Zuletzt "gezocktes" Game

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Onkel Zilla
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Re: Zuletzt "gezocktes" Game

Beitrag von Onkel Zilla » So 15.01.2017, 15:50

Ich habe mir erstmal die Sniper Elite Reihe gegeben, und zwar in folgender Reihenfolge:

01. Sniper Elite Nazi Zombie Army
02. Sniper Elite Nazi Zombie Army 2
03. Sniper Elite Nazi Zombie Army 3
04. Sniper Elite V2 inkl. DLC's
05. Sniper Elite 3 inkl. DLC's (grad aktuell)

Ich muss ja ganz ehrlich sagen, die stechen schon etwas raus zu den normalen Shooterspielen, man muss sich aber drauf einlassen können.

Was auch eine Umstellung ist, ist wenn man so wie ich mit den Nazi Zombie Teilen anfängt und dann die normalen Sniper Elite Teile spielt,
ist das schon ein Unterschied, da man bei den Nazi Teilen nicht so wirklich drauf achten muss, wie man die Gegner tötet, ganz anders verhält
es sich bei den normalen Teilen, da jeder Schuss vom Gegner gehört wird.

Mir gefallen auch die Zombie Teile nen Takken besser als die Standardspiele, was an der Atmo und dem geilen Soundtrack liegt, der für mich stellenweise
sehr starke Goblin Anleihen aufweist.

Also ich kann jeden der gerne mal Shooter spielt und auch dabei taktisch vorgeht die Sniper Elite Teile auf jeden Fall empfehlen, und wer schon gerne mal
einen überdimensional großen Nazi Adolf erlegen wollte, kommt mit Sniper Elite Nazi Zombie Army voll auf seine kosten ;)

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Battlefield Hardline Review

Beitrag von Elite » Mi 22.03.2017, 18:09

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Battlefield Hardline Launch Trailer [YouTube]

Batllefield Hardline [Amazon]

Battlefield, zu Deutsch Schlachtfeld, ist eine Ego Shooter-Serie, die ihre Ursprünge auf dem PC hatte, und zwar mit Battlefield 1942, welches im Jahr 2002 erschien. Seitdem wechselte die Serie die Schlachtfelder des Krieges gemächlich von Vietnam, über moderne fiktive Schlachtfelder, sowie in die ferne Zukunft. Der Krieg war immer und überall präsent. Doch mit Battlefield Hardline erschien 2015 ein Teil der Reihe, der seinen Kriegsschauplatz weg von konventionellen Kriegen, hin auf die Straßen moderne Großstädte wie etwa Miami verlegte und die teilnehmenden Parteien waren nicht mehr verfeindete Nationen, sondern ganz normale Polizisten und Bankräuber. Schnell kamen erste Zweifel auf was das denn noch mit Battlefield zu tun habe, für viele kam dies eher der ähnlich gearteten Payday-Reihe gleich, die sich durch die Räuber und Gendarm-Spielmechanik auszeichnete. Die Frage lautet also nun, wie viel Battlefield steckt noch in Hardline? Gespielt wurde die Version für die PlayStation 3, worauf das Spiel neben der PlayStation 4, der X-Box One, der X-Box 360 und dem PC im Frühjahr 2015 erschien.

Handlung & Figuren

Der kubanisch-stämmige Polizist Nick Mendoza wurde soeben in Miami zum Detective befördert. Er bekommt Detective Khai Minh Dao als neue Partnerin zugeteilt mit der er sich umgehend auf die Suche nach der Quelle der neuen Droge „Hot Shot“ begibt, welche die Straßen von Miami überschwemmt. Schnell erreichen sie den Ursprung des Übels und vor allem Nick muss feststellen, dass nicht alle Polizisten seine Ideale teilen und ebenfalls in die fiesen Machenschaften rund um den Drogenhandel verwickelt sind. Nick muss nun herausfinden wem er trauen kann und wer ein falsches Spiel mit ihm spielt und ehe er sich versieht wird er vom Jäger zum Gejagten und muss auf der Flucht unheilige Allianzen schmieden, um die wahren Drahtzieher hinter Gitter zu bringen und seinen Ruf wieder rein zu waschen.

Die Handlung von Battlefield Hardline ist sehr stark an heutige Cop-Serien angelehnt wie z.B. „The Shield“ oder Filme wie z.B. „Street Kings“ (2008) um nur ein paar zu nennen. Als nette Dreingabe bekommt man auch ein „was bisher geschah“ zu sehen, wenn man die Kampagne nach einiger Zeit wieder weiterspielt. Auch die engagierten Schauspieler und Voice Actors sind im Genre des Crime-Thrillers keine unbekannten Gesichter. So kennt man Kelly Hu, welche Detective Khai Minh Dao spielt aus „Stiletto“ (2008) oder „The Tournament“ (2009), in denen sie jeweils auf beiden Seiten des Gesetzes agierte. Auch Polizeichef Julian Dawes ist dem Genre recht zugeneigt, was sowohl seine Rolle im Film „Takers“ (2010) als auch im Spiel „Army of Two: The Devil’s Cartel“ (2013) zeigt. Hauptcharakter Nicholas Mendez wird dabei von Nicholas Gonzalez verkörpert, den man eventuell aus „The Purge: Anarchy“ (2014) kennt oder aus diversen Folgen von „The Glades“, „Navy CIS“ oder aber „How to Get Away with Murder“. Ihm merkt man seine „Unerfahrenheit“ im Gegensatz zu den erfahreneren Darstellern kaum an und er schafft es souverän die Sympathie des Spielers auf sich zu ziehen. Als kleine Notiz am Rande sei noch erwähnt, dass in der deutschen Synchronisation das Rap-Schwergewicht Kollegah einen Gangster stilecht vertont hat. Auch die anderen Charaktere, die zwar auf der einen Seite Klischees durchaus bedienen, auf der anderen Seite jedoch auch ein wenig facettenreich sind und teilweise auch Entwicklungen durchmachen, verstehen es durchaus zu überzeugen.

Generell versteht es die Handlung die Spannung konstant aufrecht zu erhalten und wartet mit einer Vielzahl an abwechslungsreichen und Interessanten Schauplätzen auf, die allesamt intelligent miteinander verbunden worden sind, und dass ohne auf zig verschiedene unabhängige konturlose Protagonisten zurückzugreifen wie’s zum Beispiel bei der direkten Shooter-Konkurrenz „Call of Duty“ oftmals der Fall war. Auch das Ende weiß vollends zu überzeugen und rundet die unterhaltsame und spannende Kampagne wohlwollend ab. Man mag zwar denken, dass ein Genre-Veteran oder zumindest ein sehr erfahrener Drehbuchautor sich dafür verantwortlich zeigte, aber dem ist nicht so. Das Drehbuch verfasste Tom Bissel, der zuvor sich nur für einen Kurzfilm, sowie für das Spiel „The Vanishing of Ethan Carter“ (2014) verantwortlich zeigte. Man merkt, dass er sich beim Schreiben von Battlefield Hardline Mühe gegeben hat. Zwar greift er auch das eine oder andere Klischee auf, aber so kommt er der typischen Crime-Thriller Atmosphäre durchaus näher und lässt das Ganze zu einem kurzweiligen, spannenden und allseits unterhaltsamen Scharmützel in der Einzelspielerkampagne werden, welches in ein fulminant zufriedenstellendes Finale hineinmündet.

Gameplay

Am allseits bekannten Gameplay hat sich zwar nichts Grundlegendes verändert, aber es sind zahlreiche interessante Neuerungen hinzugekommen. Zunächst einmal zu den Klassen: diese heißen nun Operator, Mechaniker, Enforcer und Profi. Der Scharfschütze setzt nun keine Wiedereinstiegspunkte mehr, das tut nun der Operator. Der Scharfschütze hingegen kann Kameras platzieren, um Gegner auf der Mini-Map sichtbar zu machen oder aber Gadgets, um Gegner zu verwirren und abzulenken. Der Operator hingegen, der dem Assault-Soldaten gleichkommt, kann sowohl andere Team-Mitglieder per Defibrillator als auch sich selbst dank einer Injektion wieder zurück auf die Beine holen. Der Mechaniker hingegen repariert erwartungsgemäß Fahrzeuge setzt, wie bereits erwähnt, Spawn-Punkte und kann verschiedene Fallen legen. Bei den Spawn-Punkten muss man jedoch sagen, dass wenn man bei seinem Squad mitten im Gefecht spawnen möchte oft den Kürzeren zieht und bereits wieder am Boden liegt, bevor man sich einen Überblick über die Lage verschaffen konnte. Etwas mehr Distanz wäre hier um einiges zuträglicher gewesen. Beim Enforcer hingegen geht’s etwas ruppiger zur Sache. Er wartet nicht nur mit den schweren Geschützen auf, er versorgt das Team mit Munition und hat zur Not einen ballistischen Schild dabei, um sich und seinen Kameraden mobile Deckung zu geben. Auch der Commander-Modus erfährt in Form des Hackers seine Wiedergeburt und kann auf verschiedene Art und Weise ins Spielgeschehen eingreifen und das Team unterstützen.

Die Menüführung ist an dem direkten Vorgänger Battlefield 4 stark angelehnt, jedoch etwas vereinfacht, so dass sich sowohl Profis als auch Anfänger etwas besser von Beginn an zu Recht finden sollten. Ich persönlich muss dazu sagen, dass ich mich trotzdem als Anfänger etwas überfordert gefühlt habe und nicht immer wusste wie, wo, was, wofür zählt. Nach etwas Einarbeitungszeit dürfte man sich jedoch gut einfinden. Ebenfalls anders ist nun die Tatsache, dass man sich Waffen nicht freischalten muss, sondern freikaufen muss, und zwar mit dem Geld welches man in den verschiedenen Modi verdient. So kann man sich die Waffen kaufen, die man auch haben möchte und muss nicht erst mit Waffen hantieren, auf die man keine Lust hat. Ärgerlich ist nur die Tatsache, dass man die Bleispritzen nicht vorher auf dem sogenannten Schießstand des Vorgängers austesten kann, weswegen man wohl oder übel darauf angewiesen ist erst einmal alles aufzusammeln und auszutesten, was die Gegner fallen gelassen haben. Manche Gadgets wie z.B. der Enterhaken erweisen sich zwar in der Kampagne als äußerst nützlich, finden aber kaum Gebrauch bzw. kaum einen nützlichen Zweck im Multiplayer.

Grafik & Sound

Grafisch macht das Spiel auch auf der betagten PlayStation 3 noch einiges her. Gleiches soll auch für die X-Box 360 gelten. Man findet sehr detailreiche und opulent ausgearbeitete Umgebungen vor, die mit einer guten Beleuchtung aufwarten. Überall finden sich kleinere Objekte, die sich auch physikalisch bewegen lassen, um so die Spielwelt lebendiger erscheinen zu lassen. Zwar bietet die betagten Konsolen der letzten Generation weitaus weniger Details als die der aktuellen Generation, sowie der Rechenknecht, doch dafür bekommt man eine durchweg flüssige Performance geboten. Oberflächentexturen sind hingegen nicht immer optimal und oftmals matschig. Alle Versionen hingegen warten mit sehr geschmeidigen und fließenden Animationen auf. Wer jedoch die Wahl hat sollte ganz klar den PC, die PlayStation 4 oder aber die X-Box One bevorzugen. Ebenfalls ein generelles Manko stellen die Mehrspieler-Karten dar, die viel weniger Details und Kleinigkeiten bieten als ihre Kampagnen-Pendants. Schade! Auch die zerstörbare Umgebung wurde stark zurückgeschraubt im Gegensatz zu Battlefield 4. Sound-technisch wird aber dafür ohne Abzüge geklotzt. Die Waffensounds sind vielfältig, gut abgemischt und hören sich authentisch an. Authentizität verschafft auch der Ambiente-Soundtrack, der vor allem Hip-Hop, aber auch Rockmusik bietet, und dass sogar auch im Multiplayer, sofern man in einem Fahrzeug sitzt und das Radio anhat. Eine nette kleine Spielerei. Gleiches gilt auch für die Squad-Mates, die mit lustig gestellten Anfragen oder Antworten daherkommen. Auch die Synchronisation ist, wie bereits erwähnt, über allem erhaben, da sie professionell von echten Schauspielern und Voice-Actors vorgenommen worden ist. Auch das deutsche Pendant soll gelungen sein, wurde aber von mir nicht gehört.

Bedienung

Die Steuerung geht bei Battlefield Hardline gewohnt gut und intuitiv von der Hand. Etwas befremdlich erschien zunächst die voreingestellte Steuerung bei der man auf R2 schießt, doch dieser Umstand lässt sich in den Einstellungen leicht beheben. Ansonsten dürfte sich jeder, der schon einmal einen Ego-Shooter auf der Konsole gespielt hat gut und schnell zu Recht finden, ohne groß Einarbeitungszeit zu benötigen. Auch die Menüführung ist eigentlich recht flott und eingängig, wenn man sich denn erst einmal daran gewöhnt hat. Auto-Aim, die Geißel aller Konsolen-Shooter. Sie ist zwar vorhanden, wer allerdings erfahren genug ist und sich dadurch nur behindert fühlt, der kann dieses getrost ausstellen und auch so seine Runden drehen. Man muss jedoch sagen, dass es hier relativ mächtig scheinbar ausgefallen ist.

Umfang & Modi

Neben den typischen Spielmodi wie Team Deathmatch und dem allseits beliebten Conquest gibt es nun Heist (Überfall), Blood Money (Blutgeld) und Hotwire (Heißer Draht) sowie Rescue (Rettung) und Crosshair (Fadenkreuz). In Heist müssen die Gangster in einem Tresor einbrechen und den ergaunerten Beutel in ihr Versteck bringen. Die Cops gedenken dies zu verhindern und sobald der Träger dahingesiecht ist und der Beutel lang genug nicht mehr im Besitz der Gangster war, wandert er wieder zurück in den Tresor und die Gangster dürfen wieder ran. Blood Money ist, wie man so schön sagt, same, same but different. Hier befindet sich in der Mitte der Map der Banktresor, der sowohl von den Gangstern als auch von den Cops (Beweise sichern, ja, ja…) leergeräumt und ins eigene Versteck gebracht wird. Hotwire stellt eine Art mobiles Capture the Flag dar, wobei man in einem der drei markierten Fahrzeuge einsteigen muss und dort verweilen muss, um so Punkte zu sammeln. Hier ist man am besten mobil unterwegs, sonst darf man nämlich ziemlich weit und ziemlich lange laufen. Bei Rescue hingegen wandelt man auf den Pfaden von Counter Strike. Man muss als S.W.A.T.-Team nämlich Geiseln aus der Hand der Gangster befreien und gewinnt, wenn man dies entweder geschafft hat oder alle Gauner tot sind. Jeder Spieler hat dabei nur ein Leben. Same, same but different ist hier der Modus Crosshair, wobei das besagte S.W.A.T.-Team einen Kronzeugen zum Abholpunkt binnen 3 Minuten eskortieren muss, während die Verbrecher alles daran legen dies zu verhindern.

Die Modi machen insgesamt sehr viel Spaß und bieten einen auf vielfältige Weise Abwechslung. Wer Punkte farmen möchte dem sei Hotwire ans Herz gelegt, vor allem aber, wenn man auf die Trophäe „Harte Jungs“ hinarbeiten möchte, denn manche Waffen wie z.B. die doppelläufige Schrotflinte sind nur freischaltbar, wenn man bestimmte Bedingungen erfüllt hat wie z.B. in 10 verschiedenen Matches Tier 4 Reputation zu erlangen. Spaß macht‘s aber auch so, da man über die riesigen Maps düst und sich vor feindlichen Fahrzeugen und Helikoptern in Acht nehmen muss. Helikopter sind im Übrigen nicht mehr so übermächtig wie im Vorgänger, da Raketenwerfer in den Kofferräumen der Autos deponiert werden können, sowie auf der Map verteilt sind. So ist das Ganze dann etwas ausgeglichener. Am meisten wird meiner Meinung nach der Blood Money-Modus, der auch irre viel Spaß macht und viel taktische Finesse fordert, denn während sich beide Teams um den Tresorraum bekriegen, können vereinzelte Mitglieder auch außen rumlaufen, den jeweils anderen in den Rücken fallen oder aber selbst das gegnerische Depot leerräumen und ihr eigenes mit dem Ergaunerten bereichern. In diesem Modus habe ich am meisten Zeit verbracht, da einfach immer etwas los war und es oft bis zum Ende spannend blieb, da häufig sehr ausgeglichenes Matches stattfanden. Während auf der PS3 und der X-Box 360 nur bis zu 24 gleichzeitig an einem Match teilnehmen können, sind es auf den aktuellen Konsolen, sowie auf dem Rechenknecht ganze 64 Spieler. Auch in diesem Fall sind die aktuellen Versionen den leicht betagten einen großen Schritt voraus.

Fazit

Insgesamt betrachtet hat mich Battlefield Hardline sehr gut unterhalten und auch sehr gefesselt. Zwar ist vieles auf dem ersten Blick anders, doch der Esprit von Battlefield ist durchaus vorhanden und auch spürbar. Viele Neuerungen sind wirklich gut gelungen, machen Spaß und sind sinnvoll ins Gesamtbild integriert worden. Trotzdem gibt es auch einige Verschlimmbesserungen oder manche Aspekte, die so gar nicht zünden wollen. Was sehr positiv überrascht ist die spannende und wendungsreiche Story, die stets zu unterhalten weiß und dem Spieler oft die Wahl lässt zwischen actionreichem Vorgehen oder Schleichen. Auch die Charaktere sind gut gezeichnet, auch wenn sie das eine oder andere Klischee bedienen, fiebert man dennoch mit ihnen mit bis es zum fulminanten Finale kommt. Auch der Multiplayer weiß weitestgehend zu überzeugen, auch wenn’s hier und da ein paar Abstriche gibt, vor allem bei den betagten Konsolen. Ansonsten ist Battlefield Hardline ein inszenatorisches Brett und überzeugt mit einer Bombast-Grafik sowie einer guten Sound-Abmischung. Die authentische Synchronisation und der Ambiente-Soundtrack tun ihr übriges um das Gesamtpaket wohlwollend abzurunden. Meiner Meinung nach ein gelungener Ausflug auf die Schlachtfelder der Großstädte. Eine gekonnte und unterhaltsame Abwechslung zu den konventionelleren Kriegsschauplätzen. +++ (7/10 Punkten)
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Tom Clancy's H.A.W.X. 2 Review

Beitrag von Elite » Mi 22.03.2017, 18:40

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Tom Clancy's H.A.W.X. 2 Launch-Trailer [YouTube]

Die Marke Tom Clancy ist heutzutage enorm umfassend. Dem mittlerweile verstorbenen Autor verdanken wir zahlreiche Film- und Spiele-Franchises, die entweder von ihm extra entwickelt worden sind oder aber auf seinen Romanen bzw. Romanfiguren von ihm basieren. Am bekanntesten sind sicher die Verfilmungen „The Hunt for Red October“ (1990), „Patriot Games“ (1992) und „Clear and Present Danger“ (1994) in denen einmal Alec Baldwin und zwei Mal Harrison Ford Clancys Vorzeigeromanfigur Jack Ryan verkörpern. In Sachen Videospielen gibt es die Splinter Cell- sowie die Rainbow Six-Reihe, die übrigens im selben Universum angesiedelt sind, wie eben der oben erwähnte Jack Ryan. Auch die Rainbow Six-Einheit darf in diesem Spiel sich ein kleines Stelldichein zu ihrem Besten geben. Der Aspekt der Intertextualität ist in diesem Sinne nett anzusehen und lässt das Ganze wie ein riesiges Konstrukt bzw. ein vollwertiges Shared Universe erscheinen, welches stark ineinander verzahnt ist.

Tom Clancy’s H.A.W.X. 2 erschien im Jahr 2010, ein Jahr nach seinem Vorgänger, für die PlayStation 3, welche hier getestet wurde, die X-Box 360, den PC und Nintendos Wii. Die Version für die Wii erschien nicht nur etwas später, sie ist auch im Grunde ein komplett anderes Spiel, welches lediglich den selben Titel trägt. Die restlichen Versionen sind soweit als inhaltsgleich einzustufen. Das Genre der Flugsimulation ist neben der stetig fortwährenden Ace Combat-Reihe immer noch sehr rar auf den Konsolen vertreten, weswegen es immer wieder nett anzusehen ist, wenn denn mal ein neuer Vertreter das Licht des Konsolenlasers erblickt, aber kann Tom Clancy’s H.A.W.X. 2 auch mit Ace Combat als Steppenpferd mithalten oder sind die eher mittelmäßigen Reviews, die es erhielt gerechtfertigt? Ubisoft selbst bezeichnete es nämlich als „under performer“, da die Verkaufszahlen des von Ubisoft Romania entwickelten Spiels leider hinter den Erwartungen zurückblieben. Meiner Meinung aber zu Unrecht, wie ich es im Folgenden darlegen werde.

Handlung & Figuren

Die Story setzt eine unbestimmte Zeit nach dem ersten Teil ein, wobei aus jenem nur noch David Crenshaw zur Sprache kommt. Diesen gilt es nämlich in den ersten Missionen zu retten, da er im nahem Osten beim Landeanflug während eines Angriffs auf die Basis abgeschossen worden ist. Die H.A.W.X.-Organisation und das US-Militär schaffen es jedoch ihn in Zusammenarbeit mit der russischen Voro-Agentur per Drohneneinsatz zu retten und die Lage in der Region innerhalb weniger Tage wieder zu stabilisieren. In der Zwischenzeit findet in Russland ein Bürgerkrieg gegen Separatisten statt, die mehrere Militärbasen und sogar Nuklearsprengköpfe in ihre Gewalt gebracht haben. Als das russische Militär glaubt das gröbste Verhindert zu haben reißt eine weitere Tragödie katastrophalen Ausmaßes das Land in einen Krieg mit Europa, bei dem russische Ultranationalisten versuchen die Kontrolle über das Land und den Kontinent zu erlangen.

Jaja, wenn’s nach Hollywood bzw. der amerikanischen Unterhaltungsindustrie geht, dann ist Russland immer eine Nation, der es an Stabilität mangelt und aufgrund dessen die Welt immer wieder ins Chaos gerissen wird. Der kalte Krieg ist zwar längst vorbei, doch gerade in den Werken von Tom Clancy halten die Russen ja generell ganz gerne mal als das typische Feindbild der Amerikaner bzw. der freien Welt her. Schön ist es jedoch, dass es in Tom Clancy’s H.A.W.X. 2 nicht vollkommen zum amerikanische Hurra-Patriotismus verkommt, da man Piloten von H.A.W.X., der Royal Navi und aus Russland selbst fliegt. Das ganze Land ist nämlich nicht vor die Hunde gegangen und zahlreiche tapfere Soldaten setzten sich auch weiterhin den Ultranationalisten zur Wehr.

Aufgrund der Tatsache, dass man drei verschiedene Parteien spielt ist die Abwechslung umso größer. Nicht nur was die Einsatzorte anbelangt, sondern auch die Missionsvielfalt ist wirklich sehr zahlreich und beachtlich. Daran krankten insbesondere frühere Ableger der Ace Combat-Reihe für die damalige erste PlayStation. In den insgesamt 19 Missionen kann muss man entweder Bomber beschützen, Feindliche Bodentruppen vom Vormarsch abhalten, per Satellit, Drohnen- oder Bordgeschütz-Ziele markieren, verfolgen, ausschalten oder den eigenen Bodentruppen Deckung geben und vieles mehr. An Abwechslung mangelt es hier gewiss nicht, wobei man dem Spiel jedoch ankreiden muss, dass man Drohnen-Missionen doch etwas spannender bzw. unterhaltsamer in Szene hätten gesetzt hätten können. Vor allem daher, da sie sich in der Spielmitte leicht häufen. Lobenswert ist auch die Tatsache, dass man die Missionen mit bis zu vier Spielern kooperativ angehen kann, wobei man leider sagen muss, dass heutzutage leider kaum mehr auf den PS3-Servern etwas los ist, aber dazu später mehr. Insgesamt lässt sich die Story als zweischneidiges Schwert ansehen. Auf der einen Seite ist sie ganz nett inszeniert und versteht es die Spannung konstant aufrecht zu erhalten. Auf der anderen Seite sind’s mal wieder die Russen, die an einer globalen Misere die Schuld tragen, was von absolut blassen und austauschbaren und schablonenhaften Charakteren ausgebadet werden muss. Kaum ein Charakter bleibt einem dabei lang genug im Gedächtnis, um auch nur irgendeine Art von Sympathie für ihn zu entwickeln. Die Englische Original-Synchronisation ist jedoch überaus gelungen und kommt gewohnt stimmig und sehr authentisch daher.

Gameplay

Das Gameplay ist ebenso gelungen und zeigt sich, wie bereits angedeutet, sehr abwechslungsreich. Man fliegt nämlich nicht nur im Kampfjet umher, sondern steuert auch Drohnen oder betätigt Bordgeschütze. Auch die ferngelenkten Bomben erfordern das vorige anvisieren der Ziele durch den Copiloten. Generell kann man dabei auch hinein- sowie hinauszoomen, um das Ziel entsprechend anzuvisieren. Doch auch bei den Flugzeugen beschränkt sich das Ganze nicht nur aufs Fliegen oder die Luftkämpfe. Nein, man darf auch die Flugzeuge (von der Landebahn/vom Flugzeugträger) starten, sowie wieder landen. Darüber hinaus steht auch das eine oder andere Mal sogar eine Luftbetankung an. Neben der Frontal- und der Cockpitansicht gibt’s eine Außenansicht, bei der man das ganze Flugzeug sehen kann, wobei jeder Spieler das aussuchen kann, was ihm am meisten beliebt.

Apropos „am meisten beliebt“: zum Freischalten weiterer Flugzeuge benötigt man sogenannte EXP-Tokens, wovon man zwei pro Level Aufstieg erhält. Ärgerlich ist nur, dass die Flugzeuge an verschiedene Aktiv- und Passivfertigkeiten etc. geknöpft sind, so dass man diese, auch wenn man sie nicht plant jemals einzusetzen, erst mitfreischalten muss, bevor man sich das nächste Flugzeug gönnen kann. Dieser Umstand ist etwas nervig. Nervige Features aus dem Vorgänger gibt’s zwar immer noch, wurden aber drastisch zurückgeschraubt wie z.B. die Enhanced Reality Systems (ERS), die nichts weiter sind als eine computergenerierte Flugbahnanzeige, sowie der sogenannte OFF-Modus, eine extrem weite Außenansicht, bei der das Flugzeug zwar besser Raketen ausweichen kann, aber generell schwer zu beherrschen ist.

Zum Thema beherrschen lässt sich sagen, dass Tom Clancy’s H.A.W.X. 2 mit insgesamt 34 Flugzeugen auf, wobei für jeden etwas dabei ist. Seien es Kampfjets, Abfangjäger, Kampfbomber. Egal ob aus Amerika, Russland oder Europa und egal ob etwas älter (MiG-23, EF-111) oder moderne Jets wie etwa die F-22A, die F-35 oder Prototypen, die nie in Serie gingen wie die wendige SU-47 Berkut. Sobald sie im eigenen Besitz übergegangen sind und man sie genug aufgelevelt hat kann man auch ihre Bewaffnung individuell gestalten. Die Gegner-KI ist dabei recht knackig, denn schon recht früh beginnen sie gezielt mit Täuschkörpern auf eure abgefeuerten Raketen zu reagieren, sich aus der Zielerfassung zu winden, nur um sich anschließend hinter euch zu klemmen und euch selbst aufs Korn zu nehmen. Die eigenen KI-gesteuerten Mitstreiter verstricken sich zwar auch ins Gefecht, sind aber nicht ansatzweise so aggressiv oder fliegen derartige Manöver. Nichtsdestotrotz holen sie den einen oder anderen Feind von Himmel und lenken von euch ab. Nur allgemeine Ziele würden sie niemals einfach so angreifen.

Grafik & Sound

Grafisch macht der Tom Clancy’s H.A.W.X. 2 schon einiges her auf der PlayStation 3, welche im Übrigen nahezu identisch zur X-Box 360-Fassung ist. Lediglich in Bodennähe soll es auf der PS3 vermehrt zu Rucklern kommen im Gegensatz zur Microsoft-Konsole. Trotz alledem bekommt man sehr schöne Landschaften geboten, die allerdings auf der Distanz weitaus besser aussehen als sie es von nahmen tun; ein typisches Problem von (Arcade) Flugspielen, an dem auch H.A.W.X. 2 nur sehr wenig zu ändern vermag. Der Pixelbrei und matschige Bodentexturen bleiben einem auch hier nicht erspart. Gut nur, dass man als Pilot nicht so oft das verlangen verspürt ganz nah gen Boden zu fliegen, das erspart einem die ausreichende Zielerfassung nämlich schon. Schön ist auch die Tatsache, dass die Missionen auch zu verschiedenen Uhr- und Tageszeiten spielen, womit man auch mal den morgendlichen Sonnenaufgang, sowie die Abendsonne zu sehen bekommt oder auch mal im leichten Regen fliegt. Grafisches Highlight sind hier ganz klar die Flugzeuge selbst, die schön detailliert dargestellt werden. Noch spektakulärer sieht’s dann aus, wenn sich diese in brenzligen Situationen befinden, Manöver fliegen um Geschützen und Raketen ausweichen und wenn’s dann schließlich nicht mehr reicht und sie abgeschossen werden bzw. wenn man selbst jemanden abschießt. Es werden sehr viele Effekte und Details aufgefahren, die das Kernstück des Spiels recht ansehnlich dastehen lassen.

Abgerundet wird das Gesamtbild vom Sound und der musikalischen Untermalung. Die Soundcodierung ist sehr direktional und lässt gleich Atmosphäre aufkommen, wenn sich die Jets in der Luft befinden oder aber z.B. starten und kurze Zeit später in der Luft die Schallmauer durchbrechen. Vor allem mit einer 5.1-Anlage und einem Subwoofer fühlt man sich schon fast wie im Cockpit wenn’s an allen Ecken und Enden rumst. Aber auch in musikalischer Hinsicht versteht es das Spiel vollends zu überzeugen. Manche der orchestralen Stücke bleiben sogar noch hinterher im Gedächtnis zurück oder verursachen gar Gänsehaut, vor allem gen Finale. Das Orchester fährt förmlich zur Höchstform auf und in manchen der russischen Level bekommt man auch stilecht tiefe Männerchöre zu hören, welche die ernste und bedrückende Lage vortrefflich unterstreichen und hervorheben. Hier gibt’s wirklich kaum etwas zu bemängeln.

Umfang & Modi

Nach der 19 Missionen umfassenden Handlung darf man im Arcade-Modus unter veränderten bzw. erschwerten Bedingungen noch einmal ran, wenn man auf die Herausforderung steht. Des Weiteren kann man, wie bereits erwähnt, mit bis zu vier Spielern die Kampagne sowie den Arcade-Modus angehen, was ebenfalls sehr löblich ist und auch sehr spaßig dazu. Insgesamt ist man so ca. nur 6-8 Stunden mit der Story beschäftigt, aber es macht immer mal wieder Spaß das Ganze unter den erwähnten veränderten Bedingungen zu spielen oder aber mit Freunden, weswegen man durchaus länger auch ans Spiel gebunden werden kann. Darüber hinaus gibt es auch noch einen Überleben-Modus, bei dem man anrückende Feindeswellen überstehen muss, die von Mal zu Mal umfangreicher werden, aber auch hierbei kann man sich einen Flügelmann zur Seite holen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Aber neben den ganzen kooperativen Aspekten kann man ebenso im allseits bekannten Luftkampf seine Kräfte mit anderen Spielern messen und sehen wer denn der bessere Kampfpilot ist. Wer’s mal eine Runde etwas friedliebender haben möchte darf auch im freien Flug einfach mal für sich über den Wolken sein, die Aussicht genießen und auch Landungen üben, wenn man denn will. Bei all dem ist es nur sehr schade, dass auf den Online-Servern der PlayStation 3 leider nicht mehr so viel los ist und man oft sehr viel Glück und Geduld brauch, um andere Spieler zu treffen, weswegen man am besten einen Kumpel davon überzeugt sich das Game auch zu holen, um so dann ein paar spaßige Runden über den Wolken zu erleben. Andernfalls ist es auch schier unmöglich die Platin-Trophäe zu ergattern, da man hierzu schon etwas mehr Zeit im Multiplayer verbringen muss.

Fazit

Insgesamt betrachtet lässt sich sagen, dass Tom Clancy’s H.A.W.X. 2 die mittelmäßigen Testwertungen nicht gänzlich verdient hat und durchaus überdurchschnittlich daherkommt. Es macht Spaß und es unterhält sehr gut, weißt viele Verbesserungen zum Vorgänger auf und es gibt sich förmlich Mühe der Ace Combat-Reihe in nichts nachzustehen. Der Umfang und die Modi zeigen dies deutlich und auch die Präsentation versteht es mit kleinere Einschnitten durchweg zu überzeugen. Handlungs-technisch darf aber noch etwas aufgebessert werden und das Kalte Kriegs-Trauma hinter sich gelassen werden und auch die Präsentation der Story bzw. der Charaktere an sich darf ruhig etwas feinfühliger ausfallen, denn so bindet man den Spieler kaum eine seine (sich wechselnden) Spielfiguren, was ihn auch letztendlich nur bedingt mitfiebern lässt. Trotzdem, technisch ist das Spiel gelungen und auch das Gameplay versteht es durchaus zu gefallen. Wer also mal eine kleine Abwechslung vom Genre-Primus Ace Combat braucht bzw. haben möchte, der kann guten Gewissen zu Tom Clancy’s H.A.W.X. 2 greifen und die Lüfte unsicher machen. Ziel erfassen, Feuer frei! +++ 1/2 (7,5/10 Punkten)
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