet die Handlung zuweilen auch kleine Momente hinein, in denen die Jäger über ihre Toten trauern, und erzeugt so echte Anteilnahme beim Zuschauer. Eine aufwändige Sequenz gegen Ende weist sogar auf das Leid hin, welches durch die Sklavenhändler verursacht wurde.

Ein ruppiger Gesamteindruck wird abgeschwächt durch kleine Momente, die dem Film trotz aller Härte einen gewissen Charme verleihen.

Ein hartes, minimalistisches Survival-Abenteuer, mal abseits vom Einheitsbrei. +++ +++ +++
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Re: Zuletzt gesehener Abenteuer-/Kostümfilm

Beitrag von Barakidon » Do 31.12.2015, 07:39

EXODUS: GÖTTER UND KÖNIGE (USA/GB/SP 2014)

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Im 15.Jh.v.Chr. dienen die Hebräer den Ägyptern bereits seit 400 Jahren als Sklaven. Daß Moses zum geknechteten Volk gehört, ahnt er nicht: Als Findelkind wuchs er im Königspalast auf. Als der Pharao Ramses ihn verbannt, spricht Gott zu Moses: Er soll sein Volk in die Freiheit führen.

Ridley Scott haut auf den Putz. Das alte Ägypten erstrahlt in der Pracht seines GLADIATORS, die zehn Plagen schocken wie sein ALIEN, die Wasserwand des Roten Meeres zermalmt locker den käsigen Konkurrenz-Bibelfilm NOAH.

Was fehlt ist die emotionale Kraft des klassischen Vorbilds DIE ZEHN GEBOTE - was vielleicht auch daran liegt, daß Scott seine ursprüngliche Schnittversion von viereinhalb Stunden auf zweieinhalb Stunden eindampfte. Erhalten blieben aber die intelligenten politischen Untertöne. So spielen die zehn Plagen hier klar auf die Gewalteskalation im Nahen Osten an, der Auszug aus Ägypten aufs aktuelle Flüchtlingselend.

EXODUS ist vor allem ein visuell aufregendes, und daher auch sehenswertes Epos. +++ 1/2
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Re: Zuletzt gesehener Abenteuer-/Kostümfilm

Beitrag von mario-pana » Mo 01.05.2017, 12:22

Auferstanden (USA / 2016)

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Mein erster Eindruck beim Blick auf das Cover sagten mir „Oh toll ein Sandalenfilm“. Tatsächlich handelt es sich jedoch um die Verfilmung einer Bibelgeschichte.
Allerdings geht es etwas anders zur Sache, als bei den vielen bekannten Monumentalschinken.

Der römische Militärtribun Clavius (Joseph Fiennes) und sein Berater Lucius (Tom Felton) werden beauftragt, die Ereignisse nach dem Tod Jesus‘ zu untersuchen. Die römischen Machthaber hofften, mit der Kreuzigung Jesus‘ die Aufstände der Bevölkerung in Jerusalem zu beenden, die Hinrichtung hatte aber eher den gegenteiligen Effekt. Als sich auch noch die Gerüchte um die Wiederauferstehung wie ein Lauffeuer verbreiten, fordert das die Macht Roms erneut heraus. Je weiter die Ermittlungen fortschreiten, umso mehr stellt Clavius sein eigenes Tun infrage.

AUFERSTANDEN ist in seiner Erscheinung kein Monumentalepos, sondern eher klein gehalten, wie etwa DIE LETZTE LEGION, oder DER ADLER DER NEUNTEN LEGION.
Er beginnt mit der Kreuzigung Jesus und den damit einhergehenden schlimmen Ereignissen.
Nach der Wiederauferstehung entfaltet sich eine Ermitllungsgeschichte, die in eine Reise hin zum Glauben mündet. Vom realistischen geht es immer mehr in den phantastischen Part über. Mit all den Erscheinungen von Wiederauferstehung und den damit verbundenen Wundern.
Das finde ich etwas schade, denn hier hätte ich mir etwas mehr Bodenständigkeit gewünscht. Viel fesselnder wäre doch eine Krimi oder Thriller Geschichte. Wer hat Jesu aus dem Grab entführt? Wem nützt eine solche Aktion? Was will man damit bezwecken? Wäre doch toll geworden.
Leider richtet sich AUFERSTANDEN im Zweiten Teil dann an die Gläubigen. Mit all den Wundern und bekannten Erscheinungen. Dabei wird es Gott sei Dank nie zu schnulzig. Eine Treue zur Bibel wird gewahrt. Somit werden die Kirchen keine Anstoß nehmen können, das Werk wird ausreichend gewürdigt.

Mit Joseph Fiennes als Militärtribun Clavius bietet AUFERSTANDEN einen starken Hauptdarsteller, der anfangs als intelligenter Ermittler brilliert und dann eine recht gelungene Wandlung vom Saulus zum Paulus vollführt. Ihm zur Seite steht der sehr gut agierende Newcomer Tom Felton (Draco Malfoy auf HARRY POTTER). Als Jesus Christus zu sehen ist der oft auch als Bösewicht bekannte Cliff Curtis. Ungewöhnlich ihn in solch einer Rolle zu sehen. Aber es klappt. Er macht seine Sache gut. Weitere bekannte Gesichter gibt es, abgesehen von Peter "Lifeforce" Firth nicht.
Optisch erscheint AUFERSTANDEN wie schon gesagt nicht so groß wie Monumentalepen. Ist jedoch in gelungene Bilder gekleidet. Die Ausleuchtung ist toll geworden. Das Setdesign ist glaubwürdig und die Kostüme beeindruckend. Sie lassen das Geschehen mehr in Richtung Sandalenfilm erscheinen, bieten aber ebenso viel Erkennungswert für die Bibelthemen.
Was die optische Umsetzung der phantastischen Ereignisse in der zweiten Filmhälfte betrifft, so wird hier nur ganz wenig auf CGI zurückgegriffen. Vielmehr realisiert man das Geschehen auf althergebrachte Art. Ein plötzliches Verschwinden von Jesu wird beispielsweise durch einen Umschnitt realisiert. Das finde ich toll. Lieber so, als irgendwelche Effekte denen man die Retorte ansieht. Super viel Geld scheint für AUFERSTANDEN nicht zur Verfügung gestanden zu haben. Billig wirkt er dabei aber zu keiner Zeit. Nur eben klein.
Ach ja. Wenn denn dann der Computer zum Einsatz kommt, dann glaubwürdig und gut umgesetzt. Besser als was so mancher Blockbuster zu bieten hat.

Trotz der Bibelgeschichte, AUFERSTANDEN ist ein ungewöhnlicher, sehr gut unterhaltender – ich möchte sagen – Sandalenfilm. Wer sich durch die historische, phantastisch geprägte Hintergrundgeschichte nicht abschrecken lässt bekommt einen gelungenen Kostümfilm ohne übertriebenes Bla-Bla.
Ich bin beeindruckt, wenn auch durch die zweite Filmhälfte ein klein wenig in der Euphorie gebremst. Was für ein toller Film, hätte man den Pfad der Ermittlungsgeschichte nicht verlassen. Hätte man eine Geschichte um Macht und Intrigenspiele, um politische Beweggründe weitergesponnen.
Nun ja.

Film: +++ 1/2

Die Blu-Ray kann ich wieder empfehlen. Ein schönes klares und gestochen scharfes Bild. Ein gut klingender atmosphärischer Ton. Die enthaltenen Extras habe ich mir diesmal nicht gegeben. Aber mit Audiokommentar, geschnittenen Szenen und so einigen Features zur Entstehung des Filmes und den Hintergründen der Geschichte wird wohl so einiges geboten.
Klare Kaufempfehlung.

BluRay: +++ +++

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Re: Zuletzt gesehener Abenteuer-/Kostümfilm

Beitrag von mario-pana » Mo 05.06.2017, 07:48

Escape - Vermächtnis der Wikinger
Da ich in den letzten Wochen so begeistert von Norwegischen Filmen bin und Koch Media für mich mittlerweile eine sichere Bank in Sachen Unterhaltung ist, habe ich mir Escape zugelegt, der im Original (für mich viel interessanter klingend) FLUKT heißt.
Gedreht von COLD PREY Regisseur Roar Uthaug wird die Geschichte der 19jährigen Signe erzählt, die im Norwegen des 14.Jh, in einer Zeit in der die Pest die Befölkerung halbiert hat, von einer Bande Wegelagerer überfallen und verschleppt wird. Ihre Familie wird von den Räubern brutal dahingemetzelt.
Mit Hilfe der kleinen Frigg, einem Kind im Lager der Bande, gelingt Signe die Flucht. Verfolgt von der blutrünstigen Anführerin Dagmar und ihren Banditen, beginnt ein Kampf ums Überleben. Wird es den beiden Mädchen gelingen zu entkommen? Oder ist ihr Schicksal in der unerbittlichen Natur Norwegens besiegelt?
FLUKT ist ein klasse Film. Sehr realistisch gehalten und intensiv gespielt. Herausstechend dabei die beiden Mädchen Isabel Christine Adreasen als Signe und Milla Olin als Frigg. Aber auch die Anführerin Dagmar, gespielt von Ingrid Bolso Berdal überzeugt mit hervorragendem Minenspiel. Ingrid Bolso Berdal werden sogar die Freunde der Fantasyfilme der letzten Jahre kennen. Sie spielte in HÄNSEL & GRETEL eine böse Hexe (dieses komische Stachelköpfige Ding) und stand in HERCULES Dwayne Johnson zur Seite.
FLUKT spielt in herrlich uriger norwegischer Landschaft. Die Action beschränkt sich auf glaubhaftes Agieren mit Messer, Axt, Armbrust und Pfeil und Bogen. Tanzartige Kampfduelle sucht man vergebens. Stein am Kopf verursacht, was ein mit voller wucht und unter Lebensangst geführter Schlag mit einem spitzen Stein, verursacht.
Die Charakterzeichnung der Figuren ist gut gelungen. Hier gibts nicht schwarz und weiß. Jeder hat seine Beweggründe und seine Vorgeschichten, die Roar Uthaug überzeugend zu erzählen und einzubringen versteht.
Wie gesagt, FLUKT ist ein sehr gelungener, uriger, kleiner Action Film.
Was mich beim Sichten der Extras überrascht hat, wie viel hier der Computer bei der Bildgestaltung eingesetzt wurde. Hätte nicht gedacht, dass die Szenen direkt an der Hütte, im Studio gedreht wurden. Hätte geschworen sie wären draußen entstanden. Und auch viele andere Szenen wurden mehr als glaubhaft bearbeitet. Sehr schöne Bildbearbeitung. Und es fiel mir auf, wie besonders der Look des gesamten Streifens dadurch wird.
+++ +++ +++

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